CSU-Klausur in Kreuth Seehofer fordert Geschlossenheit

Der Ministerpräsident will von den CSU-Landtagsabgeordneten bei der Klausur in Kreuth Geschlossenheit sehen. Seehofers Worte dürften auch als Mahnung zu verstehen sein, seine Ausfälle gegen CSU-Größen nicht weiter zu thematisieren.

Von Frank Müller und Mike Szymanski

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will von den CSU-Landtagsabgeordneten bei ihrer Klausur in Wildbad Kreuth Signale der Geschlossenheit sehen. "Die Kolleginnen und Kollegen wissen, wie wichtig gerade diese Woche ist", sagte Seehofer am Montag beim Klausurstart unter Anspielung auf die Landtagswahl in Niedersachsen am kommenden Sonntag. Deswegen dürfe die CSU nun "keinen Anlass geben, diesen guten Lauf, den die Union und die FDP in Niedersachsen haben, in irgendeiner Weise zu beinträchtigen".

Das Treffen in Kreuth ist nach dem der Bundestagsgruppe die zweite Januar-Klausur der CSU. Seehofers Worte dürften auch als Mahnung zu verstehen sein, seine Ausfälle gegen Finanzminister Markus Söder und andere CSU-Größen nicht weiter zu thematisieren. Seit den Attacken bei einer CSU-Weihnachtsfeier hatte es kein Aufeinandertreffen zwischen der Fraktion und Seehofer mehr gegeben.

Seehofer wie auch Fraktionschef Georg Schmid wiederholten in Kreuth das CSU-Mantra, die Sache sei "erledigt". Der CSU-Chef beurteilte die Erfolgsaussichten dieser Strategie allerdings selbst nüchtern. "Sie werden ja jeden fragen", sagte er zu den Journalisten. "Ich weiß, wie's bei Ihnen läuft, und deswegen wünsche ich Ihnen viel Spaß." Es gebe aber keine Neuigkeiten mehr in der Frage. Seehofer: "Das ist wie eine CD, die sich immer wieder von vorne abspielt."

Wie eine - wohl unbeabsichtigte - Anspielung auf Seehofers Schmutzeleien-Zitate liest sich jedoch der Titel des Referats von Allianz-Sprecher Emilio Galli-Zugaro am Auftaktabend: "Geschlossen erfolgreich kommunizieren - Tipps aus der Unternehmenskommunikation für die politische Arbeit."

Erfolgreich kommunizieren will Seehofer bei den CSU-Abgeordneten auch mehrere Sachthemen. Er wolle unter anderem über den Donau-Ausbau und über die immer noch offenen Wahltermine in diesem Jahr reden, sagte der Regierungschef. Intern sprach am Montag Generalsekretär Alexander Dobrindt über die Parteistrategie. Es gebe mittlerweile den Trend, dass die CSU in Umfragen zur Bundestagswahl besser abschneide als bei Landtagswahl-Prognosen, sagte Dobrindt laut Teilnehmern.

Am Dienstag soll laut Schmid innere Sicherheit der Schwerpunkt in Kreuth sein. Am Mittwoch werde man über mehr soziale Gerechtigkeit in der Arbeitswelt reden sowie mit Finanzminister Wolfgang Schäuble als Gast unter anderem über zusätzliche Mittel für den Straßenbau, sagte Schmid.