Georg Schmids Rücktritt als einzige Konsequenz auf das Landesbank-Desaster wäre viel zu harmlos - allein das zeigt den Niedergang der einst so starken CSU-Fraktion.
Georg Schmid ist seit einem Jahr politisch mehr tot als lebendig. Der blasse Chef der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag sollte eigentlich schon nach der verlorenen Landtagswahl im Herbst 2008 gehen. Er konnte sich nur halten, weil die CSU nach dem Rücktritt von Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein nicht noch mehr Opfer wollte.
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Der glücklose CSU-Fraktionschef Georg Schmid ist seit einem Jahr politisch mehr tot als lebendig - ein klarer Schnitt würde nur die wahren Verhältnisse offenbaren. (© Foto: ddp)
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Doch der Fraktionschef ist in diesem Jahr so unwichtig geworden, dass sein Rücktritt allein als Konsequenz auf die Verluste der Landesbank in Österreich heute als zu harmlos, als geradezu unangemessen angesehen würde angesichts der Milliardenrisiken. Wenn also von personellen Konsequenzen die Rede ist, dann muss CSU-Chef Horst Seehofer andere meinen - nicht Schmid, auch wenn der im Verwaltungsrat der Landesbank dem Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria zugestimmt hat.
Allein das zeigt, was unter Schmid aus der starken CSU-Fraktion geworden ist, die einst die absolute Mehrheit im Landtag und entsprechendes Selbstbewusstsein hatte. "Die Herzkammer der CSU", so nannten sich die Parlamentarier, und sie machten ihren Ministerpräsidenten - von Alfons Goppel über Franz Josef Strauß bis zu Edmund Stoiber - immer wieder das Leben schwer.
Ein furchtsames Anhängsel
Was der Politik durchaus guttat. Zuletzt bot der langjährige Fraktionschef Alois Glück oft als Einziger dem übermächtigen Edmund Stoiber Paroli. Schon unter Joachim Herrmann fühlte sich die einstige Herzkammer der Partei an, als habe sie Baldrian getrunken.
Seit Horst Seehofer Ministerpräsident ist, ist die Fraktion mit ihrem Vorsitzenden Georg Schmid keine eigenständige politische Einheit mehr, sondern ein Anhängsel, das furchtsam darauf wartet, was der große Meister zu wünschen gedenkt. Das ist so beim Rauchverbot, bei den Steuern, bei den Verhandlungen mit Berlin, selbst beim Haushalt. Die CSU-Fraktion stimmt allem zu, was ihr Seehofer vorsetzt.
Das Einzige, wogegen sich die Fraktion bisher sperrt, ist die Chef-Frage. Ihren Schmid wollen sie sich nicht von Seehofer entmachten lassen. De facto ist das längst geschehen. Ein klarer Schnitt würde nur die wahren Verhältnisse offenbaren. Und Schmid könnte sich am Ende rühmen, auch er sei über die Landesbank gestolpert, wie die CSU-Größen Huber und Beckstein. Nur hatten die eine andere Fallhöhe.
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(SZ vom 15.12.2009/aho)
Wirbel um Obama-Biographie
Die neueste Antwort
Aber Dalli Herr Seehofer - schmeißen Sie die richtigen raus!
Hier schon mal eine Liste der Übeltäter, der Verursacher und der Chronologie:
http://www.gavagai.de/skandal/HHD42.htm
Und wer behauptet, dass er von diesem Filz in der Bayerischen Landes- und Bundesregierung überrascht wurde, der lügt!
Ist doch ganz egal, wen man da jetzt entlässt, absetzt oder über die Klinge springen lässt. Die CSU ist ein durch und durch maroder Haufen. Eine Partei, die viel zu lange an der Macht war und ist. Die Partei und ihre Führung sind kraftlos und ideenlos geworden. Sie hat Milliardenverluste zu verantworten, verstrickt sich immer wieder in innerparteiliche Scharmützel und ist momentan nur mit dem Löschen von Bränden und dem Zuschütten von Baustellen beschäftigt. Eine handlungs- und zukunftsfähige Partei sieht anders aus.
de.wikipedia.org/wiki/Dead_Man_Walking_%E2%80%93_Sein_letzter_Gang
aber eine paar Jahre gesiebte Luft wäre durchaus angemessen für einen Haufen Beteiligte!
Selbst wenn man pro 10 Millionen Schaden nur ein Jahr Gefängnis rechnen würe, dann kämen 500 Jahre zusammen- aber wie verteilen?
Seehofer, Schmid und wie sie alle heissen: Die gehen alle, und zwar bei der nächsten Landtagswahl.
Nach einer willfährigen Stoibertruppe folgt nun eine gehorsame Seehofertruppe. Weiterhin wird dann jeder Unsinn abgenickt und man wundert sich, dass bei weniger Wählern immer weniger für die CDU stimmen. Nebenbei wird die parlamentarische Demokratie in den Graben gefahren.
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