CSU-Delegation auf Papstbesuch Inspiration in Rom

Papst Benedikt XVI. hat eine achtköpfige Delegation der CSU-Landesgruppe empfangen. Diese will das C nun wieder stärken.

Von Andrea Bachstein

Sie können mit Recht von sich sagen, dass sie die Ersten waren, und sie zeigten sich ein bisschen stolz darüber: Im Jahr, in dem der Papst Deutschland besucht, hat vor der achtköpfigen Delegation der CSU-Landesgruppe noch keine andere deutsche Politikergruppe den Papst besucht.

Und auch sonst hat an diesem Mittwoch alles gepasst für die Bayern in Rom: Aus der Heimat kam die Nachricht von dem aufwärts zeigenden Umfrageergebnis von 46 Prozent für ihre Partei; die Sonne schien für Januar ungewöhnlich warm über dem Petersplatz, und dann hatte Benedikt XVI. nach der Generalaudienz auch noch Zeit für sie. Über die Frage, wie viel Zeit das war, darüber mussten sich Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich und der stellvertretende Unionsfraktionschef Johannes Singhammer kurz abstimmen, und einigten sich dann: 15 Minuten.

Lang genug, um mit dem Heiligen Vater so große Themen anzusprechen wie Christenverfolgung, den Deutschlandbesuch und den Stand der Diskussion über die pränanale Diagnose von Krankheiten bei Embryonen. In der liegen Vatikan und CSU selbstverständlich auf derselben Linie: sie zu verbieten.

Und wo, wenn nicht vor den Pforten des Vatikan wäre ein guter Platz gewesen, um zu erläutern, dass das C im Parteinamen "wieder offensiver nach außen" getragen werden solle? Dazu seien CSU und CDU entschlossen, sagte Friedrich. Sie seien besorgt über die Kräfte in Deutschland, die Stimmung gegen die Kirche machten. Die Kirche dürfe nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden, "zurück in die Sakristeien", sagte Singhammer.

Friedrich nannte Bestrebungen der Grünen gegen Konfessionsschulen und die Laizisten in der SPD, die jeden Gottesbezug aus Verfassung und anderen staatlichen Formeln getilgt sehen wollten. Aber leider gebe es auch beim Koalitionspartner FDP Tendenzen, den Bezug zum Christlich-Abendländischen nicht mehr ins Zentrum zu stellen.

Der Staat dürfe sich jedoch nicht neutral verhalten zu seinen eigenen kulturellen Grundlagen. Er glaube, es sei die Zeit gekommen, sich zu den christlichen Wurzeln und Werten wieder stärker öffentlich zu bekennen. Dazu gehöre auch, Solidarität mit verfolgten Christen zu zeigen.

Apropos Bundestag: Voraussichtlich wird Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch dort sprechen. Friedrich sagte, er glaube nicht, dass es im Parlament eine Diskussion geben werde, ob der Papst dort reden solle oder nicht. Er glaube, es wäre ein wichtiges Zeichen an die ganze Bevölkerung, wenn der Heilige Vater an diesem Ort zeige, dass "die Kirche der Welt etwas zu sagen hat". Und natürlich haben die CSU-Landesgruppenmitglieder dem Papst auch gesagt, dass sie sich auf sein Kommen freuen.

20 Stunden Rom sind nicht besonders viel. Die CSU-Parlamentarier hatten auch noch ein Treffen mit den deutschen Kardinälen Walter Brandmüller und Walter Kasper hineingepackt und mit dem Obersten Benediktiner, Abtprimas Notker Wolf. So blieb am Ende gerade eine Stunde zur Besichtigung der Ewigen Stadt. Auf den Kapitolshügel sollte es gehen. Aber vor der Heimreise wollten die CSU-Größen auch noch mal in den Petersdom "und schauen, was sich da an Inspiration ergibt".