Günther Beckstein will nicht mehr Ministerpräsident sein. sueddeutsche.de dokumentiert seine Erklärung im Wortlaut.

Die Erklärung von Günther Beckstein zu seinem Rücktritt im Wortlaut:

Anzeige

"Ja, meine Damen und Herren, es wird ja für Sie nicht mehr ganz überraschend sein. Ich bin in den vergangenen Monaten oft gefragt worden: "Wie lange wollen Sie im Amt bleiben?"

Ich habe immer - neben den gesundheitlichen Voraussetzungen - geantwortet: Das hängt vom Vertrauen der Wähler und vom Vertrauen meiner Partei ab.

Das Vertrauen der Wähler war leider deutlich niedriger, als ich das erwartet hatte. Das haben wir am letzten Sonntag auch in diesem Saal hier erlebt - ich erlitten. Aber nach der schmerzlichen Wahlniederlage vom Sonntag spüre ich, dass der Rückhalt von mir in der Partei - gerade auch wenn das regional etwas unterschiedlich ist - aber insgesamt nicht groß genug ist, um als Ministerpräsident die vor uns liegenden schwierigen Aufgaben erfolgreich bestehen zu können.

Bei einer Koalition ist das noch deutlich schwieriger als bei einer Alleinregierung. Wir haben auch objektiv Zeiten, die nicht einfach sind. Dann kann man nur eine Aufgabe angehen, wenn man Rückhalt hat. Diesen Rückhalt habe ich nicht in der genügenden Weise. Ich werde deshalb in der kommenden Legislaturperiode als Ministerpräsident nicht mehr antreten.

Für meine Partei kommt es jetzt entscheidend darauf an, die richtigen inhaltlichen und weiteren personellen Weichenstellungen zu treffen, damit die CSU weiter erfolgreich Politik für die Menschen in Bayern gestalten kann. Da sind wir allesamt gefordert. Jeder muss seinen Beitrag leisten, auch ich natürlich meinen Beitrag zur Geschlossenheit der CSU. Das ist auch der Grund, dass wir in der Fraktion weiter ausführlich diskutieren werden.

Ich bitte um Verständnis, dass ich keine Rückfragen beantworten werde."

Leser empfehlen 

(SZ vom 2.10.2008/vw)