Beim Schlussspurt im Wahlkampf geht die Union getrennte Wege: Die CSU will ein 100-Tage-Programm für die Wirtschaft vorlegen, bei der CDU wächst der Verdruss über die bayerische Schwester.
Für den Schlussspurt des Bundestagswahlkampfes können sich CDU und CSU offenbar nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen. Wie in München verlautete, will die CSU am Sonntag ein eigenes Sofortprogramm zur Wirtschaftspolitik beschließen, das Parteichef Horst Seehofer tags darauf präsentieren wird. Die CDU dagegen wird sich daran nicht beteiligen.
Der bayerische Ministerpräsident Seehofer will Gefühle im Wahlkampf wecken, Kanzlerin Merkel dagegen in Zeiten der Krise betont sachlich bleiben. (© Foto: AP)
Anzeige
Zudem wächst auch bei ihr der Verdruss über die bayerische Schwesterpartei. "Erst greift die CSU wochenlang die FDP an, jetzt will sie plötzlich noch mal ganz emotional erklären, warum nur ein Bündnis mit der FDP gut geht. Soll das wirklich unsere Glaubwürdigkeit erhöhen?", fragen sich viele in der CDU-Führung.
Intern trägt das CSU-Papier, das federführend von Spitzenkandidat Peter Ramsauer und Generalsekretär Alexander Dobrindt erarbeitet wird, den Arbeitstitel "100-Tage-Programm Wirtschaft, Wachstum, Arbeitsplätze". Es stehe in keinem Widerspruch zum gemeinsamen Wahlprogramm von CDU und CSU, hieß es in der Parteiführung. "Aber wir werden konkret werden."
Seehofer sprach von einer "Verdichtung" des Wahlprogramms. Im Zentrum sollen die Entlastungspläne der Union bei der Erbschaft-, der Einkommen- und der Unternehmensteuer stehen. Darüber hinaus soll das Papier mehrere Initiativen für den Mittelstand beschreiben.
Die CSU hatte seit Wochenbeginn ihre Schwesterpartei vergeblich gedrängt, ein gemeinsames Papier vorzulegen. Hintergrund ist, dass bei den Christsozialen nach dem Fernsehduell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihrem SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier bemängelt wurde, Merkel habe kaum Profil in der Wirtschaftspolitik gezeigt und zu wenig deutlich gemacht, warum nur eine schwarz-gelbe Koalition das Land rasch aus der Krise bringen könne.
Die Begründung dafür soll nun das Wirtschaftspapier nachliefern, das am Sonntagabend vom CSU-Präsidium in einer eigens einberufenen Sitzung verabschiedet werden soll. Seehofer betonte am Mittwoch dennoch die "tadellose Zusammenarbeit" mit der Kanzlerin. Das CSU-Papier "richtet sich nicht gegen Merkel oder die CDU". Gleichwohl steckt hinter dem Sofortprogramm eine grundsätzlich andere Auffassung von Wahlkampf. Seehofer möchte Gefühle wecken, Merkel in Zeiten der Krise betont sachlich bleiben.
- Thema
- Bundestagswahl RSS
- Kabinettssitzung Koalition hält Überfall aus Wahlkampf heraus 16.09.2009
- Kritik an Merkel-Wahlkampf Die CSU und die Schuldfrage 16.09.2009
- Union CSU ist unzufrieden mit Merkel 15.09.2009
- CSU contra FDP Seehofer verschärft Streit mit FDP 12.09.2009
- Bundestagswahl Mathematik für Sieger 29.04.2010
- 100 Tage Schwarz-Gelb Wie gut war Merkels Mannschaft? 04.02.2010
- Schwarz-gelbes Kabinett Merkels Mannschaft im Test 19.01.2010
(SZ vom 17.09.2009/afis)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Ganz klar, Seehofer zieht die Notbremse. Muss er doch, wie die meisten konservativen und marktliberalen Traditionswähler der CDU befürchten, dass die Kanzlerin dabei ist die schon sicher geglaubte schwarz-gelbe Regierungsmehrheit gegen gegen die Wand zu fahren - Unfähigkeit oder Absicht sei einmal dahingestellt.
Jetzt kommt es darauf an, die Stammwähler zu mobilisieren. Wenn die linksgestrickte Merkel-CDU aber den Eindruck erweckt im Grunde die Fortsetzung der Koaltion mit der SPD anzustreben werden die Konservativen zuhause bleiben und die Marktwirtschaftler weiter scharenweise zur FDP überlaufen.
*prust die csU...
Was sie wollen ist doch ganz klar:
liebe fpD, hauts ab nach Berlin und lassts uns in Bayern in Ruhe regieren!
Dass es wahrscheinlich umgekehrt läuft, Guido nicht Außenminister wird und die so genannten Liberalen dann erst recht in Bayern auftrumpfen wollen... nuja das wird der Seehofer selbst merke(l)n.
1. In einem Artikel, in dem "Seehofer" und "Konkret" vorkommen, sollte zumindest die Halbwertszeit, am besten ausgedrückt in Minuten mit vorkommen.
2. Was hat der Artikel unter der Rubrik. Landtagswahlen in Bayern 2008 verloren?
Es sollte wohl eher angebracht sein, sich diesbezüglich von jeglichem Glauben zu distanzieren - wer, von diesen Herrschaften, vermittelt noch irgend etwas, was man an Glaubwürdigkeit messen könnte.
Allein S.........'s The.a.t.e.r liesse sich profitbringend als "M.u.t.a.n.t.e.n.s.h.o.w" verkaufen.