Der jüngste SPD-Abgeordnete im Landtag wird neuer SPD-Fraktionschef und folgt Franz Maget nach. Markus Rinderspacher hat keinen Gegenkandidaten.

Der jüngste SPD-Abgeordnete im Landtag, Markus Rinderspacher (40), wird neuer Vorsitzender der SPD-Fraktion. In einer Fraktionssitzung am Mittwochabend habe außer Rinderspacher niemand seine Kandidatur angemeldet, sagte der scheidende Fraktionschef Franz Maget am Rande der Sitzung in München. Die drei weiteren SPD-Abgeordneten, die zuletzt ebenfalls als mögliche Bewerber gehandelt worden waren, erklärten explizit ihren Verzicht: der Münchner SPD-Vorsitzende Hans-Ulrich Pfaffmann, Partei- und Fraktionsvize Thomas Beyer und der parlamentarische Geschäftsführer Harald Güller. Rinderspachers Wahl am kommenden Mittwoch (21. Oktober) ist damit nur noch reine Formsache. Maget hatte nach neun Jahren an der Spitze der Landtagsfraktion seinen Rücktritt erklärt.

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Der jüngste SPD-Abgeordnete im Landtag, Markus Rinderspacher (40), wird neuer Vorsitzender der SPD-Fraktion. (© Foto: ddp)

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Mit der Kür Rinderspachers würde die Bayern-SPD ihre radikale Verjüngungskur fortsetzen. Erst im Juli war der Bundestagsabgeordnete Florian Pronold (36) zum neuen Landesvorsitzenden gewählt geworden.

Maget sagte, er rechne damit, dass Rinderspacher bei der Wahl am kommenden Mittwoch eine breite Mehrheit bekommen werde. Seine 45-minütige Bewerbungsrede in der Fraktionssitzung sei bereits mit großen Interesse und großer Zustimmung aufgenommen worden. Maget wertete es als "starkes Zeichen", dass die Fraktion einen derart jungen Chef wolle. Rinderspacher sei "nicht zu jung, sondern jung genug", betonte Maget. "Er ist bei all seiner Jugend ein erfahrener Mann." Maget berichtete, auch Beyer und Güller hätten in der Sitzung erklärt, sie sähen in der Kür Rinderspachers eine Chance.

Rinderspacher wiederum betonte nach Angaben eines Sprechers, er wolle kein Einzelkämpfer sein, sondern er setze auf ein starkes Team.

Beyer und Güller kandidieren wieder für den Fraktionsvorstand. Die beiden hatten sich am Rande der Plenarsitzung des Landtags am Nachmittag mit Rinderspacher zu Beratungen zurückgezogen.

Rinderspacher war erst im vergangenen Herbst in den Landtag eingezogen. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang als Fernsehjournalist gearbeitet. Er ist derzeit medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Mitglied im Verfassungsausschuss des Landtags. Rinderspacher betonte am Mittwoch, es wäre eine große Herausforderung und eine große Ehre für ihn, sollte er künftig die SPD-Fraktion führen dürfen.

Maget hatte vor zwei Wochen seinen Rücktritt angekündigt - nach neun Jahren an der Spitze der SPD-Landtagsfraktion. Er will nun Vizepräsident des Landtags werden. Der derzeitige SPD-Amtsinhaber Peter Paul Gantzer hatte ihm dieses Amt angeboten. Maget soll ebenfalls in der Fraktionssitzung kommende Woche benannt werden.

Die Bayern-SPD war bei der Wahl Ende September auf 16,8 Prozent abgestürzt, ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis seit dem Krieg.

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(dpa/segi)