Bayerns SPD-Fraktionschef Franz Maget reicht es: Er fordert das Aus für den umstrittenden Fonds und wirft der CSU ein doppeltes Spiel vor.
Während Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sich um Umsetzung des Gesundheitsfonds bemüht, haben ihre Parteifreunde in Bayern offiziell beantragt, das für 2009 geplante Projekt zu kippen. "Der Gesundheitsfonds ist überflüssig", kritisierte Fraktionschef Franz Maget. "Man sollte es besser lassen, wie es ist."
Franz Maget fordert, den Gesundheitsfonds zu verschieben oder zu stoppen. (© Foto: dpa)
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Der Gesundheitsfonds sei ein sehr schlechter Kompromiss mit unwägbaren finanziellen Belastungen besonders für Bayern. Die Große Koalition sollte ihn "verschieben oder stoppen", sagte Maget. Die Forderungen, die die CSU soeben in Kreuth beschlossen habe, seien von der bayerischen SPD abgekupfert.
Der Gesundheitsfonds sei nie ein Anliegen der SPD gewesen, sondern er sei "auf dem Mist von Frau Merkel gewachsen", sagte der bayerische SPD-Fraktionschef. Er habe der bayerische Regierung von Anfang an geraten, den Kompromiss in Berlin nicht zu unterschreiben.
Kathrin Sonnenholzner, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, stützt sich in ihrer Kritik auf ein neues Gutachten, wonach die Konvergenzkriterien nicht eingehalten werden könne. "Das grundlegende Problem der Finanzierung wurde nicht gelöst", sagte Sonnenholzner zu sueddeutsche.de.
Die Konvergenzklausel soll sicherstellen, dass sich die finanziellen Belastungen für die in einem Land tätigen Krankenkassen in Stufen von jeweils höchstens 100 Millionen Euro jährlich aufbauen. Sollte diese Klausel nicht greifen, müssten wohlhabende Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg deutlich mehr in den Fonds einzahlen.
Hinzu komme, so Sonnenholzner, dass in Bayern niedergelassene Ärzte Einkommensverluste befürchten. Erst wenn diese Ängste ausgeräumt werden können - etwa durch das Aus für den Gesundheitsfonds - könne man sich wieder den wirklich wichtigen Themen der Gesundheitspolitik widmen; etwa Fragen nach der hausärztlichen Versorgung oder dem Pflege- und Heimgesetz.
Wie die Genossen in Berlin auf den Vorstoß aus Bayern reagieren werden, ist noch ungewiss. Absprachen mit der Fraktion im Bundestag oder dem Willy-Brandt-Haus habe es noch nicht gegeben, so Sonnenholzner. "Wir versuchen, Verbündete und Mehrheiten dafür zu finden."
Die kritische Haltung der Bayern-SPD gegenüber dem Gesundheitsfonds dürfte den Berliner Genossen jedoch nicht fremd sein. Bereits im März hatte die SPD im bayerischen Landtag in einem Dringlichkeitsantrag gefordert, den Fonds wegen seiner unwägbaren Folgen zu verschieben. Damals hatte die CSU den Antrag noch abgelehnt.
Doch auch die CSU steht dem Fonds nicht unkritisch gegenüber. Bei der Klausurtagung des CSU-Vorstandes in Wildbad Kreuth hatte Parteichef Erwin Huber die bayerische Zustimmung zum Gesundheitsfonds nach fünf Bedingungen geknüpft. Im Kern geht es der CSU - ebenso wie der SPD - darum, Belastungen für die bayerischen Beitragszahler und Ärzte zu vermeiden. "Es war immer die Linie der CSU, dass es einen Gesundheitsfonds auf Kosten Bayerns nicht geben kann", unterstrich Huber.
CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer legt nach und verschärft die Kritik an Gesundheitsministerin Schmidt. "Diese Trickserei hinter den Kulissen muss endlich ein Ende haben", sagte sie und forderte Schmidt auf, das bekanntgewordene Gutachten mit Kritik am Fonds in seiner Ursprungsfassung zu veröffentlichen. Ohne funktionierende Belastungs-Obergrenze für die Länder werde es keinen Fonds geben.
Schmidt wies die Kritik zurück. Ihr Haus sei wohlgeordnet, der Fonds wie auch die von Bayern geforderte Konvergenzklausel würden umgesetzt.
(sueddeutsche.de/AP/Reuters/bica/odg)
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Die neueste Antwort
Ja ist denn schon wieder Wahlkampf, weils aus alle Löcher schreit?
---- alle sollen einzahlen!
Es ist doch offensichtlich, was hier betrieben wird.
Der einheitliche Fond soll ab 2009 die unterschiedlichen Kassenbeiträge ersetzten. Diese werden aber langfristig nur 95 % der Kassenausgaben decken - wenn überhaupt.
Die Merhkosten werden dann über eine Erhöhung der Einheits-Kassenbeiträge der Versicherten fällig.
Damit will man die Arbeitgeber massiv entlasen, da die Kosten durch die Versicherten allein getragen werden müssen.
Private Krankenkassen versichern chronisch Kranke nicht. Wenn sie dies doch tun, dann steht im Vertrag der Ausschluß dieser chronischen Krankheiten oder die Versicherten müssen nachweislich einen hohen Betrag, der monatlich nicht unter 800,-- Euro liegt, bezahlen.
Wer kann sich das leisten?
Auch die jungen Leute werden älter - die Krankheiten kommen! Daran denken junge Leute nicht! Damit steigt auch deren Beitrag in der privaten Krankenversicherung. Werden sie diesen hohen Beitrag dann auch noch bezahlen können?
Sollen hier englische oder gar - was eine Katastrohpe wäre - amerikanische Verhältnisse entstehen?
In den USA kann sich die Merhheit der Bevölkerung keine private Krankenversicherung leisten und eine gesetzliche Krankenversicherung gibt es nicht!
Warum erhöht man nicht die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankeversicherung?
Damit würden mehr Leute in die gesetzliche einzahlen!
Warum erzählt uns die Versicherungswirtschaft und die INSM immer wieder, daß in der gesetzlichen Krankenversicherung nur diejenigen sind, die sowieso zu den Losern gehören und schmarotzend vom Allgemeinwohl leben!
Ich kenne inzwischen eine Menge alter Leute, die privat versichert sind. Die können sich nichts mehr leisten, weil die Beiträge so hoch sind.
Ich zahle gern meine Beiträge als freiwillig Versicherter in der gesetzlichen Krankenkasse. Denn ich weiß, daß nur dieses System funktionieren kann und wir alle eine gesellschaftliche Verantwortung tragen.
Warum vernichten wir ein gutes soziales System, daß sich so gut bewährt hat?
Für was braucht man rund 300 gesetzliche Krankenkassen?
Warum gibt es nicht eine gesetzliche Krankenkasse, in der jeder Bundesbürger Mitglied sein MUSS.
Wer sich darüber hinaus besser versichern will, könnte dies ja mit Zusatzversicherungen tun.
Dann gäbe es keine Leistungsunterschiede, keinen komplizierten Lastenausgleich, Personal könnte eingespart werden und die Versicherung wäre insgesamt günstiger.
Geht nicht? Geht doch. Z.B. in der Schweiz.
Nur hier bei uns wird alles totgeredet, weil vor jeder Abgeordnetentür 10 Lobbyisten herumlungern.
Sie ist genauso gut, wie alle Reformen davor!
Es wurde teurer und die Leistungen wurden weniger!
Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach lesen - auch wenn ich kein SPD Fan bin, aber das ist die richtige Richtung.
Paging