Dank Leifheit-Spende Garmisch-Partenkirchen fördert Robotik-Projekt

Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen will bis zu zehn Millionen Euro aus dem Erbe des Unternehmer-Ehepaars Leifheit in den Aufbau eines "Geriatronik"-Forschungszentrums stecken. Dies hat der Gemeinderat am Mittwoch beschlossen. Das Vorhaben des renommierten Robotik-Professors Sami Haddadin wäre das erste Projekt, das aus der 57 Millionen Euro schweren Leifheit-Erbschaft unterstützt wird.

Das Paar hatte seinen Lebensabend in Garmisch und Lugano verbracht und einen großen Teil seines Vermögens in eine Stiftung eingebracht. Nach dem Tod von Günther Leifheit 2009 sollte es zu einem Zehntel an den Kanton Tessin und zu 90 Prozent nach Garmisch-Partenkirchen gehen - mit der Auflage, das Geld zum Wohl alter und pflegebedürftiger Menschen auszugeben. Dafür hat die Gemeinde eine gemeinnützige GmbH namens LongLeif GAPA gegründet, die nun die ersten Millionen fließen lassen will. Sie wäre dabei nicht allein. Die TU München hat den umworbenen Robotik-Forscher Haddadin in einer "Leuchtturmberufung" ohne Ausschreibung an sich gebunden; der Freistaat will für den Aufbau seiner "Munich School of Robotics, Machine Learning and Artificial Life" mit Standorten in Garching, Oberpfaffenhofen, Garmisch-Partenkirchen und Unterfranken drei Millionen Euro bereitstellen. Haddadin will unter dem Stichwort "Geriatronik" Robotersysteme entwickeln, die älteren Menschen direkt assistieren oder bei ihrer Pflege helfen. In Garmisch könnte das Zentrum in einem Teil des einst vom US-Militär genutzten Abrams-Komplexes unterkommen. Zur weiteren Verwendung des Leifheit-Vermögens werden etwa auch ein Betreuungszentrum für Senioren nebst Wohnungen für bedürftige Ältere und ein Bildungszentrum für Pflegeberufe diskutiert.