Die bayerische Regierung wusste schon lange von den hohen Risiken der Bayerischen Landesbank - und soll brisante Unterlagen vernichtet haben. Damit ist die Krise der BayernLB endgültig auch zur Krise der bayerischen Staatsregierung geworden.
Über Monate hinweg wurde die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß der Risiken getäuscht.
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Während die Landesbank im August 2007 noch verkündete, sie sei durch die US-Immobilienkrise nicht gefährdet, kursierten intern bereits Zahlen, die den Abschreibungsbedarf auf bis zu 420 Millionen Euro bezifferten.
Die Staatsregierung hat also frühzeitig von den Risiken gewusst - und das Geheimnis so lange wie möglich für sich behalten.
Hubers Pannenserie nimmt kein Ende
Der Skandal belastet nicht nur Finanzminister Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein, sondern auch deren Vorgänger Kurt Faltlhauser und Edmund Stoiber: Sie alle standen bei der Vertuschungsaktion Schmiere. Offenbar haben sie darauf gehofft, das Problem mit faulen Krediten werde sich schon irgendwie von selber lösen.
Mittlerweile steht aber fest, dass sich die Risiken der Landesbank auf 4,3 Milliarden Euro belaufen. Der Freistaat muss eine Bürgschaft von 2,4 Milliarden leisten - und im schlimmsten Fall aus Haushaltsmitteln bezahlen. So kompliziert Bankgeschäfte auch sind, das können sich selbst Laien leicht merken.
In Bayern haben die Vorgänge um die Landesbank das Ansehen der CSU und insbesondere ihres Vorsitzenden Erwin Huber jedenfalls mehr geschädigt als beispielsweise die Probleme in der Schulpolitik.
Dabei wollte Huber gerade mit einem eigenen Steuerkonzept wieder aus der politischen Defensive kommen. Das Echo darauf war für die CSU verheerend. Und jetzt auch noch die Verluste der Landesbank: Hubers Pannenserie will einfach kein Ende nehmen.
(SZ vom 08.05.2008/hgn)
Die neueste Antwort
... Sie haben.
Angesichts des bashings, das hier - i.d.R. völlig tatsachenfrei - wahlweise gegen Politiker oder AG-Vorstände betrieben wird, kann man gut nachvollziehen, wie es zu manchen früheren Zeiten auch hier dazu kommen konnte, dass jemand als Sündenbock für den Ernteausfall (Erntevernichtung durch Unwetter, Flut, was auch immer) mal eben vom Mob auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. Irgendeiner muss halt schuld sein, gell. Und jetzt ist halt der Huber an der weltweiten Finanzkrise schuld.
Wie immer, amüsant hier. Wie leicht kann man sich doch sein Weltbild zurechtstricken...
. . . hatte entweder einen guten Riecher oder einfach nur Glück, tippe eher auf Glück.
Nach dem 30.07. gings mit dem Zeugs bergab . . . schon vergessen? IKB - Pressemitteilung vom 30.07.2007.
Wem bitte schön hätten denn diese Papiere im August 2007 noch verkauft werden können? Noch dazu im größerem Umfang? Nee, nee Leut's, im August war der Zug abgefahren - auch für die BayernLB - von wegen, das Risiko hätte zu diesem Zeitpunkt noch eingedämmt werden können - das ist Schmarrn.
"Da Huaba waars" . . . damit machen sichs Maget und andere sehr einfach - ist ja auch praktisch: ein Schuldiger muss her, ein Schuldiger ist gefunden - alles prima. Und "die Bürger draussen im Land und vor den Bildschirmen" glaubens gern - es passt ja auch so schon ins Schema und sind zufrieden.
Dabei ist die eigentlich interessante Frage noch gar nicht gestellt: wieso hat die BayernLB die 24 Milliarden in diese Papiere angelegt und nicht - dem Geschäftsmodell entsprechend - als Kredite an den Mittelstand ausgereicht? Gabs keine entsprechende Kreditnachfrage? Wenn ja, stellt sich die Frage, wieso ist die Bank mit soviel Geld ausgestattet. Und wer hat die Papiere eingekauft? Und wer war fürs Riskmanagement zuständig?
Wenn man mit Mitarbeitern der Bank spricht, heißt es, dass die Banker die faulen Kredite abgelehnt hätten, um damit nicht mit Karacho gegen die Betonmauer zu knallen. Aber die Politiker hätten darauf bestanden, diese gewinnverheißenden Superpapiere zu kaufen. Angeblich haben nun gerade die Bankleute gehen müssen, die davor am dringendsten gewarnt hätten. Villeicht kann ein Untersuchungsausschuss das klären und zwar schnell, bevor die entsprechenden Protkolle vernichtet sind. Die Ausgeschiedenen werden den Mund halten, sonst gefährden sie ihre Pensionen.
...bedeuted in Amigostan schon seit Langem vorallem frei von Moral, frei von staatstragenden Bedenken, frei von persönlicher Verantwortung, frei natürlich auch von Hemmungen wenn's um Bereicherung und Betrug geht (nicht nur dem am Wähler), und hinterher dann ganz selbstverständlich völlig frei von Erkenntniszuwachs oder Selbstzweifeln.
Da stellt sich dann schon die Frage, was am Sozialismus so viel schlimmer sein kann.
Man kann all Ihren Beiträgen nur uneingeschränkt zustimmen. Sie sind sachlich, bleiben bei den Fakten.
Aber ich fürchte, weder Herr Beck mit seiner gesamten Redaktion noch die Mehrheit in diesen und ähnlichen Foren will was von den Fakten hören. Es geht der SZ und vielen hier in den Foren doch nur um an den Haare herbeigezogenes, völlig abstruses CSU-Bashing. Dafür dichtet man sich dann schon mal seine eigene Wahrheit zsammen. Zeigt sich doch daran, dass beispielsweise niemand wirklich hinterfragt, welche Pflichten Huber in dem Aufsichtsgremium überhaupt hat (sicher keine Führung oder Prüfung des operativen Tages-Geschäfts).
Nicht, dass es nichts zu kritisieren gibt. Allerdings in anderen Bereichen, als die SZ die leichtgläubigen Leser Glauben machen möchte.
Nun denn, ist zwar amüsant hier, aber es reicht für heute. Kaffeetasse leer, break ´s over.
Paging