Zehn Milliarden Euro kostet Bayern die Rettung der Landesbank. Jetzt untersucht der Landtag, ob frühere Minister und der Bankvorstand dafür haften müssen.
Für Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) und die Regierung ist die Landesbank, deren Rettung die Bayerns Bürger immerhin zehn Milliarden Euro kostet, zumindest in einer Hinsicht längst kein Thema mehr. Den Vorständen und Verwaltungsräten des staatlichen Kreditinstituts könnten "keine Vorwürfe" gemacht werden, sie hätten "korrekt gehandelt".
Alles wird untersucht: Der Landtag gibt sich mit dem Bericht der von Fahrenschon beauftragten Wirtschaftsprüfer nicht zufrieden - und plant eine eigene Untersuchung. (© Foto: dpa)
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Das hat Fahrenschon bereits vor drei Monaten im Landtag verkündet. Der Minister berief sich auf die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die allerlei "problembehaftete Engagements" der BayernLB in den vergangenen drei Jahren untersucht hatte. An der Schieflage der Staatsbank, die sich vor allem bei Finanzanlagen in den USA verspekuliert hat, wäre demnach niemand schuld. Keiner der Vorstände und auch keiner der vielen Minister, die dem Verwaltungsrat, dem Aufsichtsgremium der BayernLB, bis zu deren Absturz angehört haben.
Alles wird untersucht
Mit diesem Ergebnis gibt sich der Landtag aber nicht zufrieden. Die Parlamentarische Kontrollkommission für die BayernLB will bei ihrer nächsten Sitzung Mitte Mai selbst eine Untersuchung in Auftrag geben. Die Rechtsanwaltsgesellschaft KPMG in Nürnberg soll ermitteln, ob nicht doch Fehler gemacht wurden und wer womöglich zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Es sei vorgesehen, dass "Haftungs- und Schadenersatzansprüche in jeder erdenklichen Hinsicht geprüft werden", sagt der CSU-Abgeordnete Ernst Weidenbusch, der die erst vor einem halben Jahr eingerichtete Kontrollkommission im Landtag leitet.
Freie Wähler, SPD und Grüne fordern seit Monaten, dass das Desaster der Landesbank aufgeklärt werde. Eine "unabhängige Untersuchung" sei notwendig, sagt die SPD-Parlamentarierin Inge Aures. Die Bürger wollten schließlich wissen, ob die Verantwortlichen "ungeschoren" davon kämen.
Von Huber bis Beckstein
Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young, auf deren Gutachten sich Finanzminister Fahrenschon beruft, waren vom Vorstand und vom Verwaltungsrat beauftragt worden. Also genau von denen, um deren mögliches Versagen es ging. Das genügt dem Landtag nicht, dessen Kontrollkommission auf Antrag der Freien Wähler von der KPMG jetzt alles umfassend untersuchen lassen will. Der Prüfauftrag werde so formuliert, "dass nichts offen bleibt", verspricht Kommissionschef Weidenbusch, der dem Fraktionsvorstand der CCU angehört und als Rechtsanwalt in München tätig ist. Er betrachtet es als seine Aufgabe, "die Versäumnisse bei der BayernLB aufzuarbeiten", ohne Ansehen der Personen.
Beim Auftrag für die KPMG gebe es "keinerlei Begrenzung auf einen bestimmten Personenkreis", kündigt Weidenbusch an. Das Handeln früherer Minister wie Erwin Huber, Kurt Faltlhauser oder Günther Beckstein wird also genauso unter die Lupe genommen wie die Tätigkeit weiterer prominenter Verwaltungsräte in den fraglichen Jahren. Darunter CSU-Fraktionschef Georg Schmid und Sparkassenpräsident Siegfried Naser.
Sparkassenpräsident und Vorstandschefs
Beim Management geht es um den heutigen Vorstandschef Michael Kemmer, seinen Vorgänger Werner Schmidt oder den bisherigen Vizechef der Landesbank, Rudolf Hanisch. Der war einst Amtschef bei Ministerpräsident Edmund Stoiber gewesen und verabschiedet sich jetzt in den vorgezogenen Ruhestand. Man habe überhaupt keinen Anlass, "irgendjemand zu schonen", hat der Abgeordnete Bernhard Pohl von den Freien Wählern schon vor Monaten gesagt.
"Wir sind uns einig, dass die Aufarbeitung des Milliarden-Desasters bei der Landesbank mit aller Schärfe und Härte erfolgen muss", pflichtet ihm Eike Hallitzy von den Grünen bei. Zeitliche Grenzen wolle der Landtag der KPMG für deren Untersuchung nicht setzen, sagt Kommissionchef Weidenbusch. "Es soll wirklich alles ermittelt werden."
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(sueddeutsche.de/cag)
Unnütze Hygienemaßnahmen
Die neueste Antwort
Ermittlungsarbeit ist eigentlich Sache der Staatsanwaltschaften und nicht privater Geheimniskrämer. Ausgerechnet die KPMG, die schon bei Siemens Milliarden 'übersehen' hatte soll Licht ins Dunkel bei der Bayern LB bringen! Das ist lachhaft.
Dem Rechtsstaat wird damit nicht genüge getan.
Und die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben nur den Zweck der gegenseitigen Entlasung vor dem Volk. Wer dort heute auf der 'Richterbank' sitzt, ist morgen 'Angeklagter' und umgekehrt. Alle Beteiligten dieses Schauspieles wissen das.
Was soll dabei also ernsthaft rauskommen?
wenn sich schon ein csu-mann dieser sache animmt.ansonsten muß sich doch jeder bürger sebst die frage stellen, wie gut ein sogenanntes gutachten über meine arbeit sein kann,wenn ich es selbst in auftrag gebe -ein schelm, der schlechtes dabei denkt...
diese untersucheungen sollten nicht zu einem rachdeldzug ausarten, aber es wäre für unsere demokratie wichtig, wenn die poltisch verantwortlichen endlich einmal ihre grenzen erkennen, fehler zugeben und eben aus diesen lernen!!!!
aber solange wir leider mehr dampfplauderer in der politik - ohne rückgrat - haben, als durch sachverstand glänzende bürger aus unserer mitte, ja solange müssen wir auch mit der angst leben,das die situation irgendwann eskaliert....
wir bürger, die unabhängige presse - ist sie das wirklich??? - eben alle sollten gerade in diesem jahr jede partei und ihre abgeordeneten genau unter die lupe nehmen ,sie hinterfragen und nicht blödsinn galuben, nur weil X von meiner geliebten partei Y spricht...
fehler machenwir alle , aberstehen auch alle dazu....
Ob da was herauskommt ?!
Neige dazu, jede Wette zu halten, dass da keiner Kraehe ein Auge ausgekratzt wird - das waere sozusagen ein Loch im Damm, die grosszuegige Versorgung zu vieler Bonzen wohl aller Parteien waeren gefaehrdet.
Ist ja jetzt schon klar, was dabei herauskommt: natürlich muss garantiert keiner von beiden haften, denn Politiker haben doch absolute Narrenfreiheit!
Wahrscheinlich gestehen sie öffentlich eine kleine Mitschuld ein und bereuen dann ein bisschen, das wird wohl alles sein, was dabei herauskommt.
Das wäre ja ein absolutes Novum bei Politikern.
Wenn schon Manager und Banker nicht nur nicht haften müssen, sondern stattdessen sogar noch riesige Abfindungen bekommen...
10 Mrd Euro bei 12 Millionen Einwohnern in Bayern. Das sind mal eben 800 von jedem Bürger in Bayern, vom Säugling bis zu Greis, die wir zahlen um das Versagen der Herren auszugleichen.
Ich verlange von der Unternehmensleitung (Herr Kemmer, Herr Fahrenschon) und dem 10 (!)-köpfigen Verwaltungsrat 1. eine Erklärung, warum sie Ihre Arbeit nicht ordentlich gemacht haben 2. eine persönliche Entschuldigung bei jedem einzelnen bayerischen Bürger und 3. dass meine persönlichen 800 als Anleihe behandelt werden und ich bei entsprechendem Gewinn daran beteiligt werde.
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