Auch nach Ende der sechsstündigen Marathonsitzung hat die Hängepartie kein Ende - die CSU-Fraktion leitet die dritte Runde ein. Denn die Entscheidung, wer Günther Beckstein im Amt des Ministerpräsidenten nachfolgen soll, wird verschoben. Auf kommenden Mittwoch.
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Vier Kandidaten stehen derzeit als mögliche Regierungschefs bereit. Innenminister Joachim Herrmann, Wissenschaftsminister Thomas Goppel, CSU-Fraktionschef Georg Schmid und der designierte CSU-Chef Horst Seehofer.
Der Deal: jetzt haben Herrmann, Goppel und Schmid eine Woche Zeit, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Sollte ihnen das nicht gelingen, werde Horst Seehofer für das Amt zur Verfügung stehen, berichtet ein CSU-Vorstandsmitglied. Das bedeute Kampfabstimmung - denn dann könnten alle vier antreten.
Europaminister Markus Söder, der Anfangs ebenfalls noch als möglicher Nachfolger gehandelt worden war, hat von selbst aufgegeben - weil es "für mich persönlich zu früh wäre", sagt er nach Sitzungsende. Jetzt müsse die Partei "alle Kräfte bündeln". Er selbst werde seinen Beitrag dazu leisten - "egal an welcher Stelle das sein wird."
Die Lösung, auf die sich die Fraktion nun geeinigt hat, stammt offenbar von Seehofer selbst. Es sei sein Wunsch gewesen, dass die Nachfolgefrage ausführlich diskutiert werde. Eine Entscheidung, die auch bei dem ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber auf Zustimmung stößt. "Die Basis der Partei muss eingebunden werden", sagt Stoiber zu sueddeutsche.de.
Von einer möglichen Hängepartie für die Partei will er nichts wissen. Vielmehr betont er die Bedeutung der Entscheidung. Bei der Wahl des nächsten Ministerpräsidenten entscheide die Fraktion "nicht nur über die Landespolitik". Es gehe auch um die Bundes- und Europapolitik.
Ebenso wenig will er davon wissen, dass er in den letzten Tagen als Strippenzieher im Hintergrund den Druck auf Huber und Beckstein erhöht habe, damit sein Favorit Seehofer zum Zuge kommt. "Ich habe keine Strippen gezogen."
Ob eine Woche reichen wird, um die Frage nach einer Beckstein-Nachfolge zu klären, bleibt fraglich. Auch wenn Fraktionsvize Karl Freller zuversichtlich ist: "Ich schließe nicht aus, dass sie sich einigen." Andere sind da etwas skeptischer.
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Die neueste Antwort
Ich habe gerade die Statements von Seehofer, Schmid bei n-tv gesehen. Unglaublich wie profund das war.
Wenn Sie älter wären, würde ich sagen, senil.
Schmid ist irgendwo sowieso Ende der 80-er Jahre stehen geblieben, als sich die CSU schon weit vom Wähler entfernt hat. Schüttelschorsch wird er eh nicht mehr los.
Goppel als verurteilter Verkehrsrowdy (siehe Wikipedia) wird vermutlich schon in den nächsten Stunden so demontiert, daß nur noch ein Job bei LB Bayern, oder im Europaparlament (siehe Söder - der wenigstens noch für Wimperntusche-Werbung tauglich ist) oder bei der DB (siehe Wiesheu) übrig bleibt.
Seehofer wie gewohnt aalgatt, damit keiner merkt, daß er schon seit Jahren die Fahne nach dem Wind dreht. Ein Macher war er nie und wird es auch nicht werden.
Die Wahlergebnisse wurden immer noch nicht analysiert, dem vorherigen Beitrag, daß die CSU Richtung 30 % plus marschiert, kann ich nur zustimmen.
Was bleibt ist die Hoffnung, daß der bayrische Wähler am Sonntag nicht nur ein Zeichen gesetzt hat, sondern sich auch in Zukunft Gedanken macht, wen wähle ich warum - also mündig wird.
In diesem Zusammenhang macht mich auch stutzig, warum eine Frau Pauli ein Ministeramt anstrebt, ist es nur Profilierungssucht oder die alte CSU Mentalität?
Nicht nur das, sondern es werden die schon üblich verdächtigen auf die Bühne gezerrt.
Womit eine Personalnot demonstriert wird, die es so, denke ich, gar nicht gibt.
Noch nicht einmal der Schein für Verhandlungen mit allen Parteien wird dabei gewahrt.
CDU/CSU, keine Mehrheit, rüber zur FDP. SPD keine Mehrheit rüber zu den Grünen. Hilft dies alles nicht, machen wir eine große Koalition. Demokratie sieht bei mir anders aus.
Es ist leider wie immer: die Partei und ihre Funktionsträger sind ausschließlich reflexgesteuert. Dieses gelernte Verhalten trifft man vorzugsweise bei schlichten Denk- und Verhaltensmustern an. Über den Reflex hinausgehende Erkenntnisse, z.B. analytische Potenzialeinschätzung zum Nutzen für das Volk, sind den Bewerbern leider nicht gegeben. So präsentieren sich hier nun Kandidaten, die bestenfalls für: "Wir machen weiter, wie bisher" stehen. Schade - wieder eine Chance verpaßt. Mutig und mitreißend wäre, wenn die CSU-Führung nicht den bequemen Weg mit der FDP, sondern mit den Grünen gehen würde. Damit würde die Partei Offenheit, Kommunikationsfähigkeit und Willen zur Politik für breite Bevölkerungsteile zeigen.
es wird wohl auf Seehofer hinauslaufen.
Schmid ist wegen seiner Rolle beim Thema Nichtraucherschutz schon mal außen vor. Die Ober- und Niederbayern wollen nicht schon wieder einen Franken als MP, also wird Herrmann blockiert werden.
Goppel wäre mir am sympathischten, er würde als meisten dem Typ "Landesvater" entsprechen, ist ein brillanter Redner und sehr erfahren (Umwelt-, Kultus-, Wissenschaftsminister, Generalsekretär). Allerdings kann ich ihn mir schwer so richtig polternd beim politischen Aschermittwoch vorstellen. Allerdings glaube ich, dass er keine Mehrheit in der Fraktion zusammenbringt.
Die politisch sinnvollste Lösung wäre doch Seehofer. Er weiß, wie man in Koalitionen miteinander umgehen muß, hat ein gutes Standing in Berlin und könnte die bayerischen Interessen dort richtig vertreten, auch wenn er in München sitzen würde.
Herr Schmid wirft seinen Hut in den Kandidatenring.
Die Fraktion sollte doch am ehesten Wissen was die Wähler von Ihrem Fraktionsvorsitzenden halten: Arrogant und Machtversessen und von den Problemen draussen im Lande keine Ahnung! Er dürfte nicht mal Fraktionsvorsitzender bleiben.
Im sollte klar sein, dass gerade er für eine arrogante und menschenferne CSU-Führung steht.
Um die CSU bei der nächsten Wahl auf SPD-Niveau abstürzen zu lassen ist die Wahl von Herrn Schmid zum MP sehr hilfreich!
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