CSU: Demo für den Ex-Minister "...sonst machen wir uns lächerlich"

In der Landeshauptstadt selbst ist die Versammlung seit Donnerstagmittag offiziell angekündigt, wie eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats sagt. Weil jedoch am Marienplatz, wo die Demonstration ursprünglich stattfinden sollte, ab Sonntag Fasching gefeiert wird und am Samstag die Vorbereitungen dafür laufen, müssen die Guttenberg-Anhänger auf dem Rindermarkt demonstrieren.

Überhaupt haben sich die Unterstützer des ehemaligen Verteidigungsministers möglicherweise einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht. "Ich glaube nicht, dass das mitten in der Karnevalszeit in Köln oder Düsseldorf einen wirklichen Sinn macht", sagt eine Userin auf Facebook. Und ein anderer witzelt: "Lass mich raten: Die Polizei spricht von 100.000 Demonstranten. Und alle in Verkleidung." Demo-Organisator Clören gesteht, er habe gar nicht daran gedacht, dass in Köln Karneval ist. "Und außerdem wusste ich nicht, dass man in Berlin vor dem Bundestag gar nicht demonstrieren darf."

Dennoch rechnet Clören bundesweit mit 500.000 Demonstranten - und das, obwohl in der Facebook-Gruppe bis Donnerstagabend erst 2500 Guttenberg-Fans ihr Kommen angekündigt haben. "Ich find' es so genial. 300.000 wollen anscheinend Guttenberg zurück", spottet ein User. Aber nur wenige seien bereit, dafür auch etwas zu tun. Dass sich letztlich die Zahl der Demonstranten in Grenzen halten könnte, verdeutlichen die Zahlen der Organisatoren: In München sollen laut Veranstalter lediglich 50 bis 100 Anhänger mitmachen.

"Ich hoffe es werden noch mehr teilnehmen, sonst machen wir uns am Samstag lächerlich und da kann die Gruppe noch so viele Mitglieder haben", schreibt ein Guttenberg-Fan auf Facebook.

Kommunistisches Bündnis pro Guttenberg

Unverhoffte Unterstützung könnte derweil ausgerechnet aus dem extrem linken Lager kommen: Im Netz ruft ein "Kommunistisches Bündnis pro Guttenberg" zur Teilnahme linker Gruppen an den Solidaritätskundgebungen am Samstag auf.

Die etwas eigenwillige Logik dahinter: Dass Guttenberg in seiner Doktorarbeit wortgleich Passagen aus anderen Texten übernommen habe, sei als Kritik des CSU-Politikers an den bestehende Eigentumsverhältnissen zu verstehen, heißt es in dem Mobilisierungsaufruf auf der Internetseite der Gruppe. Der ehemalige Verteidigungsminister habe den "kapitalistischen Normalzustand von Leistungszwang" durchbrochen. Auch Wissen müsse vergesellschaftet werden. Oder, noch kürzer: "Copy + paste = communism."

Die Ernsthaftigkeit des Aufrufs stößt freilich selbst bei den Kommentatoren auf geteilte Meinung. Hierzu nur ein Zitat aus der Initiatoren des Bündnisses: "ACHTUNG: Das hier ist KEINE IRONIE. Wir meinen es ernst. Wirklich. Also, jetzt ganz ehrlich", schreiben sie auf der zugehörigen Facebook-Seite.

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