Bund Naturschutz Söder soll sich zu drittem Nationalpark bekennen

Der Bund Naturschutz (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben den designierten Ministerpräsident Markus Söder aufgefordert, sich klar zu einem dritten Nationalpark in Bayern zu bekennen. "Der Beschluss für den dritten Nationalpark war eine einstimmige Entscheidung des Kabinetts, auch Söder hat ihn befürwortet", sagt LBV-Chef Norbert Schäffer. "Das Auswahlverfahren darf nicht in Frage gestellt werden." Der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner sagt: "Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung will den dritten Nationalpark, der Auswahlprozess muss wie geplant abgeschlossen werden."

Unterdessen mehren sich weiter die Anzeichen, dass Söder das Nationalpark-Projekt kassieren wird. Das jüngste: Das Umweltministerium sagte am Mittwoch eine große Informationsveranstaltung über einen Auwald-Nationalpark zwischen Neuburg an der Donau und Ingolstadt ab. Sie sollte am 9. Februar im Stadttheater in Ingolstadt stattfinden. Ein Ersatztermin wurde nicht genannt. Ein Ministeriumssprecher begründete die Absage mit Söders Ankündigung einer erneuten Grundsatzentscheidung in den kommenden Monaten. "Diese Entscheidung gilt es abzuwarten", sagte der Sprecher. "Deshalb ist es im Moment nicht zielführend, in Ingolstadt über Details eines dritten Nationalparks zu diskutieren." Zugleich bekräftigte der Sprecher, dass Umweltministerin Ulrike Scharf nach wie vor entschieden für das Nationalpark-Projekt eintritt. Scharf hatte erst vor wenigen Tagen vor Hunderten Naturschützern erklärt, dass die beiden Nationalparke im Bayerischen Wald und in Berchtesgaden "zu den grünen Leuchttürmen in Deutschland gehören" und im Freistaat weiteres "Potenzial für große Schutzgebiete vorhanden ist". Daher werde sie sich "mit Nachdruck" in die Debatte einbringen. Die Idee für einen dritten Nationalpark im Freistaat stammt ursprünglich von Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer. Außer den Auwäldern an der Donau ist dafür die unterfränkische Rhön im Gespräch. Während ein Auwald-Nationalpark an der Donau bei der Bevölkerung dort willkommen wäre, ist ein Nationalpark in der Rhön unter den Einheimischen höchst umstritten. In der CSU sind seit jeher die Nationalpark-Gegner in der Mehrheit, egal in welcher Region und auf welcher Parteiebene.