Nach dem schlechten Wahlergebnis braucht die CSU Sündenböcke. Einer davon könnte Landesgruppenchef Peter Ramauser sein. Ganz unschuldig wäre er nicht.
Dass sich die Solidarität nach Wahlniederlagen meist in Grenzen hält, hat Erwin Huber, der glücklose Kurzzeit-Parteichef der CSU, vor Jahren auf eine treffende Formel gebracht: "Der Sündenbock ist kein Herdentier."
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Peter Ramsauer wurde mit 40 von 44 Stimmen wieder zum Landesgruppenchef gewählt. (© Foto: Reuters)
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Auch nach den schweren Verlusten bei der Bundestagswahl, die der CSU endgültig vor Augen geführt haben, dass die Zeiten von "50 plus X" womöglich für immer vorbei sind, werden Sündenböcke gebraucht. Einer von ihnen ist CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer.
Das ist einerseits ungerecht, denn Ramsauer war zwar der CSU-Spitzenkandidat, Hauptverantwortlicher für den missglückten Wahlkampf war jedoch Parteichef Horst Seehofer. Dessen Attacken auf die FDP haben den Liberalen genutzt und die eigenen Anhänger verunsichert.
Andererseits hat sich Ramsauer aber auch selbst zuzuschreiben, dass er zur Zielscheibe der Kritik geworden ist. Als Spitzenpolitiker ist er von einer verblüffenden Ehrgeizlosigkeit, die von vielen zu Recht als Schwäche empfunden wird.
Vor zwei Jahren wollte er nicht Vorsitzender des größten und einflussreichsten CSU-Bezirks Oberbayern werden, gegen einen Wechsel ins Kabinett hat er sich stets gesträubt. Stattdessen ist der smarte Baron zu Guttenberg an ihm vorbeigezogen. Der war auch im Wahlkampf das Gesicht der CSU. "Wer Guttenberg will, muss CSU wählen", stand auf den Plakaten. Eine Ohrfeige für den eigenen Spitzenkandidaten.
Die CSU zieht jetzt mehrfach geschwächt in die Koalitionsverhandlungen. Das Wahlergebnis ist deprimierend, der Parteichef angeschlagen, der Landesgruppenchef ebenso. Ein Guttenberg allein reicht nicht, um diese Schwächen zu bemänteln.
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(SZ vom 30.09.2009)
Die neueste Antwort
"Er versieht seine Arbeit zwar unspektakulär dafür aber sehr ordentlich."
Da müssen sie jetzt aber glatt den Ramsauer aus dem Artikel mit einem anderen Ramsauer verwechseln. Der Ramsauer aus dem Artikel läßt sich in seinem Wahlkreis nur noch vor Wahlen oder für Fotos blicken. Für Fachgespräche ist er sowieso nicht zuständig, da brauchts immer einen anderen, in eine Materie mal einzulesen ist zu viel verlangt. Ein Politkiker der sich von seinem Wahlkreis nach Berlin wählen läßt, um dann ausschließlich Politik für die Partei macht und sein Wahlvolk komplett im Regen stehen läßt, macht seine Arbeit nicht ordentlich.
Wenn die CSU mal unter 5% sinkt, verliert sie endlich ihren ständigen Sonderstatus und damit auch das Fürstentum Bayern.
Hernach stünde einer Föderalismusreform in Form einer (seit Jahrhunderten überfälligen) Abschaffung nichts mehr im Wege!
Um mal im Bild zu bleiben: Selbst wenn Ramsauer eine Fehlbesetzung wäre (kann ich nicht beurteilen), dann ist dafür immer noch der Chef verantwortlich, der ihn auf seiner Position beläßt. Die Verantworungsfrage läuft auf Seehofer zu, da kann er sich noch so winden.
lag es nicht. Er versieht seine Arbeit zwar unspektakulär dafür aber sehr ordentlich. Man hat schon etwas den Eindruck, dass die Vorlage zu obigem Artikel direkt aus Seehofers Büro gekommen ist - dem eigentlich Schuldigen an den hohen Verlusten der CSU, der nun versucht andere anzuschwärzen um selbst strahlend zu wirken. Wer Seehofer die letzten Jahre mit wachen Sinnen beobachtet hat, wird zu einer ähnlichen Erkenntnis kommen wie ich: Seehofer gehört zu den Menschen, welche niemals, auch nur einen kleinen Teil, meines Vertrauens werden gewinnen können. Und ich glaube, noch nicht einmal seine Ehefrau wird hier widersprechen.
Die CSU wird sich damit abfinden müssen, dass die Zeiten 50+x nun endgültig vorbei sind. FJ-Strauß wird auch nicht mehr auferstehen, das ist glücklicherweise sicher.
Im Übrigen interessiert es mich nicht, wie Bayern in den Statistiken dasteht, sondern wie Bayern dastehen könnte !
Welch ein reiches Bundesland wären wir, wenn nicht zig Millionen von der CSU-Staatsregierung in den Sand gesetzt worden wären (LWS; Landesbank; Kirchpleite; Asienpleite .......). Ganz zu schweigen von den nicht eingetriebenen Steuermillionen; man lese das Buch "Macht und Missbrauch" von Wilhelm Schlötterer.
Bayern erwache !
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