Der Augsburger Ex-Bischof Walter Mixa plant eine bizarre Tournee: Er will mit einem ehemaligen Bodyguard Vorträge halten.
Als emeritierter Bischof hat Walter Mixa rein kirchenrechtlich gesehen nur eine Instanz über sich: den Papst. Vor neun Monaten musste Mixa wegen einer Prügel- und Lügenaffäre zurücktreten, damals gab ihm Benedikt XVI. eine "Zeit des Schweigens und der Heilungen" als Auftrag mit auf den Weg. An dieses Wort des heiligen Vaters fühlt sich Mixa offenbar nicht mehr gebunden: Er plant eine Vortragsreise mit einem ehemaligen Personenschützer, der heute eine Selbstverteidigungsschule betreibt und als "Gewaltpräventionsberater" tätig ist.
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Des Bischofs neuer Partner: Mit dem ehemaligen Bodyguard Michael Stahl will Walter Mixa auf Vortragsreise gehen. (© dapd)
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Im Klerus sorgte diese Ankündigung über das Bistum Augsburg hinaus für Aufregung. Denn erstens erachtet Mixas Nachfolger als Bischof, Konrad Zdarsa, die Zeit des Schweigens als "noch nicht zu Ende". Zweitens befürchten Mixas Mitbrüder, der 69-Jährige könnte einmal mehr sich selbst und der katholischen Kirche großen Schaden zufügen. Bischof Zdarsa bezeichnete Mixas Pläne am Freitag am Rande eines Festaktes als "beklagenswerten Fall" und sagte: "Schweigen wäre das Gebotenere."
Noch klarer drückt sich Zdarsas Sprecher Markus Kremser aus: "Bischof Zdarsa ist erstaunt und nicht erfreut, über die Vorträge muss mit Bischof Mixa gesprochen werden." So sehr Zdarsa Mixas Engagement missfallen mag, er hat keine Weisungsbefugnis gegenüber seinem emeritierten Mitbruder. Allerdings könnte er wohl ein Auftrittsverbot in kirchlichen Räumen der Diözese aussprechen. Ob es soweit kommen wird, ist offen. "Ich werde mich hüten, dieses Thema zu hoch zu hängen", sagt Zdarsa. "Es wäre im Dienst der Nächstenliebe, wenn wir versuchten, die Wogen zu glätten."
Am Dienstag wird sich das Augsburger Domkapitel mit Mixas Tournee beschäftigen, die mit dem Bistum nicht abgesprochen wurde. Dem Vernehmen nach sieht das Bistum Mixas Zusammenarbeit mit Michael Stahl sehr kritisch, da der Geschäftsmann aus dem baden-württembergischen Bopfingen eng mit dem sogenannten Missionswerk Karlsruhe zusammen arbeitet. Das Missionswerk verlegt seine Bücher, sein Team referiert in der "Christus-Kathedrale", dem pompösen Bau des Missionswerks. Dieses bezeichnet sich selbst als "überkonfessionelle christliche Freikirche und Stiftung mit internationaler Sozialarbeit" und wird von einer "gemeinnützigen Missionsgesellschaft mbH" betrieben.
Hinter der GmbH steckt eine Familie, die seit mehreren Generationen im Namen des Herrn tätig ist. Der Weltanschauungsbeauftragte des Erzbistums München-Freising, Axel Seegers, bezeichnet das Missionswerk als "evangelikales" Unternehmen, dessen Gründer einst durch Heilungs-Gottesdienste bekannt wurde. Inzwischen konzentriert sich die GmbH mehr auf den Vertrieb von heilbringenden Medien.
Nicht minder geschäftstüchtig ist Michael Stahl: Pünktlich zu Mixas 70. Geburtstag und zum Start der Tournee will er ein Buch mit dem Titel "Nie allein - und ob wir schon wanderten im finsteren Tal" veröffentlichen. Hat Mixa eine adäquate Aufgabe gefunden, die einem emeritierten Bischof angemessen ist? Oder lässt er sich in seinem ungebremsten Drang in die Öffentlichkeit vor den Karren von Menschen spannen, die mit ihm Geld verdienen wollen? Diese Frage wird das Domkapitel am Dienstag erörtern - und danach wohl nach Rom berichten.
Der Kontakt zwischen Mixa und Stahl kam bei einer Weihnachtsfeier in der Selbstverteidigungsschule zustande. Dies berichtet Wolfgang Woppmann, der Pfarrer von Gunzenheim im Bistum Eichstätt, wo Mixa neuerdings wohnt. Woppmann hat den Kontakt nach eigenen Angaben vermittelt, Stahl habe Mixa als Ehrengast eingeladen. Im Anschluss an die Feier seien die Pläne für das Projekt geschmiedet worden, so Woppmann. Die Vortragsreise soll unter dem Motto "Nie allein, das Leben hat einen Sinn" den gesamten deutschsprachigen Raum umfassen.
Helmut Mangold, der Vorsitzende des Augsburger Diözesanrates, nahm Mixas neue Pläne fassungslos zur Kenntnis: "Ich bin schockiert, Bischof Mixa sollte sich unbedingt zurückhalten."
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(SZ vom 22.1.2011/wib)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Die neueste Antwort
Da berichtet die SZ einen ganzen Artikel lang über Pläne, die gar nicht existieren, und dann zeigt man auch noch Mixa mit dem Personenschützer und einem Buch. Soll das vielleicht die stahlsche Veröffentlichung sein? Aber nicht doch - dass der Bodyguard auch noch die Bibel selber geschrieben haben soll, das möchte wohl nicht einmal die SZ ihren leichtgläubigen Lesern weismachen. Warum aber dann dieses Bild? Rätsel über Rätsel!
Die Krimtataren, auch "Umgesiedelte", kehren langsam wieder heim. Sie haben Ihre Identität gewahrt und ihre Heimat wieder gefunden.
Herr Mixa stammt ja aus Schlesien (?), zumindest einem Ostgebiet.
Und jetzt wird derjenige Papst im Hauruck-Verfahren heilig gesprochen, der eine Rückkehr von Sudeten etc endgültig ausgeschlossen hat. Die absoluten Treueeide katholischer Würdenträger, dagegen ist die Fremdenlegion ein Mädchenpensionat ......
Das ist doch schon lange klar! Den Medien wurde ja vorgeworfen Mixa-Bashing betrieben zu haben, dabei war er es, der immer wieder die Presse auf sich aufmerksam machte.
Er will Mittelpunkt sein, und ich glaube immer weniger, dass es ihm um das Christentum geht. Wenn er sich nun auch noch einem offensichtlich sehr militanten Evangelikalen anschließt, der mit seinem Namen Kohle machen will, dann wird doch immer klarer, dass Mixa gewiss nichts vom Schweigen und der inneren Einkehr hält, geschweige denn zeigt er damit Reue!
kann wohl ohne Schlagzeilen nicht leben? Von wegen bescheidener Diener der Kirche.
Vorträge?
Ich dachte er gibt mit Käßmann einen Weinführer raus. Vorwort von Schröder aka. "Der Beifahrer". Hat Springer doch nicht gewollt?
Dann halt Vorträge. Ob er wohl über seine De'Sadschen Verzückungen beim malträtieren der entblößten Unterleibe fünfjähriger Kleinkinder spricht? Dass er nit seinem ehemaligen Bodyguard reist, dürfte wohl eine seiner besseren Entscheidungen sein. Aber wird einer reichen?
Paging