CSU: Monika Hohlmeier Das verpatzte Comeback

Magere Zeiten: Die Wahlschlappe der CSU trifft Monika Hohlmeier: Nach 18 Jahren verliert die Strauß-Tochter und ehemalige Ministerin ihr Landtagsmandat.

Von Lilith Volkert

"Meine mageren Jahre sind vorbei!" Unter diesem hoffnungsvollen Titel wird demnächst ein Buch der ehemaligen bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier in den Buchhandlungen liegen. Die CSU-Politikerin berichtet darin von der Autoimmunkrankheit, unter der sie jahrelang litt.

Monika Hohlmeier (CSU) bei ihrem Rücktritt als bayerische Kultusministerin im April 2005.

(Foto: Foto: ddp)

Sie reagierte allergisch auf Eiweiß, nahm extrem ab und hatte mit Gerüchten zu kämpfen, sie leide an Magersucht. Nun möchte sie endlich offen über ihre Krankheit reden. Das Umschlagbild zeigt die als mürrisch bekannte Politikerin befreit lachend, die Arme entspannt im Nacken verschränkt.

Der Titel ist durchaus zweideutig gemeint: Auch politisch sollten die mageren Jahre von Monika Hohlmeier vorbei sein. Drei Jahre nachdem sie wegen der sogenannten Wahlfälscheraffäre der Münchner CSU als Kultusministerin zurücktreten musste, hoffte die Politikerin auf ein Comeback - bis gestern Abend.

Dann war klar, dass die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß nach 18 Jahren ihr Landtagsmandat verloren hatte. Im Gegensatz zur letzten Landtagswahl 2003 war Hohlmeier nicht mehr als Direktkandidatin im Stimmkreis München-Milbertshofen angetreten, sondern kandidierte nur auf auf einem Listenplatz.

An ihre Unfähigkeit, Fehler einzugestehen, kann sich keiner erinnern

Ein Comeback der Strauß-Tochter wäre durchaus möglich gewesen. Monika Hohlmeier hatte sich neue Gebiete erarbeitet: Sie saß im Haushaltsausschuss und studierte im Fernstudium Volkswirtschaft. Zum ersten Mal schien sie sich von ihrem übermächtigen Politikervater befreit zu haben. Und nicht zuletzt war die Erinnerung an die unschöne Affäre - es ging um gefälschte Mitgliedsanträge, ein ominöses Dossier, mit dem Parteifreunde eingeschüchtert wurden und um Günstlingswirtschaft im Kultusministerium - in der CSU-Fraktion des Landtags verblasst. Auch an Hohlmeiers Unfähigkeit, Fehler einzugestehen, mag sich im Maximilianeum kaum einer erinnnern.

Und so machte Monika Hohlmeier Wahlkampf: Sie zog durch die Bierzelte, hielt Reden, warb für ein einfacheres Steuersystem und die Entlastung des Mittelstands. Ihre Listennummer 110 (Liste 1, Platz 10) nutzte sie auf Wahlplakaten für den Slogan: "110 - ihr Notruf für den Landtag". Die potentiellen Wähler bei ihren Auftritten äußerten sich gnädig: Welcher Politiker hat keinen Dreck am Stecken, sagten die einen. Wenigstens kann sie gut reden, die anderen.

Nur unter ihren Münchener CSU-Kollegen hatte Hohlmeier noch immer einen schweren Stand. Dies zeigte sich bei der Verteilung der Listenplätze im Mai dieses Jahres: Der Bezirksverband weigerte sich zunächst, seiner ehemaligen Vorsitzenden einen aussichtsreichen Platz auf der Liste zu geben.

Dass sie letztendlich statt auf den ursprünglich vorgesehenen neunten Platz nach ihrem Intimfeind Ludwig Spaenle auf Platz zehn gesetzt wurde, kann ihr nun gleichgültig sein: In Oberbayern ging kein einziger Listensitz an die CSU. 2003 hatten noch zehn CSU-Abgeordnete aus München und Oberbayern über die Liste den Sprung in den Landtag geschafft. Allerdings holte die Partei damals 17 Prozentpunkte mehr als bei dieser Wahl.

In wenigen Tagen, am 3. Oktober, jährt sich zum zwanzigsten Mal der Todestag von Franz Josef Strauß. Dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten wird bei zahlreichen Feiern gedacht, zwei Biographien des Politikers erscheinen in diesen Tagen. Für seine Tochter wäre das eine gute Gelegenheit für einen politischen Neuanfang gewesen.

Nun plaudert sie im Fernsehen über den Vater, zu Monika Hohlmeiers Karriere passt nicht die Sache mit den mageren Jahren, sondern vielmehr der Titel eines erfolgreichen deutschen Kinofilms: "Die fetten Jahre sind vorbei."