Bayern Zivilfahnder nach Todesschuss suspendiert

Tödlicher Schuss mit der Dienstwaffe - offenbar ohne Not: Der Zivilfahnder, der in Burghausen einen mutmaßlichen Drogenhändler erschossen hat, ist vom Dienst suspendiert worden. Inzwischen stellte sich heraus, dass das Opfer unbewaffnet war - und in der Nähe Kinder spielten.

  • Der Polizeibeamte, der den tödlichen Schuss auf einen mutmaßlichen Drogenhändler in Burghausen abgefeuert hat, ist vom Dienst suspendiert worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.
  • Das Opfer war nach Darstellung des LKA nicht bewaffnet, Kinder spielten zum Zeitpunkt des Schusses in der Nähe.

Beamter vom Dienst suspendiert

Nach dem tödlichen Schuss eines Zivilfahnders auf einen mutmaßlichen Drogenhändler ist der Beamte vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Dies stelle jedoch keine Vorverurteilung dar und sei keine disziplinarrechtliche Maßnahme, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Mann.

Mutmaßlicher Drogenhändler unbewaffnet

Zunächst war unklar, ob das Opfer den Zivilfahnder angegriffen hatte. Inzwischen aber stehe fest, dass der 33-Jährige nicht bewaffnet war. "Wir wissen nichts von einer Waffe", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in München. Zudem hätten sich in unmittelbarer Nähe des Geschehens - dem Hinterhof eines Wohnblocks - vier Kinder aufgehalten, als der Schuss abgefeuert wurde. Ein Gutachten solle klären, aus welcher Distanz der Fahnder auf den mutmaßlichen Drogenhändler schoss. Das Sachgebiet Interne Ermittlungen Südbayern des LKA arbeitet den Fall intern auf.

Polizist: Habe auf die Beine des Flüchtigen gezielt

Zwei zivile Polizisten hatten am vergangenen Freitag den mit Haftbefehl gesuchten 33-Jährigen während einer Streifenfahrt im oberbayerischen Burghausen erkannt. Der Mann aus der Bodybuilder-Szene hatte bereits eine mehr als fünfjährige Haftstrafe wegen Drogendelikten verbüßt und soll nach seiner Entlassung mit Cannabis und Marihuana gedealt haben. Als der Mann fliehen wollte, gab einer der beiden Fahnder einen Warnschuss ab. Seiner Darstellung zufolge zielte er daraufhin auf die Beine des Flüchtigen, traf den Mann aber am Hinterkopf. Dieser wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch am Einsatzort starb.