Bayerns künftiger Ministerpräsident Horst Seehofer will völlig neu anfangen. Doch erst fordert er Klarheit bei der BayernLB.
Wenn sich CSU und FDP derzeit zu ihren Koalitionsverhandlungen treffen, gibt es bei der CSU eine klare Aufgabenteilung: Der Chef ist unbestritten der designierte CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident Horst Seehofer.
Bild vergrößern
Horst Seehofer will reinen Tisch machen. Doch dazu braucht er seine Vorgänger, denen er gerne alles Missliche zuschreibt. (© Foto: ddp)
Anzeige
Doch am Tisch sitzt einer, der dem Chef intensiv zuarbeitet: Erwin Huber, Finanzminister und als jahrelanger Leiter der bayerischen Staatskanzlei mit allen Politikfeldern vertraut.
Geht es um den Donauausbau, hat er alle Beschlüsse des Landtags parat, geht es um die Regionalschule, weiß er, mit welchem Argument man das abgelehnt hat. "Dieser Mann hat ein unglaubliches Herrschaftswissen", sagt einer der Verhandler. "Auf den kann Seehofer kaum verzichten."
Mühlenstein BayernLB
Huber, der nach der Landtagswahl vor dem politischen Aus stand, ist nun wieder das, was er unter Edmund Stoiber jahrelang war: der Mann, der weiß, wo die Schlüssel zu jeder Kammer der Regierungszentrale hängen.
Doch es könnte sein, dass Huber dennoch bald mehr zur Belastung als zur Hilfe für Seehofer wird: Wie ein Mühlstein hängt die angeschlagene Bayerische Landesbank an ihm.
Und schafft es Huber nicht, in den nächsten zwei Tagen ein Konzept zur Rettung der Bank zu schnüren, könnte ihn der Mühlstein auch vom Stuhl des bayerischen Finanzministers ziehen. Herrschaftswissen hin oder her.
Wie der neue Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns schreibt auch Seehofer im Unternehmen Staatsregierung alles Missliche den Vorgängern zu, der "alten Regierung", wie Seehofer das nennt. Immer wieder spricht er vom "Neuanfang". "Mir kommt der schon vor wie ein Kandidat für die unbefleckte Empfängnis", sagt ein Verhandler.
Seehofer will reinen Tisch machen. Und Finanzminister Huber will nun nicht mehr den gleichen Fehler machen wie im Februar: Da hatte er brav geschwiegen, weil die Banker nicht mit ihren Zahlen herausrücken wollten.
Als am Wochenende bekannt wurde, dass die Bank drei bis fünf Milliarden Euro Hilfe nötig hat, hat Huber sofort den Abruf der Bundeshilfen als Instrument ins Spiel gebracht - und hat damit für die erste Bank in Deutschland den Finger gehoben.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Die neueste Antwort
LOL!!! Der war gut. Vielen Dank für die schöne Definition.
Ich denke, "niedriges Gestrüpp" trifft es am besten... :-)
er ist untragbar in einem neuen Kabinett.
Sein Geeiere zur Pendlerpauschale, seine Verschleierungstaktik bei der Landesbank, seine grandiose Wahlkampfstrategie, die Zugehörigkeit zu den Verschwörerern...
Es ließe sich sicher noch mehr finden, um ihm das Heimfahren nach Reisbach zu erleichtern und ein paar schöne Tage mit den Enkeln im Bayern-Park zu wünschen. Wenn auch nicht auf der A94 durchs malerische Isental. Aber als guter Finanzminister wäre ihm ohnehin aufgegangen, dass diese Trasse zu teuer ist.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Wenn es die CSU mit einem Neuanfang wirklich ernst meint, dann muss sie sich zu allererst von dem seit Jahrzehnten völlig überschätzten Erwin Huber trennen - und zwar radikal.
Ausser hochgradigem A..kriechen gegenüber seinem jeweiligen Chef, arroganter Beleidigung politisch Andersdenkender und intregantem Machtschachern bis hin zum "Königsmord" kann dieser Mann nichts.
Seine angebliche finanzpolitische oder sonstige politische Kompetenz beruht weitgehend auf der nachahmenden Huldigung (Schleimen) seiner Günstlinge und Stammtischanhänger sowie auf der Dankbarkeit seiner Chefs (Strauß, Waigel, Stoiber), dass er ihnen als Wadlbeisser jahrelang die Drecksarbeit abgenommen hat.
Wer diesen Alleswisser im Kabinett hat muss sich nicht wundern, wenn er bald gar nichts mitkriegt. Meine Prognose: Landesbank 12 - 14 Milliarden im Sand, Notfusion mit den Schwaben, FDP geht innerhalb eines Jahres von der Fahne.
Wenn der Sparkassenchef jetzt schon aus "der Partei" austritt, sagt das eigentlich alles. In der Sparkasse konntest du ohne CSU-Parteibuch nix werden, jetzt verlassen die Ratten das sinkende Schiff, werden wahrscheinlich "freie Wähler", die bayerische Politik hat langsam Bordellcharakter angenommen, wie in Österreich. Es fehlt bei uns nur noch so ein Früchtchen wie der Haider, dann grüßen sie hier wieder ganz zackig.
Paging