Die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg, sagt Kulzer, stehe als Filmszenerie auf einer Stufe mit Prag und Florenz: "Der historische Look ist absolut authentisch, das ist wie eine Zeitreise hier." Für die "Drei Musketiere" geht die Zeitreise ins Paris des 17. Jahrhunderts, draußen auf der Brücke entsteht unter kahlköpfiger Aufsicht aus Holz und Pappmasché das Haus von D'Artagnan und seinen Fechtkollegen. Bloom gibt den Herzog von Buckingham, er ist an diesem Set entbehrlich.

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Oben auf dem Domberg wird im Hof des alten Bischofssitzes eine Kampfszene gedreht, das Porthos-Double vermöbelt rund zwanzig Schergen Kardinal Richelieus mit Wasserkübeln. Die Kübel sind aus schädelschonendem Sperrholz, vor jedem Take werden sie mit Sekundenkleber geflickt. Interessierte Bamberger und Italiener bekommen von all dem nichts mit, sie stehen draußen vor den Mauern der Alten Hofhaltung und fotografieren notgedrungen Sicherheitsmänner, hübsch kostümierte Statisten und Pferde beim Pausensnack.

Immerhin lässt sich auch das Stuntdouble von Orlando Bloom blicken, er sieht dem Original ausreichend ähnlich, um zwei dreizehnjährigen Mädchen die bis dahin mühsam gewahrte Fassung zu rauben. Der falsche Bloom bleibt dann auf dem Weg zum Set mit dem aufgespannten Regenschirm in einer Tür hängen, nicht auszudenken, welche Weiterungen die Sache gehabt hätte, wenn sie dem echten widerfahren wäre.

Produzent Kulzer hat sich vor dem Bamberger Regen unter ein Zeltdach geflüchtet, er erzählt von den Satellitenschüsseln, die man selbst in der Top-Filmstadt Bamberg noch nachträglich aus dem Bild "radieren" müsse. Neben Bamberg wird das 350-köpfige Musketier-Team auch in Würzburg Station machen, das ebenfalls als Paris posieren darf. Burghausen ist als Provinz Gascogne gebucht, München wird sich in Gestalt des Schlosses Schleißheim als Venedig versuchen.

Mitte November soll dann im Studio Babelsberg die letzte Klappe fallen. Bis dahin wird sich zwangsläufig auch Orlando Bloom höchstselbst das eine oder andere Mal vor die Kameras bemühen müssen. Bei einem eintägigen Dreh im nahen Pommersfelden, hört man, soll er zugegen sein. Den genauen Termin, sagt Robert Kulzer, habe er leider gerade nicht im Kopf.

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(SZ vom 1.9.2010)