Josef Schuster, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinden Bayerns, hält Mixas Rede für infam.
Die jüngsten Äußerungen des Augsburger Bischofs Walter Mixa lösen auf jüdischer Seite Unverständnis und Verärgerung aus. Josef Schuster, der Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, sieht in Mixas Worten eine gezielte Provokation.
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Josef Schuster, Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern (© Foto: dpa)
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SZ: Was sagen Sie dazu, dass Walter Mixa Abtreibungen mit dem Holocaust vergleicht?
Josef Schuster: Mir verschlägt es die Sprache. Mixa ist nicht der erste katholische Geistliche, der einen solchen Vergleich zieht. Offensichtlich sind einige in der katholischen Kirche nicht in der Lage, aus den Fehlern anderer Würdenträger zu lernen. Joachim Meisner hatte sich wenigstens danach entschuldigt.
SZ: Bischof Walter Mixa hat sich in Dinkelsbühl vom Holocaust-Leugner Richard Williamson distanziert.
Schuster: Aber so, wie Mixa das formuliert hat, ist es schlicht infam: zuerst zu sagen, Piusbruder Richard Williamson sei der Böse, und dann selbst auf vermeintlich elegantere Weise den Holocaust zu relativeren.
SZ: War das ein Ausrutscher?
Schuster: Nein, das war kein Zufall. Ein Bischof ist doch ein Mensch, der einen ausgewiesenen Intellekt hat. Da kommen solche Dinge nicht unüberlegt, sondern sehr bewusst.
SZ: Sollte das aus jüdischer Sicht Konsequenzen haben?
Schuster: Jetzt ist wirklich ein klärendes Wort von den Verantwortlichen der katholischen Kirche in Deutschland nötig - und zwar bald.
SZ: Vielleicht denkt die katholische Kirche in Deutschland ja ähnlich wie Walter Mixa - oder ist Mixa ein speziell bayerisches Phänomen?
Schuster: Es gibt in der Tat Unterschiede auf der bundesdeutschen und der bayerischen Ebene. Anders als im restlichen Deutschland war die Reaktion der bayerischen Bischöfe im Fall Williamson nicht ganz so eindeutig und klar.
SZ: Es ist also aus Ihrer Sicht an der Zeit, dass Erzbischof Marx deutliche Worte findet?
Schuster: Ich bin sehr gespannt. Am Sonntag wird auch in München die Woche der Brüderlichkeit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit eröffnet. Der Hauptredner ist Erzbischof Marx. Ich bin da wirklich sehr gespannt!
SZ: Auf jüdischer Seite gibt es einige, die der Woche der Brüderlichkeit am liebsten fernbleiben würden - wegen der lauen Reaktion im Fall Williamson.
Schuster: Bei der Woche der Brüderlichkeit sind auch die Kreise dabei, die an einem Miteinander der Konfessionen ein Interesse haben. Es wäre also meiner Meinung nach nicht richtig, sie zu boykottieren. Nur, wir erhoffen uns vom Vorsitzenden der bayerischen Bischofskonferenz deutliche Worte - gerade auch im Fall Mixa.
(SZ vom 28.02.2009)
Gewalt in Syrien
Die neueste Antwort
"Wenn jemand ermordet wird, dann geschieht das immer gegen den Willen des Ermordeten."
Richtig. Da es im Wesen des Menschen liegt, leben zu wollen, liegt hier nichts anderes vor. Ich jedenfalls habe noch nie von einem Fötus gehört, der sich ausdrücklich für seine Ermordung ausgesprochen hat. Insofern kann man getrost davon ausgehen, dass die abgetriebenen Kinder leben wollten, deren Ermordung also gegen ihren Willen geschah.
"Glauben Sie nicht, dass die Frauen, die sich gegen ihr Kind entschieden haben ihr Leben lang damit zu kämpfen haben"- Ob die Frauen damit zu kämpfen haben, sei dahingestellt und ist eine ganz andere Frage. Tatsächlich geht es jedoch um das Lebensrecht des Menschen im Körper der Frau. Im übrigen hätten die Frauen das angesprochene Problem nicht, wenn sie sich für das Leben des Menschen entschieden hätten. Die Perversität in unserer Gesellschaft ist doch die faktische Entscheidungsfreiheit der Frau über das Lebensrecht des Kindes.
"Übrigens: Die meisten Menschen sterben, weil ihr Leben zu Ende geht ... haben Sie dafür schon einen Schuldigen gefunden?" Die Tatsache, dass der Tod am Ende des Lebens steht, begründet keine Suche nach Schuldigen. Wohl aber, wenn der Tod durch den mörderischen Eingriff durch Dritte bereits am Beginn des Lebens steht.
was er hier und sonst zum besten gibt zihlt offenbar stets darauf hinaus , seinen Landsleuten das schlechte Gewissen zu erhalten, damit der G-fluss nicht versiegt.
wollte er doch seiner Empörung wegen der staatl. geförderten Abtreibung Raum geben!
Staatlich gefördert? Ist mir da die Abtreibungsprämie entgangen?
Wie beschwerde sich Gerhard Polt als Fischereivorstand: "Während sich die ganze Welt über Darfur aufregt veranstalten hier am Chiemsee Kormorane tagein, tagaus ein Fischmassaker."
Bischof Mixa ist für diesen Vergleich nicht zu kritisieren, wollte er doch seiner Empörung
wegen der staatl. geförderten Abtreibung Raum geben! Mit dem Vergleich mit einem
anderen Massenmord, dem Holocaust, der auch eine hohe "Empörungsschwelle"
hervorruft, ist dies gelungen.
Die Äußerungen gegen Mixa sind indiskutabel, gleich ob sie von jüdischen oder nicht=
jüdischen Deutschen stammen!
Wenn jemand ermordet wird, dann geschieht das immer gegen den Willen des Ermordeten.
Das beinhaltet der Begriff Mord.
Glauben Sie nicht, dass die Frauen, die sich gegen ihr Kind entschieden haben ihr Leben lang damit zu kämpfen haben ... Glauben Sie diesen Frauen ist geholfen wenn sie von Ihnen und Ihrem Militär- und Kriegsseelsorger als Mörderinnen hingestellt werden ?
Und eine letzte Frage: Glauben Sie, dass Sie durch Ihr "verständnisvolles" Verhalten auch nur eines dieser Kinder wieder lebendig machen?
Übrigens: Die meisten Menschen sterben, weil ihr Leben zu Ende geht ... haben Sie dafür schon einen Schuldigen gefunden?
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