Beckstein und die BayernLB: Auch der Ex-Ministerpräsident stimmte dem Kauf der Hypo Alpe Adria zu. In der SZ spricht der CSU-Politiker über sein Gewissen, Sorgfalt - und Fehler.
SZ: Jahrelang galten Sie als treuer Diener des Freistaats, nun sind Sie einer der Männer, die dem Land Milliardenverluste eingebrockt haben. Wie sehen Sie das?
Oktober 2008: Günther Beckstein, damals Ministerpräsident, bei einer Sondersitzung zur Landesbank-Krise. (© Foto: dpa)
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Günther Beckstein: Es ist schlimm, dass die Landesbank so viel Geld verbrannt hat. Was hätten wir nicht alles mit diesem schönen Geld tun können für Polizisten, Lehrer, Soziales. Dass ich an der Entscheidung mitgewirkt habe, belastet mich außerordentlich.
SZ: Plagt Sie ein schlechtes Gewissen?
Beckstein: Ich habe damals nach bestem Wissen und Gewissen die Entscheidung getroffen, nach sorgfältiger Abstimmung mit dem Finanzministerium und den Experten im Innenministerium. Der Ministerrat hat sich damit befasst, der Sparkassenverband hat den Kauf befürwortet. Danach hat der Haushaltsausschuss des Landtags den Kauf begrüßt. Und ein Großteil der Presse hat den Kauf positiv gewertet. Der Kauf der Hypo Alpe Adria war kein Alleingang, dennoch war er eine schwere Fehlentscheidung. Aber ich habe keine Pflichten verletzt, auch nicht aus heutiger Sicht.
SZ: Der damalige Finanzminister Faltlhauser sprach von einer Win-win-Situation, Ex-Ministerpräsident Stoiber von einem guten Tag für Bayern. Reichte das schon als Gütesiegel?
Beckstein: Natürlich nicht. Es wurde sorgfältig geprüft. Nach meiner Erinnerung waren zeitweise an die 50 Leute abgestellt, um die Hypo Alpe Adria zu überprüfen. Es waren externe Gutachter eingeschaltet. Wir dachten nicht, dass wir Bayern und seine Bürger schädigen.
SZ: Wie wirkte sich die Vorgabe Stoibers aus, Bayern habe in der Champions League zu spielen? War das ein Anreiz, Risiken nicht allzu ernst zu nehmen?
Beckstein: Bayern konnte für Stoiber nicht bedeutend genug sein. Aber es gab keine Vorgabe, die Hypo Alpe Adria zu kaufen. Mittelosteuropa galt einfach als Wachstumsmarkt für Bayern. Die Landesbank sollte nicht auf eine kleinere Regionalbank zurückgeführt werden, sie hätte neben der Förderbank LfA keinen Platz gehabt.
SZ: Die Bankvorstände jubeln. Die Gutachter sagen ja. Kann ein Verwaltungsratsmitglied da noch prüfen?
Beckstein: Selbstverständlich hat man eine eigene Verantwortung. Aber man ist dabei in vielfältiger Weise auf die Unterstützung anderer angewiesen.
SZ: Haben Sie denn nachgefragt? Haben Sie Kritik geübt?
Beckstein: Die Geschäftspolitik ist nicht vom Innenminister gestaltet worden. Aber ich will mich auch nicht verstecken, ich stelle mich der Kritik.
SZ: SPD und Freie Wähler haben Strafanzeige gegen die Mitglieder des Verwaltungsrates gestellt. Wie reagieren Sie?
Beckstein: Es ist politischer Alltag, einem Politiker Versagen vorzuwerfen. Es ist auch alltäglich, rechtliche Schritte gegen ihn zu prüfen. Aber dass ausgerechnet die SPD, die im Haushaltsausschuss den Kauf der Alpe Adria begrüßt hat, Strafanzeige stellt, empfinde ich als nicht anständig - vor allem, wenn sie mir unterstellt, ich hätte die Absicht gehabt, Bayern zu schaden.
SZ: Auch CSU-Finanzminister Fahrenschon lässt prüfen, ob er Schadenersatz von den Mitgliedern des Verwaltungsrats fordern kann. Ist das politisch fair?
Beckstein: Dass Fahrenschon alles prüfen lässt, ist seine Pflicht. Aber es darf keine Vorverurteilungen geben.
SZ: Waren Sie von seiner Ankündigung überrascht?
Beckstein: Nächste Frage.
SZ: Haben Sie schon mit Ihrem alten Bekannten Heinrich von Pierer gesprochen, der Schadenersatz an den Siemens-Konzern zahlte?
Beckstein: Das sind ganz unterschiedliche Fälle. Pierer war Vorstand von Siemens. Mich überrascht, dass bisher über die eigentlich Handelnden bei der Landesbank nicht geredet wird.
SZ: Wen halten Sie dafür?
Beckstein: Das soll der Untersuchungsausschuss ganz sachlich überprüfen.
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(SZ vom 16.12.2009/segi)
Wirbel um Obama-Biographie
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...so verstanden, als werfe man dem Verwaltungsrat vor, durch Unterlassung und durch Fahrlässigkeit zugelassen zu haben, dass die Geschäfte der BAYERNLB so vor die Wand gefahren wurden - nicht durch Absicht.
Ex-Ministerpräsident Beckstein versteht gekonnt also wieder mal nur die Hälfte und versucht sich so auch noch ein Opferröllchen zu angeln - danebengegriffen!
Was hat ein Innenminister, Jurist und nicht Wirtschafts- und/oder Finanzexperte in so einem Gremium überhaupt zu suchen?
Sicher muss man in erster Linie die Vorstände betrachten. Sie sind die aktiv Handelnden.
Da hier aber der Verwaltungsrat großmannssüchtig massiv eingewirkt hat, geht es hier nicht nur um ein Kontrollgremium. Man muss schon sehen, dass die Eigentümervertreter die Vorstände massivst bestimmt haben.
Hinzu kommt der unerträgliche Druck auf die Prüferin Linner.
Das ist ungefähr so als wenn sich ein Lehrer vor seinem Schüler für die Note rechtfertigen müsste.
Ein Prüfer In müsste allerdings auch Rückgrat haben. Allerdings ist das ja ein Idealzustand. Es geht um ein höchst lukratives Mandat, dem weitere folgen sollten / könnten / werden.
Wer will sich das verscherzen?
Man kann sich das sehr gut vorstellen: "Und bist Du nicht willig, so......."
Am Gelde hängt, zum Gelde drängt alles.
Ich lache mich schlapp: Die HGAA hat auf ihrer Website immer noch einen Link zu BLB und vermittelt Jobs.
"Haben Sie denn nachgefragt? Haben Sie Kritik geübt?" -- Knallharter Journalismus!
Das erinnert mich an den Simpson Film, wo der Buergermeister pruefen will ob die Mauer auch den See sicher macht. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, welche Rollen Herr Beckstein, die SZ und die Leser hier uebernehmen...
"Haben Sie denn nachgefragt? Haben Sie Kritik geübt?" -- Knallharter Journalismus!
Das erinnert mich an den Simpson Film, wo der Buergermeister pruefen will ob die Mauer auch den See sicher macht. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, welche Rollen Herr Beckstein, die SZ und die Leser hier uebernehmen...
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