Eine neue Studie prognostiziert für Bayern einen Fachkräftemangel - es wird ein "Wohlstandsverlust von 800 Milliarden" befürchtet.
Bayern gehen die Fachkräfte aus. Zwar leiden Schulen und Hochschulen schon seit geraumer Zeit unter dem Fachkräftemangel, doch er könnte sich im Freistaat zum handfesten gesellschaftlichen Problem auswachsen.
Mangel an Fachpersonal: Ärzte werden mit am meisten gebraucht werden (© Foto: ddp)
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Ein Defizit von 1,5 Milliarden Arbeitskräften bis 2030 berechnete die Beratungsagentur "prognos" im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), sollte die Politik dieser Entwicklung nichts entgegensetzen. Das entspreche einem "Wohlstandsverlust von 800 Milliarden" Euro. Bundesweit würde Bayern damit zu mehr als einem Viertel an der Arbeitskräftelücke beitragen.
Die Ergebnisse zu Deutschland präsentierte die vbw bereits im Oktober 2008, als sich Bayern kurz nach der Landtagswahl mitten im Regierungsumbau befand. Deshalb wurden die Details der Studie über Bayern erst jetzt an die Landtagsabgeordneten verschickt. Die vbw erhoffte sich, dass sie sich nun des Themas stärker annehmen. So viel steht fest: Überall in Deutschland wird der Fachkräftemangel zur Herausforderung werden.
Bayern könnte er jedoch besonders hart treffen. Zwar rechnet prognos im Freistaat mit einem weitaus geringeren Bevölkerungsrückgang als im Rest Deutschlands. Zugleich aber wird sich das Defizit an Arbeitskräften hier stärker auswirken. 17 Prozent der erforderlichen Erwerbstätigen werden 2030 fehlen.
Primär wird die Nachfrage nach Akademikern nicht mehr zu stillen sein - und das schon recht bald. Für 2013 prognostiziert die Studie eine Lücke von 130.000 Hochschulabsolventen; 2030 sollen es 350.000 sein. Gesucht werden Forscher, Entwickler, Kreative wie Künstler und Journalisten, PR-Leute und Lehrer. Am meisten braucht Bayern dann Mathematiker, Naturwissenschaftler und Ärzte. Begrenzt wird hingegen der Bedarf an Nichtakademikern sein. Fehlen werden allerdings Leute im Gesundheitsbereich, Pfleger oder Betreuer; 100000, schätzt prognos, werden es angesichts der alternden Gesellschaft sein.
Rentner reaktivieren
Zukunftschancen aber gibt es generell nur mehr im Dienstleistungssektor. 300.000 neue Arbeitsplätze sollen dort bis 2030 entstehen. Anspruchsvolle Jobs werden dominieren. Sie setzen Bewerber voraus, die ihr Wissen an Hochschulen erworben haben. Von 17 auf 24 Prozent werden sogenannte wissensbasierte Tätigkeiten steigen, während produktionsnahe Arbeiten von 25 Prozent auf 15 Prozent sinken - ein Abbau von 200000 Arbeitsplätzen.
Die Studienmacher lassen die Politik nicht mit konkreten Lösungsvorschlägen im Stich. Sie schlagen vier Maßnahmen vor, um den Übergang in die "Wissensgesellschaft" zu meistern. Zum einen sollen kurzfristig Weiterbildungsangebote ausgebaut werden, um Mitarbeiter umzuschulen. 600000 Arbeitskräfte ließen sich dadurch am Markt halten. Zweitens sei die Arbeitszeit auszuweiten. Menschen sollen früher in den Beruf eintreten und später in Rente gehen.
Auch sollte die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei 40 Stunden liegen. Dadurch, so prognos, ließen sich in Bayern 400.000 Jobs retten. Drittens seien Menschen für den Arbeitsmarkt zu "reaktivieren": Rentner, Mütter und Migranten, wovon sich die Studienmacher weitere 200.000 Erwerbstätige versprechen.
Zuletzt hätten 230.000 Menschen bessere Jobchancen, wenn viertens das Bildungssystem durchlässiger wäre. Das heißt: Die Quote an Hochschulabsolventen von gut 20 Prozent eines Geburtenjahrgangs muss deutlich erhöht werden.
Davon erhofft sich vbw-Geschäftsführer Bertram Brossardt langfristig am meisten, doch macht er auch deutlich, dass Maßnahmen über den gegenwärtigen Ausbau der Frühförderung und Ganztagsschulen hinausreichen müssen: ,,Es geht um einschneidende Reformen im Schulwesen.''
(SZ vom 2.2.2009)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Die neueste Antwort
...weil das Gehalt zu gering und die Mieten oder Kaufobjekte keine vernünftige Relation mehr haben.
Mein Mann wird der nächste sein, obwohl ich nicht gern meine Heimat verlassen will.
Mal sehen, ob unser Vermieter sein Objekt in ein paar Jahren noch für 1400,. vermieten kann.
... [Menschen sollen früher in den Beruf eintreten und später in Rente gehen]
Na,ja, hat wenigstens den Vorteil, dass man keine Rente mehr einzahlen muss, da sie bald keiner mehr erlebt...
... oder wer wird schon 100.
Bis es dramatisch wird, haben sie bestimmt die eierlegende Wollmilchsau mit nachwachsendem Vorderschinken genetisch hinbekommen und klonen sie.
Man könnte auch Jobs im öffentlichen Dienst retten und schaffen. Ganz einfach: 42-Stunden-Woche für Beamte auf 40 oder sogar 39 Stunden mininimieren. Dadurch sind - statistisch gesehen, Neueinstellungen erforderlich und es gäbe endlich einmal halbwegs Gerechtigkeit auf im öffentlichen Dienst.
Vielleicht sollte man das Herrn Seehofer ins Ohr flüstern!
wieder aktiv am Werk ? Notlagen werden dort an den passenden Meistbietenden günstig erstellt. Wie wärs mal mit anständiger Bezahlung ? Dann kommen die Lehrer und Ingenieure auch. Armes Bayern, gebildet bis zum geht nicht mehr, aber keine Mäuse für die Lehrer haben...
Paging