Auch weitere führende CSU-Politiker schlagen sich auf die Seite Guttenbergs. Bayerns Umweltminister Markus Söder erklärte im Gespräch mit der SZ, er habe "viel Sympathie" auch für Guttenbergs Modell einer Freiwilligenarmee. Die Bundeswehr müsse reformiert werden, er habe "großen Respekt" vor Guttenberg, der sich dieser Aufgabe annehme.

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Als möglicher Kompromiss, der Gegner wie Befürworter der Bundeswehrreform versöhnen soll, wird innerhalb der CSU diskutiert, die Truppe nicht so stark zu verkleinern, wie Guttenberg das vorgeschlagen hatte. Dies könnte es den Reformgegnern leichter machen, einer Abschaffung der Wehrpflicht doch noch zuzustimmen.

Seehofer vermeidet mittlerweile eine Festlegung

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hält mindestens 200.000 Mann in Zukunft für notwendig. Er gehört aber auch weiterhin zu jenen, die gegen eine Aussetzung der Wehrpflicht sind. "Wir sollten auf die Wehrpflicht nicht verzichten", bekräftigte er am Donnerstag. Parteichef Seehofer vermeidet inzwischen eine Festlegung: "Gehen Sie davon aus, dass wir eine sehr gute Gesamtlösung gemeinsam beschließen werden", sagte er am Donnerstag.

Im Verteidigungsministerium in Berlin reagierte man zurückhaltend auf die Meldungen aus Bayern. Von einer Einigung zwischen Guttenberg und Seehofer sei nichts bekannt, hieß es. Allerdings hat man im Ministerium registriert, dass die Landesgruppe der CSU im Bundestag ebenso wie viele CDU-Abgeordnete den Personalumfang der Bundeswehr nicht so stark abbauen will, wie es Guttenberg vorschlägt. Offenbar sind viele Unionspolitiker der Meinung, dass ein Verzicht auf die Wehrpflicht leichter falle, wenn gleichzeitig die Truppenstärke nicht zu sehr schrumpfe.

Guttenberg hat immer betont, dass er auch für eine Bundeswehr mit mehr als den von ihm vorgeschlagenen 163.500 Soldaten offen ist. Diese Zahl hält er lediglich für die absolute Untergrenze. Guttenberg verweist aber auch darauf, dass mit einer größeren Zahl von Soldaten das Sparziel von 8,3 Milliarden über die nächsten vier Jahre erst recht nicht zu erreichen sein wird. 10.000 Mann mehr schlagen allein bei den Kosten für Personal und persönliche Ausrüstung mit 400 Millionen Euro pro Jahr zu Buche.

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(SZ vom 03.09.2010/mar)