Bayern und die Hypo Alpe Adria Wie eine fette Gans

Immer wieder pumpten Freistaat und BayernLB Millionen- und Milliardenbeträge in die finanziell marode Kärntner Landesbank. Der frühere Landeshauptmann Jörg Haider hat die Bayern ungeniert ausgenommen.

Von Klaus Ott

Hunderte, wenn nicht gar Tausende Ordner und Dateien hat die Münchner Staatsanwaltschaft beschlagnahmen lassen, um die Landesbank-Affäre aufzuklären. Darunter auch sechs Akten der Kärntner Landesholding (KLH), die im Auftrag des österreichischen Bundeslandes das "Sondervermögen Zukunft Kärnten" verwaltet, in dem das aus Bayern gezahlte Geld für die Hypo Alpe Adria angelegt ist.

Die sechs Ordner enthalten Vertragsunterlagen, Gutachten, Sitzungsprotokolle - und jede Menge politischen Sprengstoff. Die Ermittlungsunterlagen dokumentieren, wie sich der Freistaat und die Bayerische Landesbank vom früheren Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und dessen Nachfolgern systematisch ausnehmen ließen.

Regelmäßige Finanzspritzen aus Bayern

1,7 Milliarden Euro hat die bayerische Landesbank im Jahr 2007 für die Hypo Alpe Adria bezahlt, und anschließend bis Ende 2009 nach und nach weitere zwei Milliarden nach Kärnten überwiesen. Denn die dort ansässige Bank brauchte regelmäßig Geld.

Immer wieder wurde verhandelt, wer die marode Finanzgruppe am Leben hält, die einst eine Art Kärntner Landesbank gewesen war. Doch die Regierung in der Hauptstadt Klagenfurt wollte kein Geld geben, obwohl das Land immer noch Anteile hielt.

Stattdessen ließen Haider & Co den Freistaat und die Bayern zahlen. In Kärnten hatte man nämlich frühzeitig erkannt, dass Investitionen in die Hypo Alpe Adria vermutlich verschwendetes Geld wären.

Nach der Übernahme der Hypo Alpe Adria durch die BayernLB im Oktober 2007 war bereits einen Monat später die erste Kapitalhilfe fällig. 600 Millionen Euro sollten aufgebracht werden, auch mit Hilfe des Landes Kärnten, dessen Anteile an der Hypo Alpe Adria die Landesholding verwaltete. Doch die Kärntner Landesholding lehnte es auf Betreiben von Haider und dessen Gefolgsleuten ab, mitzumachen.

Im besten Fall würde lediglich eine Zusatzdividende von 0,35 Prozent für Kärnten herausspringen, lautete die interne Begründung. Das lohne sich nicht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, mit welchen weiteren Begründungen sich Kärnten weigerte, die Hypo Alpe Adria finanziell zu unterstützen.

Stationen eines Milliarden-Debakels

mehr...