Einst zogen die Regierungen an einem Strang: Doch seit dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg greift Bayerns Ministerpräsident Seehofer die grün-rote Koalition an - und kündigt die Zusammenarbeit auf.
Nach dem Machtwechsel zu Grün-Rot in Baden-Württemberg kündigt Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die als Südschiene bekannt gewordene unionsgeführte Zusammenarbeit der beiden südlichen Bundesländer auf. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung sagte Seehofer: "Bisher hatten wir einen Wettstreit innerhalb gleicher Grundüberzeugungen. Jetzt führen wir einen Wettbewerb unter anderen Vorzeichen. Wir haben nun einen Wettbewerb der Systeme."
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Nach dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg ist für Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer klar, dass die Politikauffassungen in beiden Ländern "erheblich divergieren". (© dapd)
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In dieser Woche hat die künftige grün-rote Regierung in Stuttgart ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Nach Auffassung von Seehofer zeige sich seither, dass die Politikauffassungen in beiden Ländern "erheblich divergieren". Das schwarz-gelb regierte Bayern und das neuerdings grün-rote Baden-Württemberg würden jetzt unterschiedliche Wege einschlagen. "Ich will den Beweis antreten, dass wir in Bayern bessere Ergebnisse erzielen", sagte Seehofer.
Bereits in den vergangenen Tagen war die Kritik aus Bayern am Politikwechsel im Nachbarland lauter geworden. Der Stuttgarter Koalitionsvertrag sei ein "Dokument der ideologischen Verblendung und des Rückschritts", hatte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt erklärt. Auch in der bayerischen FDP wurde Kritik am Kurswechsel geübt.
Vor allem die Empfehlung des designierten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) an die schwäbischen Autobauer, sie sollten doch in Zukunft stärker ökologische Belange berücksichtigen und weniger Autos produzieren, hatte im Autoland Bayern für Irritationen gesorgt. "Das war ein Fehler", kommentierte Seehofer die Äußerungen seines künftigen Amtskollegen. "Dort wo es kritisch wird für den Süden, werden wir unsere Stimme erheben", so Seehofer. Mit "grüner Planwirtschaft" sei die Zukunft nicht zu gewinnen.
Im Wettbewerb mit Baden-Württemberg sieht Seehofer den Freistaat vor allem in der Bildungs- und Hochschulpolitik. Während sich Baden-Württemberg für die Gemeinschaftsschule öffnen will, in der Kinder bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet werden, beharrt Bayern auf dem dreigliedrigen Schulsystem. "Ich kenne keine Beispiele, wo die Gemeinschaftsschule bessere Ergebnisse zeigt", erklärte Seehofer. Auch die im Nachbarland angekündigte Abschaffung der Studiengebühren soll kein Vorbild für Bayern sein. Seehofer sagte: "Ich bin von unserem System überzeugt."
Beim geplanten Ausstieg aus der Atomenergie will Bayern das grün-rote Baden-Württemberg sogar noch überholen. "Wir werden sehen, wer die Energiewende besser managt", sagte Seehofer. Der CSU-Chef trauert der von CDU in Baden-Württemberg und von der CSU in Bayern in der Vergangenheit mal mehr, mal weniger bemühten Achse der Konservativen nach. "Wir hatten nie einen Grundsatzstreit über Werte und Wege. Es ging immer darum, wer ist schneller, wer ist perfekter. Oft mit einem Augenzwinkern dabei."
Mit dem Machtwechsel in Stuttgart und nach dem nun angekündigten Ende der Südschiene verliert die Union bundespolitisch eine Bastion im Süden. Die wirtschaftlich prosperierenden Südländer haben stets mit überdurchschnittlich guten Wahlergebnissen zum Erfolg für die Union beigetragen. In zwei Jahren sind Landtagswahlen in Bayern.
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(SZ vom 30.04.2011/bica)
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Mit einem neuen Energiekonzept will Seehofers CSU gegen Rot/Grün antreten
Zunächst einmal ist zu sagen, dass die CSU nicht an einem Energiekonzept arbeitet, sondern gemäß CSU-Grundsatz-Programm "Heuchelei, Lüge und Täuschung" nur am Vortäuschen eines Energiekonzeptes. Schon vor einem Jahr sprach die CSU von einem Energiekonzept zur AKW-Laufzeitverlängerung und wurde dabei u. a. so abgeschossen:
http://bayernspd.de/news/kohnen-csu-energiekonzept-ist-ein-rueckschritt-ins-energiepolitische-mittelalter/
Nachdem das vor einem Jahr von der CSU beschlossene, vorgetäuschte Energiekonzept inzwischen Schutt und Asche ist, beweihräuchert sich die CSU nun mit einem angeblich für ganz DE wegweisenden Energiekonzept mit der Brückentechnologie "Gas", was wiederum nur eine weitere aufgeblasene, primitive Mogelpackung sein kann. Jedenfalls schrieb der CSU-Fraktionsvorsitzende und Totalversager in Nadelstreifen Georg Schmid am 26.07.2010 in einer Antwort an einen Bürger, in der er sich für eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke einsetzte, folgendes:
"Blieben Kohle und Gas, um die Lücke zu schließen. Der Ersatz durch Kohlekraftwerke ohne eine mögliche Abscheidung von CO2 würde jedoch die CO2-Bilanz Bayerns dramatisch verschlechtern. Der Ersatz durch Gaskraftwerke würde hohe Preisrisiken und eine hohe Abhängigkeit von wenigen Gaslieferländern bedeuten."
abgeordnetenwatch.de/georg_schmid-512-11301.html#questions
Würde Rot/Grün nun auf Gas als Brückentechnologie setzen, würden die CSUler ganz sicher los schreien "Die wollen die Wirtschaft zugrunde richten, den Strompreis erhöhen und DE von wenigen Gaslieferländern abhängig machen".
Die neue Regierung könnte handeln und versuchen Stuttgart 21 zu Fall zu bringen. Sie weiß aber ganz genau, dass sie dann vor einer drohenden Niederlage steht. Aus einem Baukostenanteil von 823,8 Millionen € könnte schnell ein Schadenersatzanspruch in Milliardenhöhe werden. Nicht nur die Bahn, auch die anderen vertragstreuen Beteiligten, also auch die Stadt Stuttgart, könnten im Falle des Scheiterns der Baumaßnahme eine Rechnung aufmachen, denn sie sind ja an eine Entscheidung des Landes gefesselt.
Das von der künftigen Regierung in Baden-Württemberg bühnenreif inszenierte Theaterstück ist tiefste Provinz. Offenbar passt ihr das entstandene Sprachgewirr in den Kram, um von wesentlichen Dingen abzulenken. Die Grünen stecken in der Klemme und haben nur ein Ziel; sie wollen um keinen Preis ihr Gesicht verlieren. Sie wollen nicht meineidig werden, koste es was es wolle. Ein Ausstiegsgesetz muss also her. Aber wer soll das erlassen?
Zunächst muss man dazu feststellen, dass die Verfassung von Baden-Württemberg keine obligatorischen Volksabstimmungen (Ausnahme: Verfassungsgebung) kennt. D. h., Abstimmungen, die ausschließlich dem Volk vorbehalte sind, gibt es nicht. Abstimmungen durch das Volk und Gesetzgebung durch den Landtag sind in ihrer Reichweite und rechtlichen Wirkung absolut identisch.
Das bedeutet, der Landtag hat dieselben Rechte wie das Volk. Der Landtag wäre also in der Lage, ein sog. Ausstiegsgesetz selbst zu verabschieden. Eine Volksabstimmung (geschätzte Kosten 2 bis 3 Millionen €) würde sich dann erübrigen. Die Grünen brauchen aber eine Volksabstimmung, denn das Scheitern ist voraussehbar. Diese Blöße wollen sich die Grünen aber nicht geben. Sie überlassen lieber den unvermeidlichen „Schwarzen Peter“ dem Volk. Wenn die Grünen jetzt an die Öffentlichkeit treten und verkünden: „Wir überlassen in großzügiger Weise die Abstimmung über Stuttgart 21 dem Volk“, dann ist das pure Heuchelei. Nur durch eine Volksabstimmung wären die Grünen fein aus dem Schneider. Scheitert das sog. Ausstiegsgesetz, über das vom Volk abgestimmt wurde, aus rechtlichen Gründen, dann können die Grünen sagen: „Es tut uns leid. Wir hätten Stuttgart 21 gerne verhindert. Aus rechtlichen Gründen muss aber der Bau fortgesetzt und vollendet werden.“
Es besteht teilweise die falsche Meinung, die Volksabstimmung hätte mehr Gewicht als ein Gesetz des Parlamentes. Politisch mag das so sein, rechtlich ist aber kein Untersch
Das Schicksal holt sie jetzt ein, die Grünen in Baden-Württemberg. Die Zeiten sind vorbei, in denen man als Opposition alle Themen besetzen konnte, die Wählerstimmen versprachen. Jede Katastrophe auf der Welt war eine gemähte Wiese. Die fremde Ernte ist in der Scheune.
Jetzt gilt es nicht nur die eigene Klientel zu bedienen. Weitsicht, Verantwortungsbewusstsein und staatsmännische Kunst wären jetzt gefragt. Den Zeiten sind vorbei. in denen man demonstrieren lassen konnte, wie es beliebte. Doch weit gefehlt. Baden-Württemberg entwickelt sich unter der neuen Regierung zum Unrechtsstaat. Ungeachtet rechtsstaatlicher Grundsätze sollen Verträge gebrochen und rechtskräftige Genehmigungen willkürlich zurückgenommen werden. Die eigene Verfassung und das Grundgesetz werden missachtet. Wirtschaft und Industrie haben keine Planungssicherheit mehr. Wer kann unter diesen Voraussetzungen noch investieren. Ein wirtschaftlich blühendes Bundesland wird also systematisch demontiert. Grüne Politik macht das möglich. Grüne dürfen das. Wäre die Angelegenheit nicht so ernst, könnte man glauben, es handele sich um einen schlechten Scherz. Es ist aber die bittere Wahrheit. Kann man einem solchen Staatswesen unter grüner Führung noch Vertrauen entgegen bringen?
Stuttgart 21 wird zum demokratischen Prüfstein der neuen Regierung. Es steht aber bereits jetzt fest, dass diese Prüfung im Sinne der neuen Regierung nicht zu bestehen ist. Bislang haben es die Gegner von Stuttgart 21 immer verstanden, mit einer einzigen Milliardenzahl ein Damokles-Schwert über der gesamten Bevölkerung aufzuhängen. Das Schwert ist aber stumpf geworden. Die neue Regierung ist nämlich gezwungen, auf Biegen und Brechen eine Lösung zu finden und eine Entscheidung herbeizuführen. Sie muss eine schwere Hypothek übernehmen, die sie selbst valutiert hat. Das ist der Fluch der bösen Tat.
Geht man von den derzeit im Raum stehenden Gesamtkosten in Höhe 4,5 Milliarden aus, hat das Land Baden-Württemberg einen Anteil von 823,8 Millionen € und die Stadt Stuttgart einen Anteil von 238,58 Millionen € zu übernehmen. Dieses Verhältnis der Anteile zu den Gesamtkosten wurde stets im Hintergrund gehalten. Es ist in der Regel aus bestimmten Gründen immer mit der Gesamtbausumme in der Öffentlichkeit operiert worden.
Die neue Regierung könnte handeln und versuchen Stuttgart 21 zu Fall zu bringen. Sie weiß aber ganz genau, dass sie dann vor einer drohenden Niederla