SZ: Sicher immer hochwillkommen, so wie Stoiber.

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Huber: Genau. Wieso haben Sie da Zweifel? Viele Bundestagsabgeordnete unterstützen mich jetzt schon, und die anderen werden das künftig loyal tun. Ich werde jedenfalls häufig bei der Landesgruppe sein. Ich kenne den Peter Ramsauer lange und die anderen Mitglieder auch. Ich fliege ja nicht von einem anderen Stern ein. Ich komme aus der Mitte dieser Partei.

SZ: Die Gastfreundschaft der Landesgruppe ist eine ganz besondere. Da ist man freundlich, wenn der Gast da ist. Und wenn er weg ist, heißt es: Eigentlich können die es in München nicht, wir sind da schon die Schlaueren.

Huber: Dass gelegentlich Scherze gemacht werden, weiß man natürlich. Aber ich habe keinen Zweifel, dass ich als Parteichef auch in der Landesgruppe positiv aufgenommen werde.

SZ: Ein Landesminister als Parteichef, ist das nicht arg wenig? Müssten Sie nicht zumindest Fraktionschef im Landtag werden? Dann wären Sie unabhängiger von Beckstein.

Huber: Was ich in der Landespolitik in den nächsten zwei Jahren mache, wird sich bei der Regierungsbildung entscheiden. Ich bin da offen für verschiedene Funktionen. Wir werden das so gestalten, dass es wenig Friktionen gibt.

SZ: Das heißt, es muss nicht unbedingt ein Ministeramt sein?

Huber: Ich bin nicht fixiert auf ein bestimmtes Amt. Das kann in der Staatsregierung oder sonst eine Funktion sein.

SZ: Also werden Sie CSU-Fraktionschef?

Huber: Ich bin da offen. Wir werden das miteinander entscheiden. Ich bin mir mit Günther Beckstein einig, dass wir als Doppelspitze das Miteinander pflegen. Da braucht keiner Angst zu haben vor einem Nase-vorn-Spiel.

SZ: Werden Sie als neuer CSU-Chef einen Generalsekretär aus der Berliner Landesgruppe berufen oder wollen Sie weiter mit Markus Söder arbeiten?

Huber: Markus Söder hat gute Arbeit gemacht als Generalsekretär. Es ist kein Geheimnis, dass Markus Söder bereit ist, in das bayerische Kabinett einzutreten. Ich werde erst nach der Regierungsbildung dem Parteivorstand einen Vorschlag unterbreiten. Es gibt wenige in der CSU, die die Stellenbeschreibung für den Generalsekretär so gut kennen wie ich.

Es kommt auf die Persönlichkeit an, auf Kommunikationsfähigkeit, auf Organisationstalent, auf Kreativität. Ich habe fünf Namen im Kopf, da sehen Sie, wie groß die Auswahl ist.

SZ: Warum wäre denn Ihr Konkurrent Horst Seehofer der bessere Parteichef?

Huber: Diese Gedanken mache ich mir nicht. Der Parteitag entscheidet darüber, wie der Weg des Erfolgs am besten fortgesetzt werden kann. Mein Vorteil ist sicher, dass ich aus der Mitte der Partei komme und sie gut kenne.

SZ: Das spricht für Sie. Aber was spricht für Seehofer?

Huber: Natürlich hat er herausgehobene Fähigkeiten, um unsere Politik zu vertreten. Er ist ein exzellenter Kenner der Sozial- und Agrarpolitik. Die CSU kann und darf auf einen solchen Leistungsträger nicht verzichten. Ich habe deshalb schon in Wildbad Kreuth den Kontakt zu ihm gesucht und gesagt, dass ich kandieren und einen sauberen Wahlkampf führen will und im Falle meiner Wahl die Position der Bundesminister nicht antasten werde.

SZ: Das heißt, Sie werden ihn bei diesem Parteitag zum ersten Mal selbst mitwählen - als Ihren Stellvertreter?

Huber: Ich habe Horst Seehofer schon so oft gewählt. Aber im ersten Wahlgang werde ich ihn diesmal nicht wählen. Aber im zweiten dafür mit Überzeugung.

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(SZ vom 25.9.2007)