Nach dem Wahldesaster will die CSU ein Bild von Geschlossenheit abgeben. Die Ersten machen schon ihren künftigen Einfluss geltend - wenn auch noch verhalten.
Vor der CSU-Landesleitung in der Nymphenburger Straße ist Stau. Eine Wand aus Journalisten und Kamerateams versperrt den Limousinen der Politiker die Einfahrt in den Hof. Nicht einmal der Sicherheitsdienst schafft es, die Meute auseinanderzutreiben.
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Wo sollen denn all die Köpfe herkommen, die jetzt rollen sollen? Horst Seehofer und der Medienandrang vor der CSU-Zentrale in München. (© Foto: dpa)
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Also bleibt der Parteiprominenz nichts anderes übrig, als zu Fuß die wenigen Meter zum Eingang gehen - hindurch durch die Mikrofone, Kameras, Diktiergeräte. Und hindurch durch die ewig gleichen Fragen: Wie wird die Partei mit dem historischen schlechtesten Wahlergebnis umgehen? Was muss sich ändern? Und: Wird es wieder einmal personelle Konsequenzen geben?
Vor allem von der letzten Frage will auch an diesem Morgen keiner etwas wissen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm bringt auf den Punkt, was in vielen Variationen in die Blöcke diktiert wird: "Es können nicht schon wieder Köpfe rollen. Wo sollen die denn herkommen?"
Ob sie damit recht behält, wird sich erst noch zeigen. Bislang hat die CSU noch keine Niederlage allein mit inhaltlichen Debatten überwunden. Zuletzt mussten Ministerpräsident Günther Beckstein und Parteichef Erwin Huber das Feld räumen, nachdem sie bei der Landtagswahl 2008 die absolute Mehrheit im Parlament verloren hatten.
Während Erwin Huber indirekt Kritik an Parteichef Seehofer übt, hält sich Günther Beckstein zurück. Für die jetzige Misere seien nicht allein die Personen der vergangenen Jahre verantwortlich, sagt er und fügt hinzu: "Die Probleme liegen nicht an Personen und Plakaten." Jetzt gehe es darum, die Inhalte der Partei wieder so zu definieren, dass die CSU wieder auf die 50 Prozent plus X komme.
Das ist auch das Motto der anderen vor der Vorstandssitzung: "Nach vorne blicken". Für den niederbayerischen Bezirkschef Manfred Weber bedeutet das ein Zurück "zu den konservativen Werten der Partei" und das Einbinden der Basis.
Gesundheitsminister Markus Söder ruft seine Partei zu Geschlossenheit auf. Selbst gegenüber der FDP, die in den vergangenen Wochen immer wieder vom Parteichef angegriffen wurde. "Jetzt müssen wir harmonisch sein", betont Söder. Und für Edmund Stoiber steht fest: "Ohne geschlossene Formationen können wir am Verhandlungstisch in Berlin nichts erreichen."
Wer an diesem Tisch sitzen soll, steht für Manfred Weber bereits fest: Karl-Theodor zu Guttenberg. Er und nicht Peter Ramsauer solle in Berlin die Koalitionsverhandlungen für die CSU führen, findet er.
Guttenberg selbst macht jetzt schon einmal klar, dass er seinen oberfränkischen Wahlerfolg gerne in etwas mehr Einfluss ummünzen würde. "Das CSU-Ergebnis ist keines, das erfreulich ist", sagt er. Umso erfreulicher sei jedoch sein Ergebnis. Mit mehr als 68 Prozent ist er der Erststimmenkönig seiner Partei.
Wer letztlich in Berlin die Koalitionsverhandlungen führen wird, muss sich zeigen. Sicher ist nur: Mit dem schlechten Wahlergebnis wird es die CSU nicht leicht haben, ihre Positionen durchzusetzen.
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(sueddeutsche.de/liv)
Kuriose Schilder (4)
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Einen wüsste ich! Zum Abschlagen müsste Huber dazu eine Leiter nehmen :o)
Es muss endlich Schluss sein mit dem friendly fire auf die eigenen Reihen und der verlogenen Doppelmoral. Wenn es die CSU diesmal nicht schafft, sich einer einzigen Person entledigen zu können, sind sie wirklich weg vom Fenster. Wie lange soll man sich dieses Kasperltheater denn noch ansehen?
Das politische Geschäft hatte schon Helmut Kohl zusammen mit der FdP von 1982 bis 1998 betrieben.
Das brachte Deutschland den Ruin. Anfänglich (1982-1989) kaum zu bemerken.
Es verwundert, dass Massenmedien in Kenntnis der Selbstgefährdung dieses Landes genau diese Angelsachsisierung propagieren.
Die FdP ist keine freie, denn eine an angelsächsische Interessen stark gebundene Partei.
Im Prinzip ist das auch die Union, wobei die CDU darin noch stärker als die CSU.
Aber genau die konnte nicht punkten. Und das wiederum liegt am gewichtigen Einfluss der Großmedien in Bayern. Die sind geradezu von angelsächsischen Interessen durchflutet. Der überwiegende Teil der bayerischen Landbevölkerung ist stupide gegenüber diesen Einflüssen .
Bayern ist in einem Zustand des tiefen Bedauerns: was an Kultur und Eigenständigkeit noch übrig, ist ein jämmerlicher Rest, unattraktiv bis ins Letzte. r.kendel
Bei über 40% von einer Niederlage und einem Desaster zu sprechen ist nun deutlich überzogen. Da schreien viele immer nach mehr Demokratie in Bayern, und dann wird hämisch über eine Niederlage geschwätzt, weil plötzlich keine absolute Mehrheit mehr vorhanden ist. Wenn man aber so schamlos übertreiben darf, dann kann man hier aber wohl auch schon von Nötigung sprechen: "Eine Wand aus Journalisten und Kamerateams versperrt den Limousinen der Politiker die Einfahrt in den Hof."
Man braucht doch nur den neben den Leserkommentaren befindlichen Aufmacher der Süddeutschen zu Seehofer nehmen: "Kennedy der CSU:
Parteichef und bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer will der CSU neues Profil geben - und poltert gegen die Kanzlerin".
Dann weiß man: Es hat einfach gereicht! Wer innerhalb so kurzer Zeit so viel Unsinn, Widersprüchliches und Planloses gepaart mit grober Machtarroganz und stumpfem Populismus fabriziert, taugt nicht zur Führung der CSU und gehört erst recht nicht an die Spitze Bayern. Wer dennoch weiter an Horst XIV. festhalten will, erkennt die Zeichen der Zeit nicht und stellt sich ein Armutszeugnis aus - und schädigt die CSU und Bayern weiter.
Liebe Leute, sorgt bitte für mehr Demokratie und Transparenz, auch innerhalb der CSU, auf das die Besten nach oben kommen und nicht nur die abgefeimtesten Strippenzieher! Und entfernt zuerst den Horst von der Spitze, denn der hat nachhaltig bewiesen, dass er dies nicht kann.
Es kann doch wirklich nicht wahr sein, dass alle Demütigungen, die er selbst seinen engsten Mitarbeitern, den Ministern und Minsterinnen sowie manchen CSU-Größen übergebraten hat, einfach so geschluckt werden! Gibt´s denn in dieser Riege keine Leute mehr, die sich nicht alles gefallen lassen und noch Werte haben und verteidigen?
Seehofer durch Guttenberg zu ersetzen da werden dann seine nichtvorhanden Qualitäten nicht mehr so gut zu verbergen sein. Ich frage mich jedesmal wieso so viele auf eine Fassade hinter der nix ist reinfallen.
Paging