Bildung Berufliche Schulen brauchen mehr Lehrer

Angesichts des Ansturms auf die beruflichen Schulen im Freistaat fordert die SPD-Landtagsfraktion eine Task Force mit 500 zusätzlichen Lehrkräften für das kommende Schuljahr. Damit junge Flüchtlinge möglichst schnell eine Ausbildung erhielten, müssten vor allem Lehrer mit der Zusatzqualifikation Deutsch als Zweitsprache eingestellt werden, mahnte die SPD-Bildungspolitikerin Kathi Petersen in einem Dringlichkeitsantrag ihrer Fraktion am Mittwoch im Landtag.

"Die Lehrkräfte und die gesamte Schulfamilie leisten seit Monaten Enormes, um jungen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Bayern kommen, eine Perspektive zu bieten", sagte Petersen. Aus Personalmangel fielen dafür aber in manchen Fächern bis zu einem Drittel der Stunden aus. "Wir brauchen zusätzliche Lehrer nach den Sommerferien", forderte Petersen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) zum schnellen Handeln auf, "es gibt genug qualifizierte Lehrkräfte auf den Wartelisten, die hier eingesetzt werden könnten."

Auch der Verband der Berufsschullehrer in Bayern hatte bereits Alarm geschlagen. In diesem Jahr würden schon mehr Schüler an Berufsschulen unterrichtet, als in der Schülerprognose berechnet waren - unabhängig von der Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber.

Spaenle betonte, schon jetzt würden im Freistaat an rund 80 Berufsschulen jugendliche Asylbewerber und Flüchtlinge in 260 speziellen Klassen über zwei Jahre auf das Berufsleben vorbereitet, "ein bundesweit beachtetes Modell". Außerdem werde zum kommenden Schuljahr bayernweit ein Modellprojekt an 21 Berufsschulen beginnen, um herauszufinden, wie die Schule die Jugendlichen noch besser für eine duale Ausbildung oder den Arbeitsmarkt vorbereiten könne, kündigte Spaenle an.

"Die Berufsschulen spielen eine zentrale Rolle bei der Integration der Asylbewerber", sagte auch Bertram Brossardt, Chef der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, die das Projekt unterstützt. "Je besser die Sprachförderung, je besser die auf die Zielgruppe zugeschnittene Berufsorientierung, desto besser die Eingliederung in den Ausbildungsmarkt." Ein wissenschaftlicher Beirat wird das Projekt begleiten, im Hinblick auf Spracherwerb, pädagogische, interkulturelle und psychologische Aspekte - damit möglichst kein Talent unentdeckt bleibt.