Kopf hoch: Wie CSU-Chef Horst Seehofer beim Bezirksparteitag in Erding die Stimmung an der Parteibasis aufzuhellen versuchte.
Niemand soll mehr den Kopf hängen lassen. Wenn CSU-Chef Horst Seehofer könnte, würde er wohl ein Machtwort sprechen. Selbstbewusstsein kann man aber nicht einfach so verordnen. Also redet er auf seine Anhänger, die zum Bezirksparteitag der Oberbayern-CSU in die Stadthalle von Erding gekommen sind, lang und breit ein: Niemand müsse "gebeugt und mit schlechtem Gewissen durch die Landschaft huschen", sagt Seehofer.
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CSU-Chef Horst Seehofer. (© ddp)
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Seehofer gibt am Samstag in Erding den Stimmungsaufheller. Die Umfragewerte für die schwarz-gelbe Koalition in Berlin sind miserabel, zuletzt prägten Beschimpfungen das Erscheinungsbild, woran die CSU nicht unschuldig ist. Auch deshalb sind in der Stadthalle fast alle Plätze belegt. Die Basis erwartet Erklärungen von Seehofer. Für den Parteichef liegen die Probleme weit entfernt, in Berlin. Dort würden einmal getroffene Entscheidungen viel zu oft "kaputtgeredet." Dabei könne sich die Politik von Schwarz-Gelb doch sehen lassen, Deutschland sei vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Seehofer ärgert sich, dass die Koalitionäre in Berlin das Erreichte schlecht verkauften. "Wir haben zu viele Puzzlespieler und zu wenige Strategen", sagt er.
Wer genau hinhört, kann aus dem Auftritt in Erding Seehofers Kurs der Partei für die nächsten Wochen ablesen. Ende der Woche findet in Nürnberg der kleine Parteitag der CSU statt. Die Veranstaltung in Erding ist für Seehofer eine Art Testlauf. Hier kann er ausprobieren, was ankommt. Und das sind in diesen Wochen eher die leiseren Töne. Auch an der CSU-Basis hat der Dauerstreit der Koalitionäre in Berlin für Ärger gesorgt.
Dass sich Seehofer zu den Strategen und nicht zu den Puzzlespielern zählt, wird schnell deutlich. Die Vielstimmigkeit bei den Diskussionen um die Bundespräsidentenwahl und des Sparpakets käme nicht aus seiner Partei. "Die CSU steht", sagt er . Christian Wulff als Kandidat für das Bundespräsidentenamt von Union und FDP nennt er eine respektable Persönlichkeit. "Wir zerreden diesen Vorschlag nicht", sagt er. Auch das in Unionskreisen nicht unumstrittene Sparpaket verteidigt er vehement: "Man kann eher darüber reden, war das schon alles?"
Seehofer will die CSU zum Stabilitätsanker der bürgerlichen Regierung machen. Es kostet ihn aber viel Kraft, die Partei zusammenzuhalten. Er hat sich geärgert, dass die Arbeitnehmervereinigung seiner Partei, die CSA, von einer "sozialen Schieflage" des Sparprogramms gesprochen hatte. Aus seiner Sicht wohl eher ein Puzzle-Spieler-Vorstoß, aber Seehofer sagt, jeder dürfe seinen Beitrag zur Diskussion liefern. Ausgeräumt hat er vorerst Ärger über den Vorstoß von CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, die Wehrpflicht womöglich abzuschaffen. Im Parteivorstand gibt es Bestrebungen, das Thema auf die Agenda für den kleinen Parteitag zu setzen. Aber das würde Guttenberg nur beschädigen. In Erding sagte Seehofer, Guttenberg bekomme die Zeit, seine Reformen auszuarbeiten.
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(SZ vom 21.06.2010/bica)
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Auf gar keinen Fall. Wer Milliarden Volksvermögen versemmelt und Schulden auf anderer Leute Geld auf Jahrzehnte macht, hat doch wirklich keinen Grund dafür.
Wer kennt noch den Autoaufkleber: Eure Armut kotzt mich an.
keinerlei Selbstbewusstsein. Seehofer versucht deshalb seinen Parteifreunden Selbstbewusstsein einzureden und dass CSUler nicht gebeugt gehen müssten. CSUler verfügen lediglich über ein sog. CSU-Selbstbewusstsein, dass auch Feigheit genannt wird.
Derzeit blockieren die CSUler das Gesundheitskonzept der FDP und zwar destruktiv, d.h. ohne eigene Vorschläge zu machen. Bundespolitisch tritt die CSU als Störer auf.
Ich wünsche der CSU einen erneuten Kreuther Hinterzimmer-Putsch durch Beckstein und Huber. Dann wären sicher nochmals um die 15 % an Wählerzustimmung weg.
Er hat von Anfang an die FDP und Westerwelle attackiert. Eigentlich hätte man die Opposition im Bundestag heimschicken können, da diese Funktion von Herrn Seehofer erfüllt wurde. Sich selbst hat er einen Bärendienst erwiesen. Denn die Beliebheit der CSU in Bayern ist wohl kaum gestiegen.
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