Von Katja Auer

Eigentlich wollte sie Landtags-SPD von Finanzminister Huber neue Geschäftszahlen der Bayern LB. Doch Bank-Chef Kemmer gibt dem Finanzminister Rückendeckung.

Mit dem Vorstand der halbstaatlichen Landesbank hatte Finanzminister Erwin Huber in der Vergangenheit bekanntlich seine Schwierigkeiten. Die Vorgabe des früheren Vorstandsvorsitzenden Werner Schmidt, nur einmal pro Jahr festgestellte Zahlen zu veröffentlichen - auch als die Krise auf dem US-Immobilienmarkt der BayernLB längst hohe Verluste beschert hatte -, brachte Huber in das Dilemma, dem Landtag keine "belastbaren Zahlen" nennen zu können und deswegen von der Opposition als Lügner beschimpft zu werden. Es folgten ein Untersuchungsausschuss samt regelmäßig wiederkehrenden Rücktrittsforderungen.

CSU-Chef und Finanzminister Erwin Huber. (© Foto: ddp)

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Nun aber bekommt Huber Rückendeckung vom neuen Landesbank-Chef Michael Kemmer. Die SPD hat Huber am Mittwoch wieder einmal vor den Landtag zitiert und fordert aktuelle Zahlen zu den Wertberichtigungen der Bank. Huber verweist auf die neue Kommunikationsstrategie, wonach Quartalszahlen veröffentlicht werden, aber keine wöchentlichen Wasserstandsmeldungen.

Die Zahlen für das zweite Quartal werde die Bank am 13. August veröffentlichen, und es sehe danach aus, als seien sie deutlich besser als im ersten Quartal, sagt Huber. Wenn die Opposition weitere Zahlen fordere, sei das nichts weiter als Wahlkampfgetöse.

Bankchef Kemmer sieht das genauso. Er hatte tags zuvor einen Brief an SPD-Fraktionschef Franz Maget geschrieben und wirft ihm vor, das Ansehen der Bank zu schädigen. "Ich bin mir bewusst, dass die BayernLB und die internationale Finanzmarktkrise reizvollen Stoff für die parteipolitische Auseinandersetzung im Wahlkampf bieten", schreibt Kemmer.

Gleichwohl schade die dadurch ausgelöste neuerliche Diskussion der Bank massiv, "nachdem in den letzten Wochen erfreulicherweise etwas Ruhe eingekehrt ist". Mit der Veröffentlichung von Quartalszahlen wolle die BayernLB "jeglichen Spekulationen den Nährboden entziehen". Das sei in den letzten Wochen auch gelungen. Nur die SPD schüre nun neuerlich Unruhe bei Kunden und Mitarbeitern.

Genau, meint der Finanzminister, zudem habe die Opposition genügend Gelegenheit gehabt, sich zu informieren. So habe die Landesbank am 24. Juni zum parlamentarischen Abend geladen, allerdings seien dort nur CSU-Vertreter gewesen. Für Huber ein klarer Beweis, dass es SPD und Grünen nicht um Information, sondern um ein "parteipolitisches Spektakel" gehe.

Der SPD-Haushaltspolitiker Werner Schieder verweist dagegen auf seine Abgeordnetenehre: "Es geziemt sich nicht für einen Parlamentarier, sich während eines laufenden Untersuchungsausschuss-Verfahrens zu einem opulenten Abendessen einladen zu lassen." Wieder falsch, sagt Manfred Ach (CSU), die Einladung der Bank sei erst nach Abschluss des Ausschusses erfolgt. Da habe die Fraktionsführung offenbar angeordnet, auf Distanz zur BayernLB zu gehen, mutmaßt Huber.

Das wiederum will sich der Grünen-Abgeordnete Eike Hallitzky nicht gefallen lassen."Order dieser Art gibt es vielleicht in der CSU, bei den Grünen nicht", sagt er. Im Übrigen sei er der Meinung, dass Huber wegen seiner "in der Geschichte einmaligen Inkompetenz" als Vizechef des Verwaltungsrats zurücktreten müsse.

"Um Gottes willen", tönt es irgendwann aus dem Plenum. Es ist der frühere Finanzminister Kurt Faltlhauser. Zwar ohne himmlischen Beistand, aber auch ohne Ergebnis geht die letzte Ministerbefragung der Legislatur zu Ende.

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(SZ vom 16.07.2008/bica)