Der ehemalige Ministerpräsident Stoiber weist jegliche Mitverantwortung an dem Milliarden-Desaster der Bank zurück - und nimmt seinen ehemaligen Finanzminister in Schutz.

Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat jegliche Verantwortung für das Milliarden-Desaster der BayernLB von sich gewiesen. "Die Geschäftspolitik der Landesbank ist nie Thema des Kabinetts gewesen", sagte Stoiber vor Journalisten.

Bild vergrößern

Der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber weist jegliche Mitverantwortung für die Krise der BayernLB von sich. (© Foto: Getty Images)

Anzeige

Angesichts der Finanzkrise und der Rezession hält Stoiber das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts in Bayern für nicht mehr haltbar. "Natürlich gibt es immer wieder Situationen, wo man dieses Ziel in dem einen oder anderen Jahr nicht erreichen kann, weil sich außergewöhnliche Probleme stellen". Im Sinne der Generationengerechtigkeit müsse aber an diesem Ziel unbedingt festgehalten werden.

In Stoibers Amtszeit hatte die damalige CSU-Alleinregierung einen drastischen Sparkurs gefahren und damit einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung erreicht.

Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) kündigte am Montag an, dass der Freistaat die geplante Eigenkapitalspritze in Höhe von zehn Milliarden Euro für die BayernLB ohne Beteiligung des Bundes aufbringen wolle.

Das Kabinett will dafür an diesem Dienstag einen zweiten Nachtragshaushalt beschließen. Angesichts der immensen Zinszahlungen für die BayernLB- Milliardenkredite wird befürchtet, dass der Doppelhaushalt 2009/2010 nicht mehr ausgeglichen sein wird.

In der Krise der BayernLB nahm Stoiber auch seine damaligen Kabinettsmitglieder, die seinerzeit im Verwaltungsrat der Bank saßen, in Schutz - wie etwa Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser. Es sei ganz klar gewesen, dass die Geschäftspolitik Angelegenheit des Verwaltungsrats und der Führung der BayernLB sei. Die Probleme des Finanzmarktes seien aber bis hin zur Finanzmarktaufsicht (BaFin) und Bundesregierung nicht erkannt worden.

Auch Ratingagenturen hätten die Finanzprodukte als gut bewertet. Für ein Mitglied der Staatsregierung im Verwaltungsrat sei es daher "völlig unmöglich, Dinge zu erkennen, die große Banker und Fachleute als durchaus gut angesehen haben".

Stoiber, der bis Herbst 2007 bayerischer Ministerpräsident war, wies den Vorwurf des früheren CSU-Chefs Theo Waigel zurück, es sei ein politischer Fehler gewesen, die BayernLB vor fünf Jahren nicht mit der HypoVereinsbank zu fusionieren.

Die damalige Führung der BayernLB habe dies abgelehnt, weil sie dann ins Bankkundengeschäft hätte einsteigen müssen, sagte Stoiber. Zudem hätten die Sparkassen als Miteigentümer der Landesbank aus Angst vor neuer Konkurrenz einer Fusion nicht zugestimmt.

Leser empfehlen 

(dpa/bica)