Heidi Marks kehrte nach Jahren in ihr unterfränkisches Heimatdorf zurück und löste folgenschwere Ermittlungen aus. Seitdem heißt es in dem einstigen Vorzeigeort: "Hier in Eschenau werden wir nicht mehr glücklich".
Der vorletzte Abend vor der Rückreise in die Vereinigten Staaten sollte ein geselliger werden. Vier Wochen lang hatte sich die US-Amerikanerin Heidi Marks in den Eschenauer Landgasthof "Zum Böhlgrund" eingemietet, um dort ihren 50. Geburtstag in ihrer alten Heimat zu feiern - eine schöne, wenn auch nicht ganz unbeschwerte Reise in die Vergangenheit.
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Mehrere Freunde hatten sich zu ihr gesellt an diesem Abend, Freunde aus Eschenau, mit denen sie damals groß geworden war zu Beginn der sechziger Jahre. Irgendwann muss man auf einen Bericht in der Lokalzeitung zu sprechen gekommen sein.
Immer mehr Sexualstraftaten in Bayern würden unterdessen angezeigt, stand da zu lesen. Und eine Frau am Tisch glaubte von zwei Fällen aus dem Dorf zu wissen, die jedoch nie zur Verhandlung zugelassen worden waren, wegen Verjährung. Die Namen der beiden angeblichen Peiniger habe die Freundin nicht nennen wollen, bei aller Freundschaft, die Verfahren seien ja eingestellt worden.
Was genau Heidi Marks in diesem Moment geritten hat, weiß sie selbst nicht mehr genau. Sie habe kurz Luft geholt, exakt auf die beiden Namen der Beschuldigten getippt - und am Tisch Entsetzen ausgelöst.
Zehn Wochen nach diesem Abend ist Eschenau ein Dorf in Agonie. Ein Mann aus dem 192-Seelen-Örtchen am Rande des Steigerwalds hat sich das Leben genommen. Ein anderer versuchte dies auch, konnte aber gerettet werden. Er sitzt in Untersuchungshaft, die Staatsanwaltschaft legt ihm versuchte Vergewaltigung in drei Fällen und sexuellen Missbrauch von Kindern in zwei Fällen zur Last.
Fünf Frauen aus zwei Generationen haben inzwischen ausgesagt, von dem 59 Jahre alten Fabrikangestellten misshandelt worden zu sein. Der Tatzeitraum soll sich über vier Jahrzehnte erstrecken, von 1961 bis 2002. Das erste Opfer war nach bisherigen Ermittlungen das vierjährige Mädchen Heidi, ihr mutmaßlicher Peiniger war damals gerade vierzehn Jahre alt.
Warum hat sie die Kriminalpolizei erst nach diesem Abend informiert, mehr als vierzig Jahre danach? Erst, sagt Frau Marks, habe sie nicht gewusst, was da überhaupt mit ihr geschehen sei. Später habe es sie ihren Eltern sagen wollen, sei aber vom Jungen aus dem Nachbarhaus bedroht worden. Und als sie zehn Jahre alt war, sei sie ihrem zweiten Peiniger über den Weg gelaufen. Kraft, sich noch irgendwie zu wehren, habe sie da schon nicht mehr gehabt.
Mit fünfzehn Jahren fleht sie ihre Eltern an, fortgehen zu dürfen in eine Schule im hundert Kilometer entfernten Neuendettelsau. Die Eltern verstehen das nicht, willigen aber ein. Mit 18 Jahren will sie sich das Leben nehmen, wird gerettet. Aus Scham und Angst schweigt sie weiter. Als 25-Jährige zieht sie in die USA, lässt sich dort zur Lehrerin für Datenverarbeitung ausbilden.
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...am Schlimmsten sind die (dran), die sich für einen trivialen, dümmlichen Comment 4 (vier!) Monate Zeit nehmen können, anstatt wenigstens etwas (-) zum Bruttosozialprodukt unseres Landes beizusteuern. Aber wer arbeitet schon gerne wochentags früh, wenn er ohnehin alimentiert wird, besser: werden muss...von meinen erheblichen Steuern...?!
man kann von persönlich Betroffenen keine Neutralität oder Objektivität erwarten. Genausowenig kann man von aussen das Verhalten einer Gemeinschaft beurteilen, es läuft immer auf eine Musterzuordung hinaus, die den Individuen nicht gerecht wird.
Deshalb habe ich Verständnis für beide Seiten und gebe kein Urteil ab, weil ich nichts weiß.
Grundsätzlich gehört meine Solidarität den Opfern, nicht den Tätern. Die Opfer haben ein Recht darauf, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Und die Verdächtigten haben ein Recht auf die Unschuldsvermutung.
Diejenigen, die jetzt meinen, "von aussen" Schuldsprüche, Verurteilungen oder Entlastungen von sich geben zu müssen BEVOR überhaupt sicher ist, wann was geschah, sind nicht besser wie die Presse, weil sie sich im Prinzip einen D.r.e.c.k um die Wahrheit scheren. Noch schlimmer sind die, die meinen einen süffisanten oder zynischen Kommentar abgeben zu müssen.
DW
Ich kann Ihre Aufregung nicht so ganz nachvollziehen. Sand1 hat für meine Begriffe recht neutral geschildert, wie die Stimmung im Dorf war und ist. Ich fand den Beitrag gut. Und davon, dass die Opfer schuld sein sollten, habe ich nichts gelesen.
...das war aber nicht nett...'Sand1' hat sich doch überhaupt nicht dezidiert für die eine o. andere 'Seite' festgelegt... Watson! Er hat lediglich versucht... mehr oder weniger sine ira et studio (gut?...:o)) )...eine verständlicherweise natürlich persönlich gefärbte Chronologie der grausamen Tragödie hellenistischer Dimension (s. hierzu: "Nemesis - Der Fluch der bösen Tat, S. 123ff, libri@nigri Press, Dartmoor/Sussex, UK) aufzuzeichnen... Nebenbei: Die Filmrechte liegen bereits bei NH & Friends Inc., Nassau/Bahamas...too late....:o)))
Ach, sind nun die bösen Opfer schuld?
Wurden die armen Täter nicht vor ihnen beschützt?
Wow, sogar ohne Vorwarnung die Verbrechen ans Tageslicht gezerrt? Einfach so die Wahrheit gesagt? Ohoh...
Lieber -wie seit Ewigkeiten- alles vertuschen und den Mund auf ewig halten, damit die armen Täter ihre Ruhe haben und weitermachen können?
Paging