CSU, Huber und die Landesbank Der schwarze Filz brennt

Erwin Huber steht für die größte Geldvernichtung in der bayerischen Geschichte. Seine letzten Tage als Finanzminister und als CSU-Chef machten mehr als deutlich: Huber war reif für den Rücktritt. Überreif.

Ein Kommentar von Hans-Jürgen Jakobs

Es waren beschämende letzte Tage für Erwin Huber. Letzte Tage als Vorsitzender einer Partei, die sich mit dem Freistaat Bayern verwechselt hat und in einer Art Monopolwirtschaft Interessenpolitik betrieb.

Und letzte Tage als Finanzminister, der ein großes Rad drehen durfte, nicht zuletzt an der Spitze des Verwaltungsrats der Bayerischen Landesbank.

Dass dieses öffentliche Institut jetzt 6,4 Milliarden Euro braucht, ist eine Nachricht, die vielleicht schon vor der Landtagswahl am 28. September hätte erscheinen können - wenn es der Oberkontrolleur und die Seinen so genau hätten wissen wollen. Aber bis zu eben jenem 28. September herrschte Hubers CSU mit erdrückend absoluter Mehrheit.

Es galt das Gesetz des schwarzen Filzes. Überall in der Gesellschaft saßen aufstiegsorientierte Menschen mit CSU-Parteibuch, vom Bayerischen Rundfunk bis zur Bayerischen Landesbank.

Das schwarze Parteibuch gab auch der um Aufklärung kämpfende Sparkassenpräsident Siegfried Naser erst jetzt zurück, Wochen nach Hubers Wahldesaster und der Entmachtung der CSU.

Risiko war kein Thema

Erst jetzt, nach dem Ende des schwarzen Monopols wird der Blick frei auf das ruinöse Treiben der CSU-Herrschaftsclique - und Finanzminister Huber tritt zurück.

Jahrelang hatte er sich freuen können über die stolzen Gewinnzuweisungen seiner Landesbank, die dem Haushalt des Landes so guttaten. Die Spezialisten der Bank spekulierten einigermaßen erfolgreich an der Märkten herum, Risiko war kein Thema.

Als dann der Schlick sichtbar wurde, der ganze Handel mit toxischen Papieren der US-Hypothekenszenerie, da hat Verwaltungsrat Huber abgewiegelt und wohl auf Zeit gespielt. Die Milliarden-Lasten erst genannt, als es unvermeidlich war. Leider wurden es dann sehr viele Milliarden.

Zu viele jedenfalls, um Erwin Huber im Amt zu halten. Wie hätte der Niederbayer künftig ernsthaft eine Haushaltskonsolidierung erklären können, wo er doch für die größte Geldvernichtung in der bayerischen Geschichte steht?

Seinem Dauerrivalen Horst Seehofer, der ihn in der Parteileitung beerbt, dürfte es insgeheim überhaupt nicht unlieb sein, wenn er als Ministerpräsident diesen Minderleister nicht mehr im Kabinett führen muss.