Bischof Mixa führte ein schwieriges Bistum - oder löste er selbst die Probleme aus? Laienvertreter Helmut Mangold über die Lage in Augsburg.
Helmut Mangold ist Vorsitzender des Augsburger Diözesanrates, der Vertretung der Laien im katholischen Bistum.
Helmut Mangold, Vertreter der Laien im Bistum Augsburg (© Foto: oh)
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sueddeutsche.de: Was halten Sie vom Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs Walter Mixa?
Helmut Mangold: Es ist logisch und konsequent - vor allem, nachdem der Münchner Erzbischof Reinhard Marx und der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, den Druck bis zum Äußersten gesteigert haben. Normalerweise läuft so etwas ganz anders: Man setzt sich im kleinen Kreis zusammen - danach erklärt der Betroffene seinen Rücktritt. Dass ein Bischof von anderen Bischöfen zum Rücktritt gedrängt wird, ist höchst ungewöhnlich. Ein solcher Vorgang wäre auch in der Wirtschaft bemerkenswert.
sueddeutsche.de: Warum hat Walter Mixa so lange gezögert?
Mangold: Er hängt an dieser Position. Walter Mixa ist Bischof - oder zumindest Amtsträger - mit Leib und Seele. Dass er dieses Amt jetzt aufgeben muss, schmerzt ihn sicher bis ins Tiefste seiner Seele.
sueddeutsche.de: Noch am Mittwoch, einen Tag bevor sein Brief an den Vatikan bestätigt wurde, haben Sie vor einer Amtspause Mixas gewarnt. Warum?
Mangold: Meine Forderung war von Beginn an, dass die Aufklärung der Vorwürfe oberste Priorität haben muss. Und meine Befürchtung war, dass diese in den Hintergrund gerät, wenn der beschuldigte Bischof seine Karenzzeit in einem italienischen Kloster absitzt und nicht mehr präsent ist.
sueddeutsche.de: Befürchten Sie das jetzt auch?
Mangold: Ja, das wird passieren. Schließlich geht es nicht um strafrechtlich relevante Vorgänge, die ganze Debatte ist eine moralische. Ich habe meine Zweifel, ob sich nun, nach dem Rücktritt von Bischof Mixa, noch jemand für eine lückenlose Aufklärung einsetzt. Doch wenn wir nicht an die Öffentlichkeit gehen und sagen: "genau so war es" - dann bleiben Zweifel, die Übelmeinende zu Spekulationen anregen.
sueddeutsche.de: Was werfen Sie Bischof Mixa vor?
Mangold: Vor allem seinen Umgang mit den Vorwürfen. Die Geschehnisse, um die es geht, haben sich vor Jahrzehnten zugetragen, um die geht es gar nicht so sehr. Doch Mixa blieb während er ganzen Debatte viel zu sehr im Hintergrund. Er hätte wesentlich früher und persönlich Stellung beziehen und sich entschuldigen müssen.
sueddeutsche.de: Was sollte nun passieren?
Mangold: Wir brauchen möglichst schnell einen neuen Bischof. Ich wünsche mir, dass sich der Papst nicht wieder ein Jahr Zeit lässt, diesen Posten neu zu besetzen.
sueddeutsche.de: Wen wünschen Sie sich als Nachfolger für Bischof Mixa?
Mangold: Natürlich habe ich Favoriten, aber Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich keine Namen nenne. Nur so viel: Er sollte aus der Diözese Augsburg stammen. Wichtig ist, dass er geistliche Managementqualitäten mitbringt und in der Lage ist, dass Vertrauen, das bei vielen Christen unserer Gemeinden verlorengegangen ist, wiederherzustellen.
sueddeutsche.de: Warum ist Ihnen so wichtig, dass der neue Mann aus der Diözese kommt? Ist so ein Neuanfang überhaupt möglich?
Mangold: Nur so ist ein Neuanfang möglich. Kommt jemand von außen, braucht er Monate, um die manchmal nicht ganz einfachen Zusammenhänge in unserer Diözese zu durchschauen.
sueddeutsche.de: Die Diözese Augsburg gilt als schwierig. Warum?
Mangold: Sie ist durch alle Gremien hindurch tief gespalten. Die Priesterschaft, die Pfarrgemeinderäte, die Gläubigen - überall stehen sich Mixa-Kritiker und Leute, die dem Bischof gegenüber sehr loyal sind, gegenüber. In den vergangenen Tagen hat die Zahl der Kritiker rasant zugenommen.
sueddeutsche.de: Zu welcher Gruppe gehören Sie?
Mangold: In meiner Amtseigenschaft als Diözesanratsvorsitzender ist mir Loyalität mit dem Bischof sehr wichtig. Ich habe Mixa auch als guten Gesprächspartner und angenehm in der Zusammenarbeit erlebt, deswegen werden Sie von mir keine pauschale Kritik hören. Dennoch bewerte ich ihn differenziert.
sueddeutsche.de: Ist Bischof Mixa ein Verlust für die Diözese Augsburg?
Mangold: Wir verlieren einen Seelsorger, der hohes Ansehen bei den Gläubigen genießt und ein hervorragendes Verhältnis zu seiner Gemeinde hatte. Trotzdem hoffe ich, dass nun vieles besser wird.
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(sueddeutsche.de/jja)
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... schmerzt ihn sicher bis ins Tiefste seiner Seele." Das schmerzt mich jetzt aber sehr. Sind wir schon soweit ein Bedauern über den Jobverlust von ihm auszusprechen obwohl der dadurch kommt weil er Kinder geschlagen hat, viel Geld einer Waisenhausstiftung (!!!) veruntreut hat und am Anfang noch gelogen hatte? Sorry, das Wort Mitgefühl mit dieser Person befindet sich bei mir irgendwo weit weg wie der Mond.
aus dem unsäglichen "Medienberater" Dirk Voß, der mit seinen peinlichen Presseerklärungen einen nicht unerheblichen Anteil an dem vollkommenen Integritätsverlust Mixas hatte?
Was noch gar nicht angesprochen wurde: Wo immer Mixa tätig wurde, stieg der Zulauf zu den Priesterseminaren an (sicher waren die Priesterkandidaten nicht lauter Masochisten, die sich nach des Bischofs Teppichklopfer gedrängt haben). Das mag so manchem Zeitgenossen, der die Kirchtürme lieber durch Bankentürme ersetzen würde, gegen den Strich gegangen sein.
Bitte nehmen Sie auch den Dialog mit den Opfern auf!
so schlimm ist es auch nicht, das größte problem ist wohl für mich der verzicht auf die schönste nebensache der welt.
aber bei diesem einkommen trotzdem überlegenswert.
Paging