CSU-Chef Seehofer wirft sich für Monika Hohlmeier in die Bresche: die Straußtochter sei ein großes politisches Talent. Man brauche sie "zur Optimierung der Wahlchancen".

Der CSU-Bezirksverband Oberfranken hatte Hohlmeier überraschend für das Europaparlament nominiert. In Teilen der CSU gibt es Kritik an dieser Entscheidung. Ihre Kandidatur ist nach Ansicht von Bayerns Regierungschef Horst Seehofer auch eine Versöhnungsgeste der Partei an die Adresse der Familie des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU). "Ich möchte, dass wir wieder in Harmonie mit der Familie Strauß auskommen", sagte Seehofer der Welt am Sonntag. "Franz Josef Strauß ist schließlich der Vater des CSU-Erfolges." Die Kandidatur der Strauß-Tochter Hohlmeier sei dafür "ein Signal".

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CSU-Europa-Kandidatur: Seehofer lobt Hohlmeier (© Foto: dpa)

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Seehofer bekräftigte seinen Führungsanspruch: Sollte die CSU bei der Wahl am 7. Juni ein schlechtes Ergebnis bekommen, trage er als Parteichef die letzte Verantwortung - "sonst niemand", sagte Seehofer der Illustrierten Focus. Deshalb nehme er sich "auch die Freiheit zu entscheiden, in welcher Formation wir in den Wahlkampf ziehen". Wörtlich fügte er hinzu: "Wir brauchen Monika Hohlmeier zur Optimierung unserer Wahlchancen und für eine starke Vertretung unserer bayerischen Interessen."

Sie sei lange eine tüchtige Landesministerin gewesen. Nach "Querelen" innerhalb der Partei habe sie nun "genug Auszeit hinter sich". Seehofer bezog sich damit auf eine Kontroverse um offenbar gefälschte Aufnahmeanträge und gekaufte Mitglieder vor fünf Jahren im CSU-Bezirksverband München, dessen Chefin Hohlmeier damals war. Hohlmeiers Konkurrenten im Rennen um die Europa-Spitzenkandidatur, den Chef der CSU-Europagruppe Markus Ferber, ließ Seehofer im Focus wissen, alles habe sich dem Wahlerfolg unterzuordnen.

Die engste CSU-Spitze hatte den internen Streit um die Liste für die Europawahl auch bei einem Gespräch mit den zehn CSU-Bezirksvorsitzenden am vergangenen Montag nicht beilegen können. Das letzte Wort über die CSU-Europaliste hat eine Landesdelegiertenversammlung am 17. Januar. Derzeit sitzen neun CSU-Parlamentarier im Europäischen Parlament.

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(dpa/ddp/lala)