Die CSU feiert ihren Erfolg bei der Europawahl, dabei übersehen Horst Seehofer und Karl-Theodor zu Guttenberg beinahe ihren EU-Spitzenkandidaten.
Vielleicht liegt es daran, dass sich Horst Seehofer erst einmal abkühlen muss, wie er sagt. Als Sieger fühlen sie sich in der CSU, aber sie treten nicht als solche auf am Tag nach der Europawahl.
Bild vergrößern
"Nach so einem Tag brauchen Sie eine Abkühlphase": Parteichef Horst Seehofer warnt die CSU davor, nach dem Wahlerfolg übermütig zu werden. (© Foto: ddp)
Anzeige
Auch nicht der Parteichef: Weil ihn am Nachmittag zuvor als erste Meldung erreicht habe, dass die CSU bundesweit nur bei fünf Prozent liege, habe er am Wahltag ein "Wechselbad" durchgemacht, sagt Seehofer - am Ende waren es 7, 2 Prozent. "Nach so einem Tag brauchen Sie eine Abkühlphase."
Vielleicht aber erinnert er sich auch daran, dass die CSU in den vergangenen Jahren allzu oft als allzu hochmütig galt. Jedenfalls sind alle Ansätze zu Triumphgeheul, wie sie am Sonntag in der CSU da und dort zu spüren waren, am Montag in der Parteivorstandssitzung verschwunden. "Das war ein Tag, der uns Mut gemacht hat, aber kein Anlass für Übermut", sagt Seehofer. "Wir sind noch längst nicht am Ziel, geschweige denn: über dem Berg."
48,1 Prozent der Stimmen haben die Christsozialen in Bayern geholt, das sind fast zehn Punkte weniger als vor fünf Jahren. Aber es sind fast fünf mehr als bei der Landtagswahl im Herbst - und nur dieses tiefe Tal, in dem die CSU ihre absolute Mehrheit verlor, gilt noch als Orientierungspunkt für die Christsozialen. Gerade deshalb haben sie in der Parteiführung mit Wohlwollen registriert, wie die Europawahl nun in den eigenen Reihen wieder die Motivation geweckt hat mit Blick auf den Bundestagswahlkampf. Nur darauf richten sich in der CSU alle Blicke.
"Die Bundestagswahl ist längst nicht entschieden, der gestrige Tag war keine Vorentscheidung", sagt Seehofer. Und er sagt auch warum: "Ich sehe durchaus Luft für die Union nach oben." Die CDU also muss zulegen, heißt das, und in Bayern wissen sie auch schon, wie das funktioniert: Indem sich die CDU die Schwesterpartei als Vorbild nimmt.
"In München kann man sehen, wie man Wahlen gewinnt", tönte noch am Wahlabend der CSU-Europaabgeordnete Manfred Weber. Die Wahl sei auch ein Hinweis an die CDU, "sich stärker an uns zu orientieren". Doch Seehofer, der die CDU seit Herbst mit seinen Vorstößen so oft geärgert und verärgert hat, bremst: "Wir werden nicht, damit man uns hört, Streitereien vom Zaun brechen." Die finalen Verhandlungen mit der CDU zum gemeinsamen Wahlprogramm stehen an.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Seehofer und die Europawahl Der bayerische Siegfried 08.06.2009
- CSU: Markus Ferber "Wir können noch nicht durchatmen" 08.06.2009
- Nach der Europawahl Schönreden und zelebrieren 08.06.2009
- Europawahl 2009 Zartes Schwarz-Gelb 08.06.2009
- Frank-Walter Steinmeier Der einzige Kandidat 08.06.2009
Union debattiert über Familienpolitik
Die neueste Antwort
ist die tatsache,dassichdie eigentlichen europa abgeordeneten eest in zweiter linie präsentieren durften....
schlimm genug das hohlmeier und eine fdp prinzessin in das parlament gewählt worden sind und das wiederum bringt mich zum nachdenken über die intillgenz mancher bayern....
sind wir wirklich so dumm und glauben diese phrasendrescherei? ist uns europa so wenig wichtig das wir abgehalferte politiker - es gibt positive ausnahmen - nach brüssel schicken?
über eins sollten wir klar sein, der weg nach vorn ist nicht mehr aufzuhalten, denn schon heute werden die gesetze ( 80 % ) in brüssel verabschiedet und nicht in den länderparlamenten... also was lernen wir daraus:mittelfristig sind herr seehofer und konsorten eigentlich überflüssig - was sie auch wissen!
-10%, so sehen Sieger aus?
Die Kampagne war peinlich. Seehofer und Guttenberg - was haben die mit dem Europaparlament zu tun?
Die csU ist nicht "wieder da". Sie ist "immer noch da", sonst nix! Die herben Verluste zur letzten EU-Wahl werden da gerne untern Tisch fallen gelassen. Das ist einerseits bedauerlich, eine längere EU-Abstinenz täte denen sicher gut. Andererseits ist es auch Grund zur Zuversicht, denn die alten Arroganz-Reflexe kommen wieder hoch. Und DIE haben euch in letzter Zeit nicht gerade genutzt... die Bayern sind eben nicht so einfältig wie ihr sie gern hättet... Warten wir die Bundestagswahl ab, da kommt sicher noch was, liebe csU.
Da wird eben verglichen was gerade passt, notfalls Äpfel mit Birnen, also Landtags- mit Europawahl. Der Äpfel- Äpfelvergleich, also Europa- mir Europawahl wird gescheut, käme halt nicht so gut. Die nächste Bundestagswahl wird wohl erhellend sein, die kann nur mit der letzten Bundestagswahl verglichen werden, ein Vergleich mit der Landtagswahl wird wohl bei einem "schlechten" Ergebniss bei den Mitgliedern kaum durchgehen, diese Wahl wird dfür den Ministerpräsidenten die entscheidende Wahl werden.