Fall Mollath Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Frau

Sieben Jahre lang ist Gustl Mollath davon ausgegangen, dass seine gesamte persönliche Habe verschwunden sei. Dann stellte seine frühere Frau den Sachverhalt plötzlich anders dar. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen sie. Es geht um den Verdacht des Prozessbetrugs und der Unterschlagung.

Von Olaf Przybilla

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat ein Ermittlungsverfahren gegen die frühere Frau von Gustl Mollath eingeleitet. Es gehe um den Verdacht des Prozessbetrugs und der Unterschlagung, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Antje Gabriels-Gorsolke. Das Verfahren gehe zurück auf eine Auskunft der Ex-Frau von Mollath aus dem Jahr 2008.

Das Elternhaus Mollaths war damals bereits zwangsversteigert, Mollath seit zwei Jahren in der Psychiatrie. Nach der Versteigerung des Hauses hatte er seine frühere Frau wegen eines Gesuchs um Prozesskostenhilfe aufgefordert, ihm mitzuteilen, was sie mit den "auf dem Anwesen befindlichen Wertsachen" gemacht habe.

Diese habe daraufhin über ihren Anwalt antworten lassen, Wertsachen seien "definitiv nicht entwendet" worden. Inzwischen stellt sie diesen Sachverhalt anders dar: Sie habe Teile von Mollaths persönlichem Besitz noch, war sie in einem Bericht des Nordbayerischen Kuriers zitiert worden.

Mollath war während seines siebenjährigen Zwangsaufenthalts in der Psychiatrie stets davon ausgegangen, seine gesamte persönliche Habe sei bei der Räumung seines Hauses abhanden gekommen. In Medien hatte er sich mehrfach darüber beklagt, nichts mehr zu besitzen, auch keine Dokumente. Offenbar um dies richtigzustellen, hatte sich seine frühere Frau in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet und erklärt, persönliche Habseligkeiten Mollaths in Kisten aufzubewahren.

Mollath sagt, er habe diese Habe bis heute nicht. Der Anwalt der früheren Frau von Mollath will sich dazu auf SZ-Anfrage nicht äußern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat die Ex-Frau Mollaths derzeit Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Verjährt seien die in Frage kommenden Delikte nicht.