Geschichte mit Grautönen
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Von Jokls Vorlage entfernten sich die beiden dabei immer weiter: "Der pädagogische Ansatz ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Figuren waren alle sehr schwarzweiß gezeichnet", meint Lerch, der auch eine kleine Rolle als Lehrer übernommen hat. "Wir haben versucht, mehr Grautöne hineinzubekommen."
Der Film konzentriere sich nun mehr auf die Kinder, die Erwachsenen bleiben im Hintergrund. Während Schauspielstars wie Brigitte Hobmeier oder Josef Hader wegen ihrer kleinen Rollen während der Dreharbeiten meistens gar nicht da sind, tummelt sich im ehemaligen Kloster eine ganze Horde von Jungschauspielern.
17 Kindersprechrollen gibt es im Film, dazu kommen noch Dutzende von Statisten aus Burghausen und Umgebung. Die müssen bei all den Wartezeiten erst mal bei Laune gehalten werden. Das sei kein Problem, meint Produzent Marciniak und verweist auf seinen Regisseur: "Der Rosi sorgt schon für Stimmung." So auch bei einer Szene in der zum Festsaal umdekorierten Klosterkapelle. Rosenmüller hat das Geschehen im Griff, er spielt den Kindern ihre Passagen vor, animiert die Statisten zu Lachsalven und kontrolliert das Ganze nebenbei in einer blauweiß-karierten Videobox.
Für die Hauptrolle wollte Rosenmüller unbedingt Markus Krojer haben, den Sebastian aus "Wer früher stirbt". Auf seine neue Kurzhaarfrisur angesprochen, mit der man den 14-Jährigen nicht gleich erkennt, meint dieser ganz professionell: "Für einen Film macht man sowieso alles."
An seiner Seite spielt Zoë Mannhardt, die in Detlev Bucks "Hände weg von Mississippi" zu sehen war. Auch sie gibt sich wie ein Profi. Mit ihren Kostümen ist sie zwar nicht immer zufrieden ("Die sehen aus wie ein Kartoffelsack"), dafür lobt sie ausdrücklich das Drehbuch.
Erfolge im Kinderfilmbereich
Bleibt zu hoffen, dass die Beteiligten genauso guter Dinge sind, wenn der Film im Januar 2009 in die Kinos kommt. Schließlich ist das Projekt trotz all der prominenten Namen kein Selbstläufer. Ein historischer Kinderfilm, bei dem die Zielgruppe nicht eindeutig festgelegt ist, der auf einem längst vergessenen Roman beruht und in dem auch noch bayerisch gesprochen wird, wäre vor ein paar Jahren kaum zu finanzieren gewesen. Heute, nach all den Erfolgen im Kinderfilmbereich und dem - größtenteils durch Rosenmüller ausgelösten - neuen Heimatfilm-Boom, trauen sich Produzenten ein bisschen mehr zu.
Noch beruhen die meisten Filme für junge Zuschauer auf populären Buchreihen wie etwa die "Die wilden Kerle" oder "Die wilden Hühner". Produktionen wie die niederbayerische Abenteuergeschichte "Toni Goldwascher" haben aber gezeigt, dass Kinderkino auch ganz anders aussehen kann. Und war es nicht Rosenmüller selbst, der in "Wer früher stirbt, ist länger tot" einen Elfjährigen in den Mittelpunkt stellte und damit Zuschauer aller Altersschichten anlockte?
Noch bis Anfang April dreht er mit seinem Team in Burghausen und Umgebung, danach zieht die mit vier Millionen Euro budgetierte Produktion für zwei Wochen in die Oberpfalz. Wie aber schafft es Rosenmüller, stets an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten? Er gesteht: "Die Vorbereitungszeit schlaucht mich schon manchmal." Dann lacht er verschmitzt: "Beim Dreh bin ich dann wieder voll dabei."
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(SZ vom 26.03.2008/ktk)
Surfrider Beach in Malibu
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