Es roch nach Bier, Mandeln und menschlichen Ausscheidungen. Die Jubiläumswiesn war ein Fest der Gegensätze. Sie hat alles geboten: strahlende Tage, Nostalgie pur - aber auch brutale Gewalt und viele sehr junge Betrunkene.
Es ist Montagmittag, ein strahlender Abschlusstag, und vor dem Eingang zur historischen Wiesn im Südteil des Festgeländes drängeln sich die Besucher: Schulkassen aus der Region, Trachtler aus ganz Bayern, Familien mit Kindern und viele Münchner, die es gerne etwas weniger grell und laut und voll haben. Mit nostalgischer Sehnsucht allein ist der Erfolg dieser einmaligen Veranstaltung nicht zu erklären, auch wenn hier die Wiesn wie ein zivilisierter Gegenentwurf zum Bierzeltwahnsinn wirkt - mit Pferderennbahn, historischen Fahrgeschäften und anderen charmanten Lustbarkeiten.
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Aus is'! Das Oktoberfest geht zu Ende - natürlich ist es auch am letzten Wiesntag voll. (© dpa)
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Das alte München, das man noch von verblassten Schwarz-Weiß-Postkarten zu kennen glaubt, manifestiert sich etwa im Herzkasperlzelt, wo man Manns genug ist, sogar ein wenig Geist auf die Besucher einwirken zu lassen, etwa mit einem sehenswerten Kabarettprogramm.
Mehr als eine halbe Million Menschen haben die historische Wiesn besucht. Ein Erfolg, der auch Oberbürgermeister Christian Ude ein wenig nachdenklich stimmt. Das liegt nicht nur daran, dass Ude bei der abschließenden Pressekonferenz am Montag eine eindrucksvolle Unterschriftenliste mit 22.000 Unterzeichnern in die Hand gedrückt bekommt, mit der Forderung, die Stadt möge bitte alles dafür tun, dass diese Veranstaltung künftig ein fester Bestandteil des Oktoberfests werde.
Der Oberbürgermeister hat wohl selbst auch gespürt, wie die Wiesn sein könnte, wenn sie wieder etwas bayerischer, etwas münchnerischer wäre: So gelassen und entspannt würde man gerne öfter feiern auf der Theresienwiese. "Es ist schon beachtlich, wie viele ältere Münchner ein paar Euro Trinkgeld zahlen, damit sie einmal die Wiesn ohne textile Entgleisungen erleben können", sagt der OB, dem der Besuch in der ZDF-Sendung "Wetten, dass...?" in der Olympiahalle noch immer in den Knochen steckt: Eine vierstündige Trachtenshow mit reichlich Promi-Dirndl-Quark muss man erst mal verarbeiten.
Abgesehen von solchen gottschalkhaften Übertreibungen war es eine relativ normale Wiesn, nicht mehr und nicht weniger verrückt als das Oktoberfest der Jahre 2005 bis 2009, obwohl das Interesse der Medien vielleicht noch nie so extrem war wie im Jubiläumsjahr.
Man kann sich zwar völlig zu Recht darüber echauffieren, dass vor allem an den Samstagen ein Besuch auf dem Oktoberfest alptraumhafte Züge annimmt, weil man ständig Gefahr läuft, im Strudel der Massen mitgerissen zu werden, ohne jemals ein Bierzelt oder ein Fahrgeschäft von innen zu sehen. Aber auch dieser Ansturm am Wochenende ist kein wirklich neues Phänomen - ebenso wenig wie die reflexartige Antwort der Stadt, man möge doch bitte die Mittagswiesn unter der Woche nutzen, weil man dort als Einheimischer noch bequem einen Platz im Zelt finde.
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Ich war zweimal kurz auf der Wiesn, hab alles schön hinterlassen. Was man von den Touristenströmen, die sich direkt vor unserem Haus vorbeiwälzen, nicht behaupten kann!!!
Und überhaupt, bleed daherredn is net, gell?
Bleeda Lackl !!!!
Sche war's die Wies'n, auch dieses Jahr wieder und gmeckert wird immer, man muss bloss amal die Augen für die schönen Dinge aufmachen, aber des können die meisten in diesem Miesmacherland ja nimmer, armes Deutschland, gfrei mi scho auf's nächste Jahr :-)
Wie naiv sind Sie eigentlich? Die Stadt muss so schon kräftig Euro beisteuern und da verlangen Sie - wie selbst gesagt Wiesngänger - Kostenübernahme für Reinigung Ihrer Straße. Nehmen Sie mal den Besen selber in die Hand, denn wer Vergnügen hat, der sollte bei den Folgen nicht so kleinlich sein.
War vor 2 Jahren das letztemal da und war entsetzt über Scherben von Maßkrügen, betrunkenen Jugendlichen, am hellichten Tag, Dreck und um 11 Uhr war kein reinkommen in ein Bierzelt.Die Schönrederei von Weishäupl und Co. ist nur bla bla.Leider gehts halt um sehr viel Geld, dem wird alles untergeordnet.
Schön wars, die Wiesn, bis auf eins: Noch NIE sind mir so viele jugendliche Besoffene aufgefallen! Ich wohne in der Nähe und konnte jeden Tag den Strom von besuchern vor unserem Küchenfenster sehen, darunter viele 14-15jährige die schon kräftig am Vorglühen waren.
Die leeren Bierflaschen liegen jetzt natürlich noch überall herum, meist in Scherben. Aber saubergemacht wird hier nie nach der Wiesn, wichtiger ist es wohl daß die Innenstadt sauber ist für die Resttouristen.
Nach so einer Rekordwiesn ist ja vielleicht(!) ein wenig Geld über, um auch den Anwohnern rund um die Theresienwiese den Luxus einer sauberen Wohngegend zugute kommen zu lassen.
Paging