Mit ihrem Steuerkonzept geht die CSU auf die CDU zu, will aber dennoch weiter eigene Forderungen erheben.
Was im Bundestagswahlkampf das zentrale Thema wird, glaubt die CSU bereits zu wissen: "Steuern rauf oder Steuern runter?" Über diese Frage würden die Wähler befinden, prophezeit CSU-Chef Horst Seehofer. "Mehr Netto für alle" gibt seine Partei als Antwort, ein siebenseitiges Steuerkonzept, das der CSU-Vorstand am Samstag verabschiedete.
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"Totale Einhelligkeit" verkündet CSU-Chef Seehofer bei den wichtigen Themen. (© Foto: dpa)
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Es ist eine Zusammenfassung all jener, zum Teil viele Milliarden Euro schweren Forderungen, die die CSU seit Monaten immer wieder erhebt. Vor allem aber ist es für die CSU die Basis für die Verhandlungen mit der CDU über das gemeinsame Wahlprogramm für die Bundestagswahl.
Doch anders als in den vergangenen Wochen, als sie die große Schwesterpartei mit immer neuen Vorstößen für Entlastungen ärgerte, gibt sich die CSU nun zurückhaltend. Bei der Senkung der Einkommensteuer etwa schreibt sie nicht mehr konkrete Schritte und Zeitpunkte fest, sondern nur das allgemeine Ziel, "in der nächsten Legislaturperiode" die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen zu entlasten. "In enger Abstimmung mit der CDU", versteht sich.
Da die CSU erst am Freitag von ihrem strikten Nein zu Angela Merkels zentralen Reformprojekt, dem Gesundheitsfonds, abgerückt ist, scheint sie auf einen versöhnlicheren Kurs zu setzen. Doch die CSU will mehr, ein Schattenwahlprogramm quasi, und Peter Ramsauer, der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, räumt das freimütig ein: "Es wird eigene, zusätzliche Forderungen der CSU geben", sagt er, um dann noch den Nachsatz zu diktieren: "Die über die durchaus großen Gemeinsamkeiten hinausgehen."
Das zeigt sich am Beispiel Umsatzsteuer: Nur vage ist im CSU-Konzept die Rede von einem niedrigeren Mehrwertsteuersatz für Hotels und Gaststätten. Diesen will die CSU noch vor der Sommerpause durchsetzen, was Merkel ausgeschlossen hat. Ungeachtet dessen wird Bayern genau dies Mitte Mai im Bundesrat zur Abstimmung stellen - drei Wochen vor der Europawahl.
Grund für diese Doppeltaktik ist, dass die CSU-Spitze um die Widerstände in der Union gegen breite Steuersenkungen weiß. Die kommen vor allem aus den Reihen der CDU-Ministerpräsidenten, die schließlich auch an die Finanzierbarkeit ihrer Länderhaushalte denken und mit Schrecken hören dürften, dass die CSU bei all ihren Plänen "keine Vorschläge für irgendeine Gegenfinanzierung machen" wird, wie der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) sagt.
Schließlich gehe es ihm um eine Entlastung für alle. Pünktlich zur CSU-Klausurtagung sagte denn auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) dem Magazin Focus: "Wir sollten den Menschen keine falschen Versprechungen machen und nicht in einen Wettbewerb der Vorschläge für Steuererleichterungen einsteigen." Die Menschen machten sich derzeit mehr Sorgen um ihren Arbeitsplatz als um ihre Steuerlast.
Angesichts dessen übt sich Fahrenschon in Zweckoptimismus, viele der Anliegen der CSU ins Wahlprogramm schreiben zu können: "Die CDU war immer aufgeschlossen", sagt er lapidar. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erinnert sich anders: "Die Aufgeschlossenheit musste errungen werden."
(SZ vom 6.4.2009/vw)
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Sprüche klopfen sie zum Osterfest noch schnell in ihre Wahlkampf-Phrasen-Dresch-Maschinen, die Oberkaderisten von der christlichen-Steuersenkungs-Union. Und jeder, der noch so ein paar volkswirtschaftliche Restgrößen erinnert sich daran, dass das doch noch gar nicht solange her ist...
...als es uns eigentlich krisenmäßig nicht gar so schlecht ging und der Stoiberpapa so wahnsinnig knauserig vor sich hinsparte, dass zum Milchgeld noch das Büchergeld kam, vom Bafög auchg die Studiengebühren bezahlt werden mußten und wer in der Staatskanzlei austreten wollte, sein eigenes drei- oder vierlagiges Sanitärpapier dabei haben mußte - darum trugen die Buesucher ja auch so g'schamig immer diese Pilotenkoffer - und da ham'mer g'spart, dass's nur so krachte, weil's ja schlimmer kommen könnte. Und kaum war der Stoiber weg - die Details sind ja hoffentlich noch bekannt (Gabi Pauli - ehrlich, die war mal Landrätin für die CSU - Dolchstoß-Landtagsfraktion, fränkische Verräter und niederbayerische Steigbügelhalter und oberbayerische Karrieristen und dann ein Wahlstimmen-Minus von 18 Prozent, weil die Landesbank erst 4.900.000.000 Euro und danach 6.300.000.000 Euro Schulden hatte) - da wurde es ganz schnell noch viel grausamer mit den vielen Krisen. Gleich gar so global grausam, dass's in USA 'n neuen Präsidenten gewählt haben und jetzt die Änschie ganz global grausam und griesgrämig geworden ist, dass ihre Mundwinkel Furchen hinter ihr herziehen und das erlauchte Publikum sich mindestens auch a weng grämt und deshalb die CDU im September wiederwählt. Und jetzt und genau da, da hat jetzt die CSU ein Abstimmungs-, Kommunikations-, Profil- und Zukunftsproblem, dagegen ist die globale Krise nix!
Wenn nämlich, weil sich die CSU ja schon seit Jahrzehnten als zweite Unionspartei in Bayern für den bundesweiten Mehrstimmenbedarf der christlich-moralischen Mehrheit in Deutschland mannbar-märtyrerhaft aufarbeitet bis hin zum Vorwurf der Suboptimalität, jetzad bei der Europawahl sich das Ganze "Wir-sind-immer-dann-wenn-wir-das-brauchen-eine-eigene-Partei"-Gespiele zum Fluch entwickelt, weil man bundesweit keine 5% zusammenkriegt, dann muss man der CDU noch rechtzeitig vor der heißen Wahlkampfzeit die Rest-Folter-Werkzeuge der Staatskanzlei unter die Nase halten oder soviel Kotau machen, dass Änschie vielleicht noch in der heißen Wahlkampfzeit ein wenig Brösel von ihrer Tischkante runterfallen lässt, um ein paar Bayern noch wahlchloroformieren zu können. Das ist Suboptimal!
Die üblichen Verdächtigen kommen mit den selben Versprechen daher: "Mehr Netto für Alle" - "Mehr Netto vom Brutto" ... ob CSU, FDP oder die "Strategen" vom Finanzdienstleister ...
Macht jemand mit: Wir gründen die "Anti-Steuern-Partei" - unser Motto: "Brutto gleich Netto" - unser Wahlprogramm: All die Wahlversprechen, die die bisherigen Regierungsparteien incl. DIE GRÜNEN, so in Umlauf gebracht haben ... ist mir ganz spontan eingefallen, aber je länger ich drüber nachdenke ... die Politiker regelmäßig an ihre Versprechen zu erinnern ist vermutlich wirksamer als jeder Wahllügen-Untersuchungsausschuss.
Es gibt übrigens doch einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung: Die Bayerische Landesbank soll verkauft werden ... kleiner Scherz am Rande.
Stimmt auch, den Hinweis auf Rentner und Hartz4-Empfaenger hatte ich mir verkniffen.
Jeder kann sich auch selber fuer sich ausmalen, welche Gruppen nun mehr und welcher weniger entlastet wuerden; was sie machen wuerden, bleibt offen, aber es soll halt jeder meinen, er profitiere davon besonders.
Ein ziemlich unappetitliches Bild von einem potentiellen Waehler demonstrieren diese Leute.
Das was Sie sagen ist im Prinzip schon richtig und ich stimme Ihnen zu. Ich möchte das aber noch um die subtile Betrachtungsweise erweitern, dass `Steuern runter für alle` insofern eine verräterische Forderung ist, als dass sie nur diejenigen betreffen kann, die überhaupt Steuern zahlen! Ist doch ein zusätzlicher Aspekt, nicht wahr?
...nicht erklärt, wo sie das Geld für Steuersenkungen hernehmen will, oder welche Ausgaben gekürzt werden sollen, ist das alles nichts weiter als eine Steuerlüge! Augenwischerei für willfähriges Stimmvieh ;-)
Mal sehen ob das Konzept bei der Europawahl aufgeht.
Gruß Balldieb
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