Doch nicht nur der ehemalige CSU-Ministerpräsident ist verbal von dem Duo abgestraft worden. Auch die Opposition hat an diesem Nachmittag einen Vorgeschmack darauf bekommen, was die CSU unter "Kampfgemeinschaft" versteht.
Anzeige
Merkel sei auch in Zeiten, in denen es inhaltliche Differenzenzwischen den Unionsparteien gebe, "eine Lokomotive und nicht ein Bremsblock" wie Kurt Beck bei der SPD, wettert Beckstein. Und Huber, der als CSU-Chef den bundespolitischen Anspruch der Partei in Berlin vertreten muss, legt nach: "Die SPD ist nach zehn Jahren ausgelaugt und zerstritten" - eine Fortsetzung der großen Koalition nach 2009 für den CSU-Chef undenkbar.
Und auch die Linkspartei, die aktuellen Umfragen zufolge in Bayern derzeit auf fünf Prozent der Stimmen kommen würde, attackiert Huber scharf. Man werde "einen harten politischen Kampf gegen die Linke führen und den Linkspopulismus entlarven", verspricht er.
Bundespolitischer Anspruch der Partei
Dabei soll auch das Regierungsprogramm helfen, ein Programm, mit dem die CSU Wahlen gewinnen will. Aber auch ein Programm, das erneut den bundespolitischen Anspruch der CSU deutlich macht. Etwa beim aktuellen Streitthema in der großen Koalition: dem Ausstieg vom Atomausstieg. Jeder, der im September sein Kreuz bei der CSU macht, weiß: Er wählt eine Partei, die sich für die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken ausspricht. "Wir setzen uns für die Verlängerung der Laufzeit unserer sicheren Kernkraftwerke ein, die derzeit über 60 Prozent zur bayerischen Stromerzeugung beitragen", ist in dem Programm zu lesen.
Die Laufzeiten müssten sich an der Sicherheit orientieren und nicht "an der Ideologie von Rot-Grün", sagte Huber. Eine Debatte über einen möglichen Neubau von Kernkraftwerken nannte Huber aber überflüssig. Dies stehe gerade nicht zur Diskussion.
Beckstein räumte ein, vor der Landtagswahl müsse die CSU um jede Stimme kämpfen. Es gebe keinen automatischen "Übertrag" von der Wahl 2003. Damals hatte die CSU unter Edmund Stoiber ein Rekordergebnis von 60,7 Prozent der Stimmen geholt.
Und auch bei der Pendlerpauschale weiß die CSU, was sie will: Die Konfrontation mit der Kanzlerin - vielleicht ja schon auf dem Parteitag am kommenden Wochenende in Nürnberg. So ist es auch das Stichwort Pendlerpauschale, das Huber wieder elektrisiert. Während sein Tandempartner nämlich im Stakkato durch die 31 Seiten seines Programms rast, starrt Huber mit heruntergezogenen Mundwinkeln ins Leere. Doch bei seinem Lieblingsthema huscht sofort wieder ein verschmitztes Lächeln über sein Gesicht.
Nur weil Merkel in dieser Frage mit der CSU im Clinch liege, werde man das Thema keinesfalls aussparen. "Wir wollen das Thema Pendlerpauschale nicht ausschließen", sagt er und fügt mit einem breiten Grinsen hinzu: "Wir machen ja keinen heimlichen Parteitag."
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- CSU-Umfragewerte gestiegen "Stimmungstief ist überwunden" 10.07.2008
- Die CSU und Angela Merkel Der kleine Goliath 04.07.2008
- Streit über Pendlerpauschale CSU sucht offene Konfrontation mit Merkel 02.07.2008
- Interview mit Günther Beckstein "Ich überlege nicht, wann ich wieder aufhöre" 09.07.2008
- CSU im Landtagswahlkampf Die gecoachte Partei 20.05.2008
(sueddeutsche.de/mati)
Rekord in Deutschland
Die neueste Antwort
Diese an den Haaren herbeigezogenen Späßchen über das kopieren... Teranova läßt grüßen...
Hans Magath schafft ja nicht mal einen Wahlkampfbus zu kaufen, der ökologisch auf dem Stand der Technik ist. Ab 1. Oktober darf er damit nicht mal durch München fahren... naja, da weiß ja schon wieder niemand mehr seinen Namen. Hans oder Franz oder wie auch immer der Kerl heißt im Glück
Es ist also wahr, was die SPD immer gesagt hat.
Und die SZ hat es aufgeschrieben: Das Handeln der real existierenden schristlich-sozialen Regierung des Freistaats Bayern und ihrer Führungskader beschränkt sich auf die "Copy&Paiste"-Funtion - natürlich in Ermangelung der "Göttlichen Botschaft" - Alois Hingerl sitzt halt immer noch Staatlichen Hofbräuhaus zu München.
Die SZ schrieb es auf: "Das Regierungsprogramm "Für ein starkes Bayern" ist noch ganz warm vom zahlreichen Kopieren, als Beckstein ans Rednerpult tritt, um die Schwerpunkte zu präsentieren, mit denen die CSU die absolute Mehrheit im Freistaat sichern will."
Es lebe die Pressefreiheit!
Sie kämpfen seit Jahrzehnten um persönliche Vorteile und Eitelkeiten - insbesondere in der CSU ! Das Wahlvolk ist dabei nur noch (Stimm-) Vieh, das mit (Wahlkampf-) Futter gesättigt wird. Vergleichbar ist dieser Kampf nur noch mit dem Kampf der Fernsehanstalten um Einschaltquoten. Je primitiver und flacher, desto größer der Erfolg.
Zur Erinnerung:
Wer hat das Privatfernsehen in Deutschland eingeführt - meines Wissens fingen die Parteien mit "C" an ...
...bietet sich satirischerweise an.
Da beschwören sich der Vorsitzende der am längsten regierenden Partei in einem demokratischen System (nur die KP Chinas regiert noch länger als die CSU) und sein Ministerpräsident "lächelnd und scherzend", dass sie gut aufgestellt seien mit einem Programm, dass Zuckerbrot für die Familien verspricht (Halbwertszeit vielleicht ungefähr so lange, wie das Umfallen bei der Pendlerpauschale gedauert hat) und der Peitsche "Hängepartie", die angeblich die Bayern nicht haben wollten.
Anderswo spricht Huber davon, dass man "die Hand am Puls der Menschen" habe und der offensichtliche Widerspruch einer solchen Politikerworthülse fältt uns, den von Worthülsenpolitikern wahrlich verwöhnten Bayern, erst bei näherem Hinsehen und Nachschmecken auf.
Alle Hände der CSU an unseren Pulsen zu haben, würde uns ja auf Dauer auch eher lästig werden - wobei: Die Chance zu haben - jeder -, seinem persönlichen und pulsfühlenden CSU'ler oder seiner persönlichen und pulsfühlenden CSU'lerin (Ah jetzt, ja) mal so richtig die Meinung über den Sinn des Universums, des Lebens und des ganzen Rests mal so richtig deutlich in das jeweils rechte Ohr zu brüllen, ohne dass diese dabei nur "42" verstehen, diese Chance möchte man sich nicht auf der Zunge zergehen lassen, geschweige denn in Wirklichkeit vorstellen, oder?
Wachwerden! Herr Huber ist vorsichtig, er gibt nur eine Hand, an den einen Puls aller Menschen. Sparsam ist er! Und auch zurückhaltend, damit nicht alle auf einmal in sein rechtes Ohr brüllen - auf dem linken hört er ja schon lange nichts mehr. Also flüchtet er sich - in vorauseilendem Desinteresse - in die warmherzige Floskel, in die so-als-ob klingelnde Phrase und drescht a bisserl Volksverbundenheitsankündigung in das Ohr des Wählers der CSU. Hätte er dem schon mal früher nur sein Ohr geliehen, wüsste er heute, dass mit Zuckerbrotversprechenallein in Deutschland Wahlen nicht mehr zu gewinnen sind. Auch, wenn man immer noch im Nimbus der "bestgeführten Kaderpartei Europas" daherpulsiert.
und das im wahrsten sinne des wortes.
Paging