Die Woche Held der Woche

Stadtrat Willi Dürrnagel ist mehr als umtriebig und weiß über Würzburg alles, was man wissen muss - und mehr.

(Foto: privat)

In Würzburg ist es so: Will man was wissen, dann besucht man entweder die Universitätsbibliothek, das Staatsarchiv oder gleich die Sammlung Dürrnagel. Wobei letztere in allerlei historischen Detaildisziplinen am besten sortiert ist, allerdings den Nachteil hat, dass sie nur dann zugänglich ist, wenn auch der Hausherr - der Stadtrat Willi Dürrnagel - daheim ist. Was nicht so oft vorkommt: Wenn der Begriff Faktotum irgendeinen Sinn hat, dann zur Beschreibung dieses Würzburger Stadtrats. Faktotum ist eingedeutscht das "Mädchen für alles", das trifft auf Dürrnagel offenkundig nicht zu. Oder auch der "Hansdampf in allen Gassen", was zwar etwas geringschätzig klingt, aber relativ nahe rankommt an Dürrnagel - insbesondere, was die Gassen betrifft. Der 71-Jährige war mal Postbeamter, legt bis heute eine bewunderungswürdige Kondition an den Tag und soll bei seinen historischen Stadtführungen angeblich schon an drei Stellen Würzburgs gleichzeitig gesehen worden sein. Ein Gerücht sicher, aber weiß man's? Dürrnagel dürfte auch einer der wenigen, nun ja, Parlamentarier Deutschlands sein, die bereits vier verschiedenen Fraktionen angehört haben. Derzeit ist er, einen Moment bitte, ah: Mitglied bei der CSU. Was aber überhaupt nichts zu sagen hat, Dürrnagel ist Dürrnagel, das ist Bestimmung genug. Als solcher hat er nun den Antrag von OB Christian Schuchardt (CDU), man möge den Main für die Zeit der Landesgartenschau in "Würz-Main" umbenennen, zum Unsinn erklärt. Hat den Antrag gestellt, man solle das von der Tagesordnung nehmen. Und fast alle sind ihm gefolgt. Im "ARD-Morgenmagazin" hatte ein Moderator zuvor spekuliert, die Stadt müsse doch wohl an der Würz liegen. Das war kurz lustig, der OB-Antrag war es nicht. Sagt Dürrnagel. Und der weiß so was.