Ministerpräsident Seehofer bewertet die Lage in Bayern - jedoch ohne seinen Wirtschaftsminister. Das lässt sich Zeil nicht gefallen.
Seine Worte sind sehr freundlich an diesem Tag, sein Auftreten ist es nicht. Denn auch, wenn sich Ministerpräsident Horst Seehofer müht, seinen Wirtschaftsminister Martin Zeil diesmal nicht direkt anzugreifen - allein, dass er hier in der Staatskanzlei steht und über die Wirtschaft im Freistaat spricht, ohne seinen FDP-Wirtschaftsminister, zeigt, dass es zur Zeit zwei Wirtschaftsminister in Bayern gibt: den ernannten Martin Zeil von der FDP und den selbsternannten Horst Seehofer von der CSU.
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Ministerpräsident Horst Seehofer. (© Foto: dpa)
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Der Ministerpräsident hat die Wirtschaft zur Chefsache erklärt, weil er die Bewältigung der Wirtschaftskrise seinem Wirtschaftsminister nicht zutraut. Zumindest nicht bis zur Bundestagswahl am 27. September.
Früher haben Seehofer und Zeil oft gemeinsam vor der Presse gestanden, nun steht Seehofer hier allein. Und offenbar hat Zeil noch nicht einmal gewusst, dass Seehofer eine Pressekonferenz zu Zeils ureigenstem Thema plant. Das Ministerium erfuhr erst durch die offiziellen Terminhinweise Anfang der Woche von dem geplanten Auftritt des Ministerpräsidenten als zweiter bayerischer Wirtschaftsminister.
Zeil schlug noch am gleichen Tag zurück. Kurz nach Ende von Seehofers Auftritt lud er für kommende Woche zur Pressekonferenz - in gleicher Sache, in seinem Ministerium. Der eine Wirtschaftsminister gegen den anderen.
Natürlich wurde Seehofer gefragt, warum er seinen Zeil nicht bei sich habe und antwortete mit einem seiner vieldeutigen Seehofer-Sätze: Praktisch jedes Regierungsmitglied sei in seiner Arbeit von der Krise betroffen. "Ich kann nicht das ganze Kabinett einladen." Er sei mit der Arbeit jedes Ministers zufrieden, sagte er noch.
Das hörte sich vergangene Woche ganz anders an, als Seehofer Zeil untätig genannt hatte. Jetzt sagte er nur noch, es gebe mit dem Koalitionspartner "durchaus Diskussionen in bestimmten Bereichen". Zum Beispiel bei der Initiative der CSU zur Stabilisierung des Milchmarktes. Die lehnt die FDO ab - eine "schwierige Situation", sagt Seehofer.
Mehr Verve war auch gar nicht nötig. Am Tag zuvor hatte CSU-Finanzminister Georg Fahrenschon der FDP in der SZ vorgeworfen, sie verschärfe die Wirtschaftskrise in Bayern. Im Wirtschaftsministerium gehe alles zu langsam.
Seehofer zeichnete ein durchaus günstiges Bild der Lage in Bayern. Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise sei der Freistaat "gut gerüstet" und sei "nach wie vor ein ökonomisch sehr robustes Land". Alle wichtigen wirtschaftlichen Kennziffern seien trotz Krise erfreulich. Er werde alles tun, um die Investitionsquote hoch zu halten.
FDP-Fraktionsvize Karsten Klein reagierte empört auf die Kritik von Finanzminister Fahrenschon. "Es ist völlig irrational, dass die CSU jetzt die Aufgabe der Opposition übernimmt, indem sie weiter auf ihren Koalitionspartner schießt", erklärte er. Die Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause kritisierte: "CSU und FDP tragen ihren Schlamm-Wahlkampf auf dem Rücken der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus."
- CSU: Vor der Bundestagswahl Seehofers Strategien 01.09.2009
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(SZ vom 04.09.2009/bica)
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Die neueste Antwort
1. Die Beiträge von Svensk kann ich nur unterstützen!
2. Selbst ein Strauß würde im heutigen Bayern auch mit herben und derben Sprüchen keine Wählerstimmen mehr einsammeln können. Stoiber hatte noch einmal aus nostalgischen und aus Gründen der Panikmache damals einen hohen Gewinn der CSU bewirken können. Die SPD hatte in Bayern niemals echte Chancen - abgesehen von einigen Hochburgen, das waren die Großstädte, Franken war auch einst SPD-nah. Erstaunlicherweise wurde bei den letzten Wahlen ein SPDler Bürgermeister von Passau, was an ein Wunder grenzte!
3. Dass Jesus nur die Bayern liebt, würde ich bezweifeln, er liebt ohne Ausnahme alle Menschen. Welch' eine Arroganz, so etwas auch nur anzunehmen!
Möglich, dass der Engel Aloisius immer noch daran arbeitet, dass die Bayerische Regierung doch noch göttliche Eingebungen hat (Ironie!) - der Engel Aloisius ist eine Kreation (Erklärung für die Nicht-Bayern-Kenner!) von Ludwig Thoma, bis heute sehenswert und einfach wunderschön, wie auch das Theaterstück von Thoma "Moral". Thoma hat sich ja sehr mit den Bayern auseinandergesetzt, hat sie auch meist sehr abgewatscht ("geohrfeigt"). Leider wurde ihm A.n.t.i.s.e.m.i.t.i.s.m.u.s vorgeworfen, was aber die Wirkung des Inhalts einiger seiner Stücke nicht abschwächt!
Seehofer, ist das nicht der, der morgens etwas sagt, welches er am Mittag dementiert und am Abend behauptet, er habe doch gar nie nicht nichts gesagt?
Während seiner Zeit in Berlin hat er nur eins zustande gebracht - und das ist immer noch dort.
Und wenn er weiterhin FDP-Bashing betreibt, könnte es sein, dass er sich bald neue Regierungspartner suchen muß oder gar sich in der Opposition wiederfindet. Zu gönnen wäre es ihm und der unsäglichen CSU.
Apropos Wirtschaft, welche Konsequenzen hat die CSU für die verantwortlichen Politiker des Landesbanken-Zusammenbruchs verhängt? Vermutlich mit doppelter Pension und Bayerischem Verdienstkreuz in den vorzeitigen Ruhestand versetzt...
Und der Milchbauer zahlt für die Mißwirtschaft!
ich bin Seehofer der Unfehlbare du sollst nicht andere Götter haben neben mir! Zum Glück hat sich auch das Blatt in Bayern gewendet und die unsägliche Hinterzimmerpolitik der CSU wird vom Wähler mehr und mehr abgelehnt.
Sie haben selbstverständlích Recht, aber dei Zeiten ändern sich.In Bayern leben nicht mehr nur "brave" Bauern, die ihrem bayerischen König in Form des CSU Vorsitzenden, den Speichel lecken. Inszwischen ziehen Leute aus dem Osten oder anderen Teilen D nach Bayern und umgekehrt. Da kann man nicht mehr jede Politik präsentieren, die man möchte oder mit einer Amigopolitik Stimmen fangen.
"""wo die Menschen in Bayern in die katholischen Kirchen gingen und zum Schluss den Spruch vom Pfarrer vor der Wahl hörten: Wählt christlich!! """
Diese Zeiten sind nicht vorbei. Der bayerische Christ wählt CSU und der ungläubige Rest des Landes mag wählen was es will.
Bayern ist Jesusland und deshalb geht es uns auch am Besten hier in der BRD.
Nur Blinde erkennen den Zusammenhang nicht...................
Paging