In der Union bahnt sich eine neue Kontroverse über die Familienpolitik an. CSU-Chef Stoiber wirft Familienministerin von der Leyen (CDU) vor, das Betreuungsgeld "ideologisch zu diffamieren". Darüber werde es "eine intensive Diskussion mit unserer Schwesterpartei" geben, sagte Stoiber der SZ.
Auslöser für Stoibers Ärger ist ein Streitgespräch von der Leyens mit Christa Müller, der Ehefrau von Oskar Lafontaine, im Spiegel. Von der Leyen übt darin unverhohlene Kritik an dem Betreuungsgeld, das die CSU an Eltern auszahlen möchte, die ihre Kinder zu Hause betreuen und nicht in eine Kinderkrippe geben. Mit dem Betreuungsgeld, so von der Leyen, werde der "Teufelskreis" verstärkt, in dem Kinder steckten, die zu Hause keine Chance auf frühe Bildung, gute Sprache, wenig Fernsehen und viel Bewegung hätten.
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Edmund Stoiber (© Foto: ddp)
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Um zu verhindern, dass "Eltern lieber ihre Haushaltskasse aufbessern", plädierte von der Leyen erneut dafür, das Betreuungsgeld als Bildungsgutschein auszuzahlen. Stoiber nannte von der Leyens Kritik "völlig unverständlich". Sie verkenne, dass sich eine große Mehrheit der Eltern darum bemühe, in den ersten Lebensjahren eine Bezugsperson für ihre Kinder zu sein.
Stoiber kündigte massiven Widerstand der CSU an, sollte von der Leyen bei ihrer Linie bleiben. Dann werde es "noch erhebliche Diskussionen" geben. Der CSU-Chef wies darauf hin, dass in Bayern 70 Prozent der Bevölkerung für das Betreuungsgeld seien. "Auch in der CDU steht eine große, schweigende Mehrheit hinter dieser Idee", sagte Stoiber. Die CDU sei deshalb "gut beraten", diesen Mehrheitswillen aufzugreifen.
(SZ vom 30.7.2007)
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Ich bin der Meinung, dass Babies und Kleinkinder (und nichts anderes sind Kinder von 0-3 Jahren) das Recht haben, von ihren leibllichen Eltern (Mutter oder Vater) liebevoll betreut zu werden. Das ist ein unabdingbares Menschenrecht !!!! Egal wie professionell die Betreuung ist, die Liebe der Eltern kann durch nichts ersetzt werden. Dass professionelle Betreuung in der Kindergrippe diese kleinen Menschen besser fördern soll, halte ich für ein Gerücht, dass von karrieregeilen Eltern in die Welt gesetzt wurde, um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen. Niemand wird dazu gezwungen, Kinder zu haben. Wenn ich mich für ein Kind entscheide, ist es meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, mich um dieses Kind auch zu KÜMMMERN !
Übrigens: Wer sagt eigentlich, dass eine Betreuung etc. immer "professionell" sein muss ? Wenn man diesen Gedanken zu Ende denken würde, könnte man auf die Idee kommen, auch die Zeugung des Kindes einer "Professionellen" zu überlassen - die ist mit dem Procedere schließlich mehrmals täglich befasst ;)
Ich bin nicht weltfremd, natürlich müssen viele Eltern auch arbeiten, da sie ansonsten finanziell nicht zurechtkommen. Hier fängt die Wahlfreiheit an. Eltern müssen es finanziell verkraften können, dass zumindest ein Elternteil 3 Jahre lang "ausfällt". Dies muss von uns allen über Steuern finanziert werden.
Dass Mütter (und Väter), die sich selbst um ihre Kinder kümmern, als "konservativ", unflexibel, nicht selbstbewußt und eigentlich fast schon als ein bischen bescheuert gelten, finde ich völlig daneben.
Ich bin eine 33jährige verheiratete Frau, habe einen 10-jährigen Sohn, den ich bis zum Alter von 3 Jahren selbst betreut habe. Ich habe mich bewußt dafür entschieden, Zuhause zu bleiben. Man verpasst als Eltern so unglaublich viel (gerade in diesem Alter) , wenn man nicht permanent mit seinem Kind zusammen ist. Ich kann allen zukünftigen Müttern und Vätern nur raten, sich nicht aus einem falsch verstandenen Emanzipationsbestreben heraus zu früh von seinem Kind zu trennen.
Was die Förderung angeht: Meines Erachtens sollte jedes Kind einen Kindergarten besuchen MÜSSEN. Ab dem Alter von 3 Jahren ist eine sinnvolle Förderung in Hinblick auf die immer anspruchsvoller werdende Grundschule erst möglich und dann unverzichtbar.
so was gibt es gar nicht. Bei den Kommentaren weiß niemand mehr was das Sommerloch überhaupt sein soll.
Man fragt sich, will man überhaupt noch Familie und wenn ja, wie definiert sich gute Familie? Sind die Eltern wirklich erwachsen bzw. dem Leben gewachsen. Wissen Sie im Falle des Nachwuchse mit ihren Kindern und sich dann unter veränderten Bedingungen umzugehen?
Viele schlittern da hinein. Existentiell ist es ein Abenteuer. Früher bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen waren Familienverdienende geschützter, heute gibt es für Junge nur noch Zeitverträge usw. das bekannte Elend.
Der Staat und die Gesellschaft haben in den letzten Jahrzehnten die falschen Prioritäten gesetzt. Die Familile wurde massiv vernachlässigt, die Alleinerziehenden wurden als tragischer Fall notversorgt. Wir haben einen immensen technischen Fortschritt und einen irrsinnigen Konsumanstieg mit entsprechender Mobilität bzw. Reisen. Doch die Gesellschaft hat das Wohlwollen gegenüber Kindern verloren, sie sind mehr als Feierabendspielgefährten und künftige Sozialversicherungsbeitragszahler.
Intakte Familien, eingeschlossen die von Alleinerziehenden bzw. Patchworkfamilien sind der Indikator einer friedlichen zivilen Gesellschaft. Hier ist Rückbesinnung und Modernisierung und der entsprechende Aufwand notwendig und nicht kleinlich konkurrierendes Geschachere um das bessere Modell. Alle Modelle sind gut und zu verwirklichen. Allerdings müssen sich junge Erwachsene rechtzeitig auf ihre Rolle als Eltern vorbereiten, dies geschieht immer weniger, die haben ganz andere Interessen, bis es so weit ist.
Als Vater von drei Töchtern kann ich dazu sagen. Das beide Modelle, Crista Müller und von der Leyens, Möglichkeiten darstellen die man nicht gegeneinander setzen, sondern miteinander vereinbaren sollte.Was die Finanzierung betrift kann ich weder der einen noch der anderen zustimmen.Um wirklich herauszufinden wie sich die Menschen verhalten wenn sie Ökonomisch unabhängiger währen.Sollte in einem reichen,Modernen und sozialem Deutschland das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt werden.Das würde auch in anderen Bereichen mehr Transparents erzeugen.
einer besonderen Kontrolle unterliegen. Schon gar nicht bei diesem Thema. Ich oute mich Mal als berufstätige Mutter von drei Kindern, worunter einem inzwischen volljährigem Kind. Erfahren als Alleinerziehende, genauso wie als Mutter in gewöhnlichen Familienstrukturen. Ohne Vorurteile gegenüber Müttern oder Kindern oder intakten Familien - im Gegenteil - ich spreche für Familien, Mütter und Kinder. Erfahren mit Mütter- und Eltern- Kindfreundschaften, Kindergrippen, Kindergarten, Schule, Ausbildung und Karriere. Mein erster Artikel erschien, wenn ich mich gut erinnere, im Jahr 1989 im Rahmen einer thematischen Publikation der Fachrichtung "Culturele en Sociale Antropologie" zum Thema Karriere und Kinder, unter dem Titel: "Altijd tijd tekort" in den Niederlanden.
Es würde mich freuen, wenn ich mich als betroffene und erfahrene Mutter, ungehindert an der Diskussion beteiligen dürfte.
Paging