Nach dem desaströsen Abschneiden der CSU diskutiert die Partei personelle Konsequenzen. Vor allem Generalsekretärin Haderthauer und Parteichef Huber müssen um ihre Ämter zittern - doch auch Ministerpräsident Beckstein steht in der Diskussion.
Nach dem Wahldebakel der CSU bei der bayerischen Landtagswahl wächst der Druck auf Parteichef Erwin Huber. Die Frage nach dessen Zukunft werde seit Sonntagabend "intensivst" gestellt, sagte CSU-Landtagsfraktionschef Georg Schmid vor Sitzungen der Parteigremien in München. "Es muss entschieden werden - schnell, sehr schnell", betonte er.
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Wer muss gehen, wer darf bleiben? CSU-Chef Erwin Huber (von links), Generalsekretärin Christine Haderthauer und Ministerpräsident Günther Beckstein. (© Foto: Reuters)
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Huber selbst schloss einen sofortigen Rücktritt als Reaktion auf das schlechte Abschneiden seiner Partei aus. "Es ist heute in keiner Form eine personelle Entscheidung auf der Tagesordnung", sagte Huber vor einer Vorstandssitzung seiner Partei in München.
Schmid hingegen betonte, ein "Weiter so" könne es nicht geben - und schloss sich damit CSU-Vize Horst Seehofer an. Dieser hatte bereits am Sonntagabend Konsequenzen aus der schweren Wahlniederlage seiner Partei gefordert.
Schmid sagte vor der Sitzung des CSU-Präsidiums in München: "Wenn man Konsequenzen ziehen will, dann kann man die nicht ewig hinausschieben." Der Fraktionschef stellte sich aber klar hinter Ministerpräsident Günther Beckstein. "Ich gehe davon, dass Günther Beckstein unser Ministerpräsident ist."
"Wir werden sehen"
Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann gab Seehofer recht. Zugleich sagte er aber im Deutschlandfunk, "die Doppelspitze als solches" sei nicht das Problem. "Die hat es in der Vergangenheit auch gegeben."
Seehofer selbst gab sich am Montagmorgen bedeckt: "Wir reden jetzt miteinander in aller Ruhe. Und dann werden wir sehen." Zuvor hatte er sich mit Parteichef Huber zu einem Gespräch unter vier Augen getroffen.
Der Münchner CSU-Bezirksverband fordert indes den Rücktritt von CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer. Dieser Beschluss wurde bei Beratungen in München gefasst, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Es wurde betont, die Generalsekretärin müsse nach dem Wahldebakel vom Sonntag ausgewechselt werden. Außerdem sei ein Sonderparteitag der CSU notwendig.
Der Vorsitzende der bayerischen Jungen Union, Stefan Müller, pochte auf personelle Konsequenzen: Es müsse sowohl in der Partei als auch in der Staatsregierung eine "Erneuerung" geben, sagte Müller in München. Er betonte, die Wähler wünschten sich "unverbrauchte Kräfte". Leider habe die CSU dieses Prinzip vor der Landtagswahl nicht beherzigt, kritisierte der CSU-Bundestagsabgeordnete.
"Ehrenspielführer" Stoiber
Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber kündigte an, sich nach den schweren Verlusten der CSU bei der Landtagswahl wieder stärker einbringen zu wollen. "Das ist für mich der bitterste Moment gewesen in meinem politischen Leben", sagte Stoiber vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München.
Die CSU sei gegenwärtig nicht mehr der Mythos, der sie jahrzehntelang gewesen sei. Im kommenden Jahr stünden Europa- und Bundestagswahlen an. "Wir haben nicht viel Zeit."
Es sei für ihn jetzt nicht die Frage, über personelle Konsequenzen zu diskutieren. Es sei aber wichtig, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. "Ich werde mich als Ehrenspielführer ein Stück weit einbringen", sagte der CSU- Ehrenvorsitzende.
In München und Berlin beraten die Parteien an diesem Montag über die Konsequenzen aus dem CSU-Wahldebakel für Bayern und den Bund. Nach dem schlechtesten CSU-Ergebnis seit 1958 waren in der Partei am Sonntagabend Forderungen nach personellen Konsequenzen laut geworden. Parteichef Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein waren aber Spekulationen über einen Rücktritt entgegengetreten.
Bereits am Morgen tagten die Gremien der Bezirksverbände. Danach wollten die Bezirkschefs mit der engsten Parteispitze zusammenkommen. Seit 10.00 Uhr tagt der Parteivorstand.
Aus der SZ Audio Redaktion:
O-Ton des "Ehrenspielführers" Edmund Stoiber Straßenumfrage zum Ausgang der Wahl
- Ticker-Nachlese Herbst, Hagel, CSU 29.09.2008
- CSU: Scharnagl rechnet ab Die "abstruse" Politik Stoibers 29.09.2008
- Wahldesaster für die CSU Zwei Männer, ein Fall 29.09.2008
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(AP/dpa/ddp/Reuters/gal/buma)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Nun, wenn Sie Ihrer CSU vorher mal den Marsch geblasen hätten und nicht dem Führungszirkel bei Wein, Weib und Gesang zu gegröhlt hätten, wären die evtl. aufgewacht.
Damit hätten Sie Ihrer Partei einen sicherlich großen Dienst erwiesen.
Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, hört sich das etwas schal an.
"""Sie wechseln aber auch die Meinung wie es Ihnen gerade passt."""
Verstehe ich jetzt nicht, denn ich persönlich sehe keine Alternative zur CSU, aber nach unangenehmen Ereignissen sei doch eine Analyse und eine Selbstkritik erlaubt, oder?
Ich stehe doch noch immer zu den Aussagen, die ich in der Vergangenheit gemacht habe, aber ich kann sie doch nicht als allgemeingültig erklären.
Tja, und aus 50 + X ist eben ein 50 - X geworden. :o)))
Sie wechseln aber auch die Meinung wie es Ihnen gerade passt.
Am 24.9. war aber Ihre CSU noch ohne Alternative für Ihr Wein,Weib und Gesang.....
Was ist los mit Ihnen?
Man wechselt die Personen aus und die Spielregeln bleiben die Gleichen.
Fakt ist, die sogenannten Volksparteien sind in Auflösungserscheinungen. Je eher sie verschwinden desto besser. Wenn sie ihre Lernfähigkeit nicht eingebüßt hätten,würden sie nunmehr ihre Ohren und Augen einmal ihrem Volk leihen.
Diese Hilf-und Perspektivlosigkeit der etablierten Parteien, diese alten Rezepte, es ist nicht mehr zum aushalten.
Am Wahlabend kräht die FDP in siegstrunkenem Zustand, jetzt machen wir mit der CSU, nicht jetzt machen wir was für unser Volk. Wer hindert die FDP daran erst einmal auszuloten wo und mit wem sie ihre angeblichen Ziele am besten verwirklichen kann?
Ein Blick rüber nach Österreich. Dort sind die Bürger es auch Leid und haben rund 30% der rechtsradikalen gewählt.
Wollen wir das auch so?
Was uns zu solchen Zuständen fehlt ist ein charismatischer Führer in der rechtsradikalen Szene.Ich denke mir, ein bayrischer Hayder hätte aus dem Stand 15% bekommen.
Weiter so? Setzt euch verdammt noch mal an einem Tisch und redet nicht über uns sondern redet mit uns.
Wenn in Windows XP schon der Wurm drin ist, dann ist aber in Vista eine Schlange drin, denn ich arbeite mit beiden Systemen, aber XP ist OK, während Vista mich permanent nervt.
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