Absprachen im Strafprozess

Im Mai 2003 erfolgt die Anklage wegen Körperverletzung. Mollath soll seine Frau mindestens 20 Mal mit Fäusten geschlagen und sie so lange gewürgt haben, bis sie bewusstlos wurde. Im September 2003 wird vor dem Amtsgericht Nürnberg verhandelt. Mollath schreibt an Vertreter der Nürnberger Justiz und erklärt, er solle möglicherweise wegen seiner Schwarzgeldenthüllungen mundtot gemacht werden.

Ein früherer langjähriger Freund des Paares verstärkt diesen Verdacht acht Jahre später durch eine eidesstattliche Versicherung, in der er ein Gespräch mit Mollaths damaliger Frau beschreibt. In der Unterhaltung soll sie unter anderem gesagt haben: "Wenn Gustl meine Bank und mich anzeigt, mache ich ihn fertig." Weil der Bekannte das Paar im Laufe ihrer Streitigkeiten aber aus den Augen verliert, bekommt er von dem folgenden Prozess nichts mit und meldet sich erst im November 2011 zu Wort - in einem Schreiben, das er an die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und zugleich an Justizministerin Beate Merk schickt.

Bild: dpa

6. August 2013, 12:06 2013-08-06 12:06:42

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