Zunehmend verlangen Politiker härteren Strafen für Ekelfleisch-Händler. So soll den Betreffenden auch die Gewerbeerlaubnis entzogen werden dürfen.

Nach dem jüngsten Ekelfleisch-Skandal in Bayern mehren sich die Rufe nach härteren Strafen für kriminelle Fleischhändler und deren Abnehmer. Die frühere Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) forderte am Dienstag im ARD-"Mittagsmagazin" den Entzug der Gewerbeerlaubnis für Unternehmer, die Schlachtabfälle oder anderes ungenießbares Fleisch im Umlauf bringen.

(© Foto: dpa)

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Der bayerische CSU-Fraktionschef Joachim Hermann verlangte, auch Gastronomen die Lizenz zu entziehen, wenn sie ihren Kunden wissentlich Ekelfleisch anbieten.

Derweil brachten die bisherigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft noch keine konkreten Erkenntnisse über eine Ausweitung des Ekelfleisch-Skandals hinaus. "Ich kann derzeit keine Namen und Firmen über Wertingen hinaus nennen", sagte Oberstaatsanwalt Johann Kreuzpointner der Deutschen Presse-Agentur.

Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden von einem Händler aus dem schwäbischen Wertingen bis zu 180 Tonnen Fleischabfälle zu lebensmitteltauglicher Ware umetikettiert und nach Berlin verkauft.

In Berlin alle auf Tauchstation

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Künast sprach sich auch dafür aus, bereits straffällig gewordenen Fleischhändlern keine Lizenz mehr zu geben. Der geständige Tatverdächtige aus Wertingen war bereits Anfang 1990 im Zusammenhang mit Fleischmanipulationen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Auch die CDU-Abgeordneten Ursula Heinen und Peter Bleser verlangten "weitere Maßnahmen", um Kriminellen in der Fleischbranche die Grundlage zu entziehen. Bundesernährungsminister Horst Seehofer (CSU) hält dagegen die bestehenden Strafen für ausreichend.

Der bayerische CSU-Fraktionschef Herrmann, forderte ebenfalls härtere Sanktionen. Kritik, die Kontrollen in Bayern seien nicht streng genug, wies er zurück. "In Berlin ist doch auch nur Schweigen. Die gehen alle auf Tauchstation."

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(dpa)