Debatte beim Parteitag CSU-Mitglieder empören sich über höhere Beiträge

CSU-Chef Horst Seehofer steht nach seiner Rede auf dem Parteitag auf der Bühne - auf der Leinwand sieht man die applaudierenden Delegierten.

(Foto: dpa)

Der Wahlkampf steht an - und wird wohl teuer. Deshalb steigt der Beitrag für die CSU-Mitgliedschaft um acht Euro.

Von Lisa Schnell

Bundeskanzlerin Angela Merkel kam nicht, die Rede von Horst Seehofer war eher versöhnend - und doch ist beim CSU-Parteitag am Freitagabend noch eine kleine Empörungswelle aufgewallt. Ausgelöst wird sie nicht durch die Debatte um die Flüchtlingspolitik. Aufgewühlt hat die Delegierten vielmehr eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags.

70 Euro und damit acht Euro mehr als bisher sollen alle Parteimitglieder zahlen. Etwa je 13 Euro sollen an die Orts- und Kreisverbände gehen, 35 Euro aber an den Landesverband, der Rest an den Bezirksverband und die Bundeswahlgeschäftsstelle. Der Delegierte Siegfried Ziegler aus Landshut war mit der Verteilung des Geldes aber gar nicht einverstanden und stellte einen Änderungsantrag.

Die Basis stehe Tag für Tag in der Verantwortung, meinte Ziegler. "Wir sind die, die die Fahne der CSU hochhalten", sagte er. Als Anerkennung für die Leistung der Basis fordert er 15 Euro für die Ortsverbände und nur 33 Euro für die Landesleitung. CSU-Schatzmeister Thomas Bauer bat ihn, keine Verteilungsdebatte anzufangen, denn dann könne man sich nur "zerfleischen".

Generalsekretär Andreas Scheuer warb um Verständnis. Die Landesleitung müsse immer größere und teure Veranstaltungen stemmen, die ja auch der Basis nützen würden. Auch die bevorstehenden Wahlen würden sehr viel Geld kosten. Im Leitantrag hieß es denn auch: "Das ist die denkbar größte finanzielle Belastung für eine Partei."

Dennoch war die Abstimmung am Ende so knapp, dass noch einmal ausgezählt werden musste. Als die Delegierten am Ende doch für die Beitragserhöhung stimmten, ertönten Pfiffe aus dem Saal.

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