Bei der BayernLB erhält Finanzminister Fahrenschon Unterstützung von einer Sonderbeauftragten - einer Ex-Managerin der Commerzbank.

Bei der Kontrolle der angeschlagenen Bayerischen Landesbank (BayernLB) wird Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) künftig von einer Sonderbeauftragten unterstützt. Die Wirtschaftsprüferin und frühere leitende Commerzbank-Managerin Corinna Linner wird den Verwaltungsrat der BayernLB beraten und über die Vorgänge in der Bank auf dem Laufenden halten, wie die BayernLB mitteilte.

Doppelt hält besser: Die Sonderbeauftrage Corinna Linner soll Finanzminister Georg Fahrenschon bei der Kontrolle der BayernLB unterstützen. (© Foto: ddp)

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Verwaltungsratschef Fahrenschon sagte, er freue sich, dass Linner seiner Bitte gefolgt sei, "uns bei den herausfordernden Aufgaben zur Zukunftssicherung der BayernLB" zu unterstützen.

Durch die weitgehende Übernahme des Instituts durch den Freistaat Bayern und den umfangreichen Umbau der BayernLB entstünden zahlreiche zusätzliche Anforderungen für die Verwaltungsräte. Im Rahmen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Landtages zur BayernLB im vergangenen Jahr war Linner bereits als Sachverständige tätig.

Sie ist Mitglied des Vorstands der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RölfsPartner in München. Davor war sie über vier Jahre lang Konzernleiterin Bilanzen und Steuern bei der Commerzbank.

BayernLB-Vorstandschef Michael Kemmer sagte zur Berufung Linners: "Wir begrüßen diesen Schritt, weil damit die bereits in den letzten Monaten enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Haupteigentümer und Management unserer Bank nochmals vertieft wird."

Die BayernLB hatte nur mit Steuergeldern in Höhe von rund 31 Milliarden Euro in Form von Garantien und Geldmitteln vor der Pleite gerettet werden können. Die Bank hatte sich vor allem mit US-Immobilienpapieren verzockt.

Die Landtagsgrünen nahmen die Ernennung von Corinna Linner zur Sonderbeauftragten des Verwaltungsrats der BayernLB mit großer Skepsis auf. "Die Tätigkeit von Frau Linner als Sachverständige im Untersuchungsausschuss der BayernLB hat uns ganz und gar nicht überzeugt," sagte der finanzpolitische Sprecher Eike Hallitzky.

Die Ausführungen Linners vor dem Ausschuss, für den sie seinerzeit von der CSU als Expertin benannt worden war, hätten sich im Wesentlichen darin erschöpft, die Spekulationsgeschäfte der Landesbank zu rechtfertigen und den Verwaltungsrat zu entlasten.

"Wir halten es für ausgesprochen fragwürdig, wenn sich der Finanzminister nun in der schwierigen Frage der Krisenbewältigung und Neustrukturierung ausgerechnet auf eine solche Beraterin stützt", so Hallitzky. So komme die angeschlagene Bank nicht aus der Krise.

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(ddp-bay/bica/gal)