Hilfe für Franken: Horst Seehofer plant offenbar, das Landesamt für Statistik von München nach Fürth zu verlagern.
Ministerpräsident Horst Seehofer plant offenbar, das Landesamt für Statistik von München nach Fürth zu verlagern. Das erfuhr sueddeutsche.de aus CSU-Kreisen. Er plane, die Verlagerung "schnellstmöglich" umzusetzen. Seehofer selbst hatte solche Pläne vor kurzem angedeutet und auch in der Sitzung des Parteivorstandes nocheinmal wiederholt. Er lies jedoch offen, um welche Behörde es sich handeln könnte.
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Horst Seehofer: Offenbar plant der Ministerpräsident den Umzug des Landesamtes für Statistik. (© Foto: ddp)
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Damit wolle die Regierung ein Zeichen für die von der Quelle-Pleite gebeutelte Region Nürnberg-Fürth setzen, heißt jetzt aus CSU-Kreisen. Die Pläne, das Landesamt für Statistik innerhalb von München an einen anderen Standort zu verlagen, wären mit einem Umzug nach Franken vom Tisch.
Derzeit hat die Behörde mit etwa 1000 Mitarbeitern ihren Hauptsitz in der Neuhauser Straße im Zentrum von München. Eine Außenstelle der Behörde befindet sich in Schweinfurt.
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(sueddeutsche.de/bica)
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Lieber Herr Seehofer,
meine Nürnberger Kollegen und ich teilen die Meinung unserer Kollegen beim LfStaD.
Es darf nicht sein, dass eine Landesregierung die eigenen Versäumnisse auf die Schultern unbescholtener und verdienter Beamter abwälzt.
Wenn dann würde ich vorschlagen, dass Sie und die Führung unseres geliebten Freistaates in gutem Beispiel voran gehen sollten.
Mann könnte ja genauso gut einen Teil der Staatskanzlei oder ein Teil eines Ministeriums auslagern. Also warum nicht die Lösung der Probleme selbst schultern.
Mit freundlichen Grüßen
ein anonymer Nürnberger
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Dass die Mitarbeiter des LfStaD jetzt aufjaulen, wo die Möglichkeit im Raum steht, dass sie ihr Nest im beschaulichen Dörfchen an der Isar aufgeben sollen um in den (künftigen?) fränkischen sozialen Brennpunkt zu ziehen, ist verständlich. Man sollte aber nicht vergessen, dass den, zugegebenermaßen schwerer zu findenden, Vorzügen des Beamtenstatus auch ein paar Pflichten gegenüber stehen. Unter anderem eben, dass der Arbeitgeber den Beamten landesweit nach Bedarf einsetzen kann. Oder was sollen da die oberpfälzischen Finanzbeamten sagen, die sich nach der Ausbildung im Finanzamt Amorbach wiederfinden? Oder die jungen Polizisten, die samt und sonders in den Beamtenstaubsauger München versetzt werden?
Eine Amtsverlagerung wird den entlassenen Quelle-Beschäftigten vermutlich keinen neuen Arbeitsplatz schaffen, das ist klar. Geholfen werden soll meiner Meinung nach wohl eher der Stadt Fürth. Das Landesamt ist nicht nur ein sicherer Arbeitgeber, dessen Beschäftigte zuverlässig für einen kalkulierbaren Anteil am Einkommensteueraufkommen für Fürth sorgen würden. Es ist auch ein Auftraggeber, der, von der Dönerbude bis zum großen Handwerksbetrieb, den von der Quelle Insolvenz sekundär Betroffenen die Einkommenssituation verbessert. (Und damit der Stadt Arbeitslose erspart und Steuereinnahmen sichert)
Angesichts der riesigen Beamtenblase in München ist es sicher der richtige Weg, diese mal ein bischen einzudampfen und den Kuchen aufs bisher weniger beglückte Land aufzuteilen. Beim Landesamt für Umwelt, das vor einigen Jahren teilweise nach Hof verlagert wurde, hat das ja scheinbar auch ganz gut funktioniert.
Und was man dazu nicht vergessen sollte: Die Übergangs-/Umzugszeit wird den Beamten ja auch nicht grade mit Bittersalz sonder eher mit Puderzucker gadankt: Da stehen üppige Trennungsgeld-/Reisekostenansprüche ins Haus.
Jawohl, genauso muss heutzutage Politik aussehen.
Der angeschlagene Quellekonzern erhält Finanzmittel aus Steuergeldern um seinen letzten Katalog herausgeben zu können, nur um dann wenige Monate später doch noch im Eilverfahren aufgelöst zu werden. Als Politiker kann man sowas ja nicht voraussehen und schon gar nicht die Kleinarmee der Referenten und Berater in den Ministerien. Wirklich wichtige Gutachten werden ja oft schon von Beraterfirmen erstellt. Wie soll man da noch die Fachkompetenz erhalten vorauszehen dass ein Katalog leider auch nichts mehr rettet.
Aber hey was macht es denn schon aus? Um die Region zu stärken kann man ja immer noch eine Behörde nach Fürth verlagern. Hmm, was nehmen wir da nur? Ach ja, wie wärs denn mit dem Landesamt für Statistik. Man kann damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Das Gebäude des Quellekaufhauses wird zu ner Amtsstube und das Amtsgebäude in München dafür zu einem schicken neuen Kaufhaus. Nebenbei bemerkt ist eigentlich schon klar, was mit dem genau gegenüberliegenden Karstadt Kaufhaus wird?
Aber was solls, zwei leerstehende Gebäude in Münchens bester Lage. Ein Traum für krisengebeutelte Investoren.
Vielleicht kann die Staatsregierung sogar noch einen Deal mit der Deutschen Bahn aushandeln. Vielen Mitarbeitern des Landesamts wird schlichtweg nur die Wahl bleiben zu pendeln. Das kurbelt den Verkehr an. Brilliant, Herr Seehofer. Nun wissen wir warum Sie gewählt wurden. Sie sehen nun mal Chancen wo andere nur "meckern" können. Und wenn selbst das Arbeitsamt behauptet, drei Stunden einfacher Arbeitsweg seien für jeden zumutbar, dann ist alles Meckern sowieso nicht so ernst zu nehmen. In der Serie Stromberg gibts sogar nen netten Spruch. "Wenn der Chef furzt, fordert der Betriebsrat gleich ne Lärmschutzwand". Genauso muss es auch mit den Mitarbeitern im öffentlichen Dienst sein, nicht wahr?
Nur eine Frage, wenn Sie erlauben. Ist dieser geniale Einfall das Ergebnis einer langen und fachkundigen Diskussion der Vor- und Nachteile oder eher eine spontane Eingebung am Fürther CSU-Stammtisch gewesen?
Wer in dem Beitrag Ironie findet darf sich nicht wundern, wer keine findet, sollte den Text nochmal lesen.
Sehr geehrter Herr Seehofer,
gehen wir mal unsere Optionen durch:
Option 1: Ich nehme es auf mich, täglich 1,5 Stunden mit dem Zug nach Fürth zu fahren. Schlimm für mich, aber das tun viele meiner Kollegen seit Jahren die vom Umland nach München reinfahren.
Option 2: Ich mache Nägel mit Köpfen und ziehe mit meiner Familie gleich nach Fürth um. Vielleicht kann ich ein Schnäppchen machen und kaufe ein zwangsversteigertes Haus eines ex-Quelle Mitarbeiters - könnte sogar die Chance meines Lebens sein. Meine Frau könnte ihrerseits den Fürther Jobmarkt beleben.
Frage 1: Welcher Quelle Mitarbeiter hat jetzt einen Job bekommen?
Frage 2: Was hat die Region davon gehabt?
Option 3: Ich tu das, was Sie sich insgeheim erhoffen und gebe meinen Job auf damit ein Fürther ein Auskommen hat.
Frage 3: Wem nehmen Sie jetzt den Job weg, damit ich in München arbeiten kann?
Heute sind Sie da, morgen nicht. Sie bekommen den "wohlverdienten" Ruhestand aber wie überbrücke ich meine Zeit bis zu meinem Altersarmut?
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